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1. Februar 2012, 11:43 Uhr

Superstars und politische Anliegen

Knapp eine Woche vor dem Start der 62. Berlinale wird die Gästeliste immer länger. Doch das weltgrößte Publikumsfestival lebt nicht allein vom Superstar-Effekt.

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Die 62. Berlinale steht kurz bevor© Tobias Schwarz/Reuters

Es wird voll dieses Jahr auf dem roten Berlinale-Teppich. Bei Auftritten von "Twilight"-Vampir Robert Pattinson, Hollywood-Schönheit Angelina Jolie und Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan könnte es leicht zu Fan-Tumulten kommen. Auch Schauspieler wie Uma Thurman, Meryl Streep, Keanu Reeves, Billy Bob Thornton, Isabelle Huppert, Charlotte Rampling und Salma Hayek stellen bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin (9. bis 19. Februar) ihre neuen Werke vor.

Dabei geht es bei der Berlinale, dem wohl politischsten der großen Festivals, wie immer nicht nur um Starrummel. Unter den fast 400 Filmen sind viele, die die Folgen von Globalisierung, Krieg, Gewalt und Missständen in aller Welt zeigen. Zahlreiche Regisseure reisen mit Filmen über den Arabischen Frühling an. Auch zur Atomkatastrophe im japanischen Fukushima gibt es erste Filme zu sehen.

Angelina Jolie hat ihr Regiedebüt im Gepäck: das vor dem Hintergrund des Balkankrieges spielende Drama "In The Land Of Blood And Honey". Der deutsche Filmemacher Werner Herzog zeigt seine Dokumentation "Death Row" über zum Tode verurteilte Mörder. US-Regisseurin Alison Klayman beschäftigt sich in "Ai Weiwei: Never Sorry" mit dem in seiner Heimat verfolgten chinesischen Künstler. In "Rebelle" von Kim Nguyen geht es um eine afrikanische Kindersoldatin aus dem Kongo.

Stammgäste im Berlinale-Wettbewerb

18 Filme, alles Weltpremieren, konkurrieren im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären - darunter drei Werke von deutschen Filmemachern. Weitere Regiearbeiten kommen aus Frankreich, Indonesien, Griechenland, Italien, Spanien, Ungarn, Dänemark, dem Senegal und den USA. Die deutschen Wettbewerbsfilme erzählen von privaten Tragödien: In "Barbara" von Christian Petzold ("Yella") spielt Nina Hoss eine DDR-Ärztin, die ihr Land verlassen will. Hans-Christian Schmids ("Sturm") Drama "Was bleibt" erzählt von einer depressiven Ehefrau und Mutter und dem Umgang ihrer Familie mit der Krankheit - in den Hauptrollen Corinna Harfouch, Lars Eidinger und Ernst Stötzner.

Bären-Chancen hat außerdem Matthias Glaser ("Der freie Wille") mit "Gnade" - Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr sind in dem Film als nach Norwegen ausgewandertes Paar zu sehen, dessen Leben durch einen Unfall aus den Fugen gerät. Alle drei Regisseure sind Stammgäste im Berlinale-Wettbewerb. Außer Konkurrenz läuft in der Special-Reihe Doris Dörries Liebesfilm "Glück", der nach einer Erzählung des Autors und Anwalts Ferdinand von Schirach entstand.

Es gibt auch Action und Spaß auf der Berlinale: Der indische Schauspieler und Frauenschwarm Shah Rukh Khan zeigt seinen in Berlin gedrehten Film "Don - The King Is Back". Spannung verspricht der US-Thriller "Haywire" von Steven Soderbergh, unter anderem mit Ewan McGregor und Michael Fassbender. In der britischen Maupassant-Verfilmung "Bel Ami" versprüht Robert Pattinson seinen Charme an Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci.

Ehren-Bär für Meryl Streep

Die Hollywoodstars Sandra Bullock und Tom Hanks spielen die Hauptrollen in Stephen Daldrys Oscar-Kandidaten "Extrem laut und unglaublich nah" nach dem Bestseller von Jonathan Safran Foer. "Wenn wir Meryl Streep den Ehren-Bären überreichen, dürfte das auch ein ganz besonderer Abend werden", verspricht Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Oscar-Anwärterin Streep zeigt auf dem Festival ihren kontrovers diskutierten Film "Die Eiserne Lady", in dem sie die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher spielt.

Eröffnet wird die Berlinale am 9. Februar mit dem französischen Revolutionsdrama "Les Adieux À La Reine". Die in Hollywood und Frankreich erfolgreiche Deutsche Diane Kruger ("Inglourious Basterds", "Barfuß auf Nacktschnecken") spielt darin Königin Marie Antoinette. Die Qual der Wahl hat dann die Jury unter Vorsitz des britischen Regisseurs Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Das siebenköpfige Gremium entscheidet über die Bären-Gewinner. In der Jury sitzen auch der iranische Regisseur Asghar Farhadi, der im vergangenen Jahr mit "Nader und Simin. Eine Trennung" den Goldenen Bären gewann, sowie die Schauspieler Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg und Barbara Sukowa.

Elke Vogel, DPA
 
 
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