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Preisträger Panahi droht juristisches Nachspiel

Der in seiner Heimat verfolgte iranische Regisseur Panahi wurde auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären geehrt. Jetzt droht ihm wegen seines heimlich gedrehten Films "Geschlossener Vorhang" Ärger.

Weil Panahi Kritik an der iranischen Regierung äußerte, wurde er im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt

Weil Panahi Kritik an der iranischen Regierung äußerte, wurde er im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt

Nach der Auszeichnung seines Films "Geschlossener Vorhang" bei der Berlinale droht dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi zu Hause Ärger. Nach Angaben der Teheraner Presse vom Dienstag hat das iranische Kultusministerium die Produktion des Films als "illegal" bezeichnet und auch wegen der Aufführung und der Auszeichnung Protest eingelegt. Damit könnte es zu einem juristischen Nachspiel für Panahi kommen.

"Im Iran müssen Filme mit Erlaubnis gedreht und auch mit Erlaubnis ins Ausland geschickt werden, daher ist die Produktion und Aufführung dieses Films illegal und dementsprechend eine Straftat", sagte Vize-Kultusminister Dschawad Schamaghdari. Bis jetzt habe man "Geduld" gezeigt, so der Vizeminister. "Aber nicht wir, sondern die Polizei ist für sowas zuständig", sagte Schamaghdari ohne weitere Erläuterungen.

Panahi hatte am Sonntag zusammen mit seinem Co-Regisseur Kamboziya Partovi den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten. Den Preis in Berlin nahm Partovi entgegen, da Panahi das Land nicht verlassen darf. Wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung wurde Panahi im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt. Panahi steht seitdem unter Hausarrest. Trotz Hausarrest und Berufsverbot, drehte er heimlich den Film "Geschlossener Vorhang" am Kaspischen Meer im Nordiran.

vale/DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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