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21. Dezember 2005, 11:56 Uhr

Übersetzen bis der Arzt kommt

Pädagogisch unwertvoll und politisch unkorrekt: "Terkel in Trouble" ist ein anarchisch-schräger Animationsfilm aus Dänemark. stern.de hat Bela B. von den Ärzten interviewt, der sämtliche Figuren synchronisiert hat.

Bela B. in Action: gelegentlich wild gestikulierend stand er bei den Synchronisationarbeiten im Studio

Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Ganz offiziell bin ich gefragt worden. Ich war der Wunschkandidat. Es wurde jemand gesucht, der auch singen kann. In den letzten Jahren habe ich auch Hörbücher gemacht, und Anfang des Jahres kam auf MTV eine Zeichentrickserie, in der ich eine Figur gesprochen habe. Deswegen wusste man, dass ich Sprecherfähigkeiten mitbringe. Die Herausforderung, alle Figuren bis zur kleinsten Nebenfigur zu sprechen, war aber schon ein Wagnis, auch für mich. Aber ich wollte das unbedingt machen.

Wie muss man sich das vorstellen - Sie sind im Studio gestanden und haben einen Dialog mit sich selbst geführt?

Ja, fast. Die ersten zwei Tage habe ich nur die Frauenrollen mit Kopfstimme gesprochen, das ist sehr anstrengend. Den Anfang machte Rita. Rita, die hypochondrische und kettenrauchende Mutter von Terkel, hat 50 Sätze oder Atmer oder Reaktionen. Die habe ich dann hintereinander durchgemacht. So lernt man eine Figur richtig kennen. Ich muss zugeben, dass ich nicht über die Bandbreite so vieler verschiedener Stimmen verfüge. Deswegen sind die Regisseurin Heike und ich das schauspielerisch angegangen, und ich habe jeder Figur Charaktereigenschaften gegeben. Dass ich dann tatsächlich so unterschiedlich klingen würde, hat mich selbst überrascht. Manchmal hatte die Regisseurin konkrete Vorstelllungen, manchmal kam ich mit Vorschlägen an, bei einigen Figuren hatte ich Sonderwünsche, so wurde jede Figur richtig erarbeitet. Wenn man überlegt, dass es 15 Hauptfiguren und 25 bis 35 Nebencharaktere gibt, kann man sich den Umfang der Arbeit vorstellen.

Sind Sie am Tisch gesessen, oder haben Sie die Rollen richtig gespielt?

Ich habe gestanden, sitzen hätte mich behindert. So richtig mit Körpereinsatz war die Rolle von Jason, dem besten Freund von Terkel. Der ist Hiphopper und stößt die Worte ganz knapp aus. Im dänischen Original ist das ein bisschen anders, aber bei deutschem Hiphop ist mir das aufgefallen. Ich habe immer Schlagbewegungen gemacht und musste aufpassen, dass ich die teuren Mikros nicht zerstöre. Aber das hat meiner Meinung nach der Figur Authentizität verpasst. Es war schon mehr, als nur die Stimmbänder zu benutzen.

"Terkel in Trouble" Zum ersten Mal kommt eine 3-D-Animation aus Dänemark in die Kinos: "Terkel in Trouble". Der schrill-bunte Trickfilm legte 2004 in der Heimat den erfolgreichsten Kinostart des Jahres hin. In der deutschen Fassung spricht Bela B. Felsenheimer alle Stimmen und singt auch alle Songs. Basierend auf einer Radio-Serie erzählt der Film von Teenager Terkels seltsamen Erlebnissen. Der hat ein hartes Los gezogen. Seine Mutter redet permanent und raucht pausenlos, sein Vater sagt grundsätzlich "nein", und seine kleine Schwester ist die Nervensäge schlechthin. Zum Glück gibt es aber seine Freunde Jason und Gunnar. Und Freunde braucht Terkel nötig, denn eines Tages fliegt eine Morddrohung durch sein Fenster... "Terkel in Trouble" ist eine schwarzhumorige Groteske, in der vielleicht mehr Wahrheit über das Leben an Schulen steckt, als man wahrhaben möchte.

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