Wie wurde Bruce Wayne zu Batman? Regisseur Christopher Nolan erzählt die Vorgeschichte des Rächers im Fledermaus-Look in düsteren Bildern - und mit einem brillianten Christian Bale.

Christopher Nolans Film erzählt, wie aus dem Millionär Bruce Wayne der fledermausartige Superheld Batman wurde© Warner
Gotham City ist ein Moloch. Korruption und Kriminalität gedeihen hier prächtig. In den düsteren Straßen der Elendsviertel, aber auch in der angeblich heilen Welt der Gerichtssäle herrscht das Verbrechen. Nur einer kann die Bewohner retten: der fledermausartige Superheld Batman. Dies ist bekannt, in vier Kinofilmen durfte der selbsternannte Gesetzeshüter bereits Recht und Ordnung wiederherstellen. Dabei legte er sich mit etwa mit den Erzschurken Joker, Mr. Freeze oder dem Pinguin an. Im letzten Batman-Film lernten die Zuschauer dann auch noch seinen Gehilfen Robin kennen. Doch warum Batman einsam über die Dächer von Gotham City flitzt und kleine Kriminelle und große Schwerverbrecher jagt, blieb im Nebel der Vergangenheit verborgen. Den reißt Regisseur Christopher Nolan nun gründlich auf. Nachdem George Lucas erklärte, wie Darth Vader entstand, erfährt der Batman-Fan nun, wie aus dem Millionärssohn Bruce Wayne (Christian Bale) der Rächer der Rechtlosen wurde.
Dabei greift Filmemacher Nolan tief in die Trickkiste. Neben rasanten Schwertduellen, heftigen Explosionen und gewagten Verfolgungsfahrten überzeugen auch die Computeranimationen, etwa wenn tausende Fledermäuse dem bedrängten Batman zur Hilfe eilen. So sind dem Regisseur und seiner Crew spektakuläre Kampfszenen gelungen sowie Momente voller Spannung und Nervenkitzel. Doch an einem krankt "Batman Begins", ohne dass Darsteller und Produzenten etwas dafür können: das Ende ist von Anfang an klar. Batman wird den Endkampf mit dem Oberbösen unbeschadet überstehen. Denn in den zeitlich später liegenden, bereits lange bekannten Filmen, wird er seine Stadt weiter gegen die Schurken verteidigen - das ist sicher.
Mit diesem Problem haben aber alle Comicverfilmungen, etwa Spiderman, Dare Devil oder Elektra, zu kämpfen - denn Superhelden sterben nicht, und die wenigen Kratzer, die sie erleiden, verheilen bei ihnen im Handumdrehen. Die Spannung baut Regisseur Nolan deswegen um Waynes Weg zur Entscheidung auf, das Böse mit unkonventionellen Mitteln zu bekämpfen. Der Weg zum Guten ist für den Millionärssohn ein steiniger. Als Jugendlicher sieht er seine Eltern sterben. Bei einem Raubüberfall schießt ein Gangster erst seinen Vater, dann seine Mutter nieder. Als Jahre später vor Gericht über die frühzeitige Freilassung des Mörders verhandelt wird, wartet Wayne mit einem Revolver in der Manteltasche auf den Mann, um das Recht selber in die Hand zu nehmen. Doch ein Auftragskiller kommt ihm zuvor. Er wurde vom lokalen Gangsterboss bezahlt. Als Wayne keine Dankbarkeit zeigt, lässt der Oberschurke ihn von seinen Schlägern vermöbeln. Wayne landet in der Gosse und verlässt diese vorerst nicht mehr. Er macht sich als Außenseiter auf eine ziellose Wanderung durch die Welt.