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Berlinale-Jury will sich politisch zurückhalten

Man kennt die Berlinale als politisches Festival. Die angespannte politische Lage mit Blick auf US-Präsident Donald Trump soll jedoch nicht im Vordergrund stehen, sondern die Bühne freigeben für mutige und gut erzählte Filme. 

Menschen stehen an einem Ticketschalter für Karten für die 67. Berlinale an

"Ich hoffe, dass die Jury-Mitglieder erstmal auf die Qualität der Filme achten - ohne politische Vorurteile", sagte der diesjährige Berlinale-Jury-Präsident Paul Verhoeven.

In diesen Tagen ein Filmfestival zu veranstalten, bei dem die angespannte Weltlage nicht in den Vordergrund tritt, ist eine Herausforderung. Die Berlinale hatte in den letzten Jahren ihren Ruf als politisches Festival etabliert. Nun ruft die Berlinale-Führung dazu auf, die Politik in den Hintergrund zu stellen.

"Ich hoffe, dass die Jury-Mitglieder erstmal auf die Qualität der Filme achten - ohne politische Vorurteile", sagte Jury-Präsident Paul Verhoeven am Donnerstag in vor Beginn des elftägigen Festivals. Er setze darauf, möglichst viele unterschiedliche, zornige und mutige Filme zu sehen, über die die Jury in vollem gegenseitigem Respekt streiten könne.

18 Filme bewerben sich um einen Berlinale-Bären

Die sieben Mitglieder des internationalen Gremiums müssen in den kommenden zehn Tagen über die Vergabe des Goldenen und mehrerer Silberner Bären entscheiden. 18 Filme bewerben sich um die renommierten Auszeichnungen, die am 18. Februar vergeben werden.

Der mexikanische Schauspieler und Produzent Diego Luna ("Abel") betonte: "Wir sind nicht dazu da, Botschaften zu senden. Wir sind dazu da, Botschaften zu empfangen." Allerdings werde er sich im einst geteilten Berlin auch darüber informieren, wie man Mauern einreiße, sagte Luna in Anspielung auf den von Donald Trump geplanten Schutzwall an der Grenze zu Mexiko.

Internationale Jury schätzt Weltoffenheit der Berlinale

Auch US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal verzichtete nicht auf einen Seitenhieb in Richtung Trump. "Bitte, bitte, Sie sollen alle wissen, dass es bei uns sehr viele gibt, die Widerstand leisten", sagte sie vor Vertretern der internationalen Medien.

Der chinesische Regisseur Wang Quan'an, der 2007 mit seinem poetischen Drama "Tuyas Hochzeit" den Goldenen Bären gewonnen hatte, bedankte sich bei der Berlinale für die nachhaltige Unterstützung des chinesischen Films.

Offenheit und Vielfalt zeichneten das Festival seit jeher in besonderer Weise aus, sagte der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson. "Das ist für mich große Kunst - dass sie es dem Zuschauer erlaubt, das Gefühl zu haben: Ich bin Teil der Welt, ich gehöre dazu."

Weitere Mitglieder der Jury sind die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch ("24 Wochen") und die tunesische Produzentin Dora Bouchoucha Fourati ("Hedi").

sve/DPA

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