Der Wixxer schlägt wieder zu: Jetzt kommt die zweite Krimi-Parodie von und mit Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka in die Kinos. stern.de sprach mit ihnen über ihre Edgar-Wallace-Bibel und wie es ist, mit Zwangsjacke in der Badewanne zu liegen.

Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka bei einer Pressesvorstellung des Films "Neues vom Wixxer". Kinostart ist der 15. März© Joerg Koch/DDP
Kalkofe: Ich bin mit diesen Filmen aufgewachsen. In den Siebzigern gab es wenig Vergleichbares, bei dem auch ein eigenes fantasievolles und etwas abgedrehtes Universum geschaffen wurde. In den Edgar Wallace-Filmen gab es keine festen Figuren - Joachim Fuchsberger war zwar immer der Inspektor von Scotland Yard, aber er hieß immer anders, damit er jedes Mal eine andere Frau haben konnte.
Pastewka: In den Jahren 1959-72 gab es 32 Wallace-Filme. Die haben teilweise vier Filme im Jahr geschafft. Wir brauchen drei oder vier Jahre, bis ein Film in die Kinos kommt. Die "gute alte Zeit", die wir immer so heraufbeschwören, weil wir da noch Zeit hatten, ist bei den Wallace-Filmen total außer Kraft gesetzt.
Pastewka: Ich habe mal eine "Edgar Wallace-Bibel" zusammengestellt, weil ich die Filme im Gegensatz zu Olli Kalkofe und Olli Welke, die ja deutlich älter sind als ich, nicht kannte. Als wir 2002 das erste Drehbuch geschrieben haben, habe ich mir ein paar Wallace-Filme gekauft. Dann fand ich die Serie so grandios, dass ich mir alle Filme gekauft habe.
Kalkofe: Wir dachten, wir wären Experten. Dann kam er und wusste alles.
Pastewka: Ich hab für Olli und Olli Listen gemacht: was ist in jedem Wallace-Film drin, was gibt es für tolle Dialoge...
Kalkofe: Bastian kann wirklich jeden Wallace-Film als Diagramm zeichnen.
Pastewka: In bunte Farben aufgeteilt...
Kalkofe: Auch als Säulenmodell - wie man möchte.
Kalkofe: Bei den meisten Parodien kennen die Leute das Original nicht. Eine gute Parodie funktioniert so: Man muss erkennen, welche Welt da parodiert wird, mehr braucht man nicht.
Pastewka: Wenn man sich einmal an das böse W-Wort im Titel gewöhnt hat, kann man sich ins Kino setzen und die Komödie angstfrei genießen. Um "Neues vom Wixxer" zu verstehen, ist es nicht einmal notwendig, dass man den ersten Film gesehen hat.
Kalkofe: Bei einer Parodie geht es ja auch immer um den Schlaumeier-Faktor. Wenn alle lachen, ist es ja schon nicht mehr cool. Aber solange man im Kino sitzt und merkt: "Ha! Den Witz hab ich kapiert und Ihr nicht!", ist es doch schön.
Pastewka: Die Wiederholungen der Wallace-Filme kriegen gerade bei den jungen Zuschauern unglaublich gute Quoten. Es ist ein Irrglaube, dass Leute nur Filme gucken, die in ihrer Zeit entstanden sind. Würden wir zu spezifisch werden und jetzt nur noch Parodien machen oder einen reinen Edgar-Wallace-Film - dann würden wir fehlgehen. Da wir nun aber eine Parodie auf Edgar Wallace machen und gleichzeitig eine Komödie und einen Kriminalfall erzählen, die jeder versteht, funktioniert es.
Kalkofe: Fantastisch. Fuchsberger vor allem ist das Größte. Wenn man es schafft, in so einer Parodie einen Gast-Auftritt von einem Original-Schauspieler zu bekommen, das ist ja das Übliche. Aber dass er eine Hauptrolle übernimmt und quasi eine Fortführung seiner Rolle spielt, nachdem er uns beim ersten Teil ignoriert hat und gar nicht mit uns sprechen wollte – ein schöneres Geschenk hätte man uns nicht machen können. Das Allerschönste daran ist, dass es auch ihm so einen Spaß gemacht hat.
Pastewka: Als er in unserem Prager Studio die ganzen Sets sah, meine ich in seinen Augen einen Edgar-Wallace-Glanz gesehen zu haben. Er sagte: "Mensch, hier sieht es ja wirklich aus wie im 'Schwarzen Abt'!"
Kalkofe: Er reiste in diese Zeit zurück, es war für ihn wie damals. "Ich kam als 79-Jähriger und gehe als 39-Jähriger", sagte er.