HOME

Stern Logo Berlinale

Christian Bale und "Yves Saint Laurent" begeistern Publikum

Ein Oscar-Favorit und ein französischer Kassenschlager begeistern das Berlinale-Publikum. Besonders Christian Bale erntet Applaus. Berlin wartet aber schon gespannt auf das nächste Großereignis.

Große Kontraste bei der Berlinale: Mit der satirischen Gaunerkomödie "American Hustle" und der bewegenden Lebensgeschichte "Yves Saint Laurent" haben am Freitagabend zwei sehr unterschiedliche Filme Deutschlandpremiere gefeiert - beide mit großem Applaus.

An "American Hustle", dem mit zehn Nominierungen heißesten Oscar-Anwärter, fasziniert US-Regisseur David O. Russell das Spiel mit den wechselhaften Seiten der Charaktere. "Wir wollten etwas Weitergehendes sagen: Jeder in diesem Raum ist ein Schauspieler, jeder schafft sich seine eigenen Identitäten", sagte der 55-Jährige.

Die Schauspieler Christian Bale ("American Psycho", "The Dark Knight") und Bradley Cooper ("Hangover") brachten Hollywood-Glamour auf den roten Teppich. Vor dem Friedrichstadtpalast wurde gekreischt, Hunderte Handyfotos wurden geschossen. Die Gaunerkomödie basiert auf einem realen Politskandal aus den frühen 1980er Jahren um korrupte Kongressabgeordnete und Wirtschaftskriminalität.

Im vergangenen Jahr holte Schauspielerin Jennifer Lawrence als sexsüchtige Witwe in der David-O-Russel-Komödie "Silver Linings" einen Oscar. Ein Jahr später könnte ein Part in "American Hustle" der 23-Jährigen schon den zweiten Academy Award einbringen. Auch Christian Bale verdankt seinen Oscar einem Film des US-Regisseurs. Zudem könnte der Film endlich den großen Preis für Amy Adams bringen. Zum vierten Mal wurde sie dank der Gaunerkomödie für einen Oscar nominiert.

Vornehme Zurückhaltung im Zoo Palast

Mit der Leinwandbiografie "Yves Saint Laurent" startete im wiedereröffneten Zoo Palast die Panorama-Reihe der Berlinale. Der erst 24 Jahre alte französische Shootingstar Pierre Niney spielt den 2008 gestorbenen Großmeister der Haute Couture, der trotz aller Affären und Drogenexzesse zeitlebens seinem Partner Pierre Bergé (Guillaume Gallienne) verbunden blieb.

Der heute 83-jährige "echte" Bergé wurde in Berlin mit herzlichem Applaus empfangen. "Ich bin sehr, sehr gerührt. Und ich glaube, es ist richtig, nichts zu sagen", meinte der ältere Herr mit belegter Stimme. In Frankreich sahen den Film von Regisseur Jalil Lespert seit Anfang Januar schon mehr als 1,5 Millionen Menschen, in Deutschland kommt er Mitte April in die Kinos.

Warten auf Clooney

Mit Spannung wurde am Samstag bei der Berlinale George Clooneys Kunstschatz-Drama "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" erwartet. Insgesamt sind bei dem elftägigen Festival mehr als 400 Filme zu sehen, 20 bewerben sich um eine der begehrten Bären-Trophäen.

ono/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo