Ovationen für Meryl Streep: Die Oscarpreisträgerin erhält auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären. Und Laudator Jake Gyllenhaal plaudert launig aus dem Nähkästchen.
Die US-Schauspielerin Meryl Streep ist auf der Berlinale für ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet worden. Die Oscar-Preisträgerin erhielt die Ehrung anlässlich der Vorstellung ihres jüngsten außerhalb des Wettbewerbs laufenden Kinofilms "Die Eiserne Lady". Darin schlüpft Streep in die Rolle der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Ihr Laudator, Jurymitglied Jake Gyllenhaal, hielt eine launige Rede.
Noch als Kind und Freund von Streeps Sohn Henry habe er mächtig Angst vor ihr gehabt, verriet Gyllenhaal unter dem Gelächter des Publikums. Der Film "Der Teufel trägt Prada", in dem Streep eine herrische Magazinchefin spielt, habe schreckliche Erinnerungen ausgelöst.
Ernster erklärte der 31-Jährige, man merke es Streep in den Filmen immer an, dass sie Freude daran habe. Selbst die schlechten Werke würden durch ihre Präsenz aufgewertet. Am meisten sei er jedoch davon beeindruckt, wie gut sie als Elternteil gewesen sei. "Sie ist eine außergewöhnliche Mutter und genauso eine außergewöhnliche Schauspielerin." Dass Streep beide Rollen so gut gemeistert habe, mache sie aus seiner Sicht zur Ikone.
In ihrer Dankesrede würdigte die 61-jährige Schauspielerin verstorbene Künstlerkollegen, darunter Robert Altman, William Styron und Sydney Pollack. "Ich vergesse nie, wie dankbar ich ihnen bin." Einen Sonderapplaus holte Streep für ihren langjährigen Maskenbildner J. Roy Helland. Dieser sorgte mit dafür, dass die Amerikanerin in ihrem neuen Film der "Eisernen Lady", der mittlerweile an Demenz erkrankten Margaret Thatcher, verblüffend ähnelt. Die Rolle der ehemaligen britischen Premierministerin brachte Streep die 17. Oscarnominierung ein. Ihren Ehemann auf der Leinwand spielt Jim Broadbent.
Als links denkende Schauspielerin habe sie viel Überraschendes über die konservative englische Politikerin erfahren, etwa, dass diese keine Abtreibungsgegnerin gewesen sei, erzählte der Hollywoodstar auf der Berlinale-Pressekonferenz. Und ob es der Politikerin gefalle oder nicht: "Sie war eine Feministin."
Auf die Frage, ob es nicht übertrieben sei, wenn sie manchmal als weltweit beste Schauspielerin beschrieben werde, sagte Streep: "Ja, sicher". Es gebe viele herausragende schauspielerische Leistungen, gerade von Frauen, von denen viele noch nicht einmal nominiert worden seien.
Ein besonderes Geschenk erhielt Streep von einem russischen Kollegen. Der schenkte ihr eine Matroschka, wobei die ineinandergesteckten Puppen jeweils die Züge von Streep in unterschiedlichen Rollen zeigen. "Das ist gut, sie haben mir eine kleinere Nase gemacht", freute sich der Weltstar.
Meryl Streep feierte seit Ende der 1970er Jahre zahlreiche Erfolge auf der Leinwand, unter anderem in "Kramer gegen Kramer", "Sophies Entscheidung", "Out of Africa", "Der Teufel trägt Prada" und "Mamma Mia". Streep wurde zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet und war 16 mal für die begehrteste Auszeichnung der Filmbranche nominiert.