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Kollegen ehren Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen

Vor 25 Jahren startete Wolfgang Petersen seine Karriere als Hollywood-Regisseur. In Deutschland wurde er nun für sein Lebenswerk ausgezeichnet und lässt diese Ehre auch seiner Frau zu Teil werden.

Wolfgang Petersen hat den Deutschen Regiepreis für sein Lebenswerk erhalten. Seine Frau Maria begleitete den Hollywood-Regisseur zur Preisverleihung in München.

Wolfgang Petersen hat den Deutschen Regiepreis für sein Lebenswerk erhalten. Seine Frau Maria begleitete den Hollywood-Regisseur zur Preisverleihung in München.

Jubel und Standing Ovations erhielt Regisseur Wolfgang Petersen, 71, von seinen Kollegen. Am Sonntagabend wurde er in München vom Bundesverband Regie mit dem Ehrenpreis des Deutschen Regiepreises "Metropolis" ausgezeichnet.

Der Preis für das Lebenswerk sei für ihn noch lange kein Grund, ans Aufhören zu denken, sondern mehr ein Ansporn. "Da breitet sich ja immer gleich Panik aus", sagte Petersen. Schließlich klinge "Lebenswerk" immer so endgültig. Er wolle "nochmal richtig zuschlagen", sagte Petersen. Zehn oder 15 Jahre seien mindestens noch drin. Seine Bitte: Etwa im Jahr 2025 hätte er gerne einen weiteren Lebenswerk-Preis.

Zuvor hatte Laudator Dominik Graf Hollywood-Regisseur Petersen als außergewöhnlichen Filmemacher geehrt. Er mache einen "intergalaktisch großartigen Job". Nur eins bedauerte Graf: "Ich als Ihr Fan kann Sie sicher nicht überreden, einen "Tatort" zu machen. Aber schön wär's ja schon." Für Petersen wäre es bekanntes Terrain, da er in den 1970er Jahren sechs Folgen der Krimiserie für den NDR gedreht hat. Seine "Tatort"-Folge "Reifezeugnis" mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Ausgaben der Krimiserie überhaupt.

Lebenswerk Ehe

Petersen zeigte sich gerührt von der langen und sehr persönlichen Lobeshymne: "Ich bin völlig geplättet. Dies ist ein ganz, ganz großer Moment für mich." Er selbst bedankte sich vor allem bei der Regieassistentin, mit der er "jeden Abend nach Drehschluss ins Bett steige": seiner Frau Maria. Seit 34 Jahren seien die beiden verheiratet, seit 40 Jahren kennten sie sich. "Wenn das kein Lebenswerk ist."

Der Ehrenpreis ist mit 20 000 Euro dotiert. Petersen sei der weltweit erfolgreichste deutsche Regisseur der letzten Jahrzehnte, hieß es in der Begründung. Seine Filme "Troja" (2004), "Air Force One" (1997) oder "In the Line of Fire" (1993) waren Publikumsmagnete und spielten nach Angaben des Bundesverbandes Regie jeweils 100 Millionen US-Dollar oder mehr ein. "Sie boten dem Kinogänger Spannung auf allerhöchstem Niveau" - ebenso wie seine deutschen Welterfolge "Die unendliche Geschichte" (1984) und "Das Boot" (1981).

Der Deutsche Regiepreis "Metropolis" wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vom Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure vergeben. Dessen mehr als 700 Mitglieder stimmten über die Preisträger ab.

Weitere Auszeichnungen

In der Kategorie "Kinofilm" gewann Christian Zübert für seinen Film "Dreiviertelmond". Regisseurin Dagmar Hirtz wurde für "Die Hebamme" in der Kategorie "Fernsehfilm" geehrt, Arne Feldhusen für "Der Tatortreiniger" in der Kategorie "Fernsehserie". Als bester Nachwuchsregisseur wurde David Wnendt für seinen Film "Kriegerin" ausgezeichnet, als beste Regisseurin in der Kategorie "Dokumentarfilm" Maria Speth für "Neun Leben". Beste Schauspielerin ist für die Regisseure Inka Friedrich, bester Schauspieler #link;http://www.stern.de/kultur/tv/charly-huebner-90459621t.html;Charlie Hübner#. Als bester Produzent wurde der "Cloud-Atlas"-Produzent Stefan Arndt ausgezeichnet.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo