Am Freitag wird der 51. Deutsche Filmpreis verliehen. Gibt?s was zu feiern? Sicher: gute Filme. Aber alle nominierten hatten zusammen nicht mal fünf Millionen Zuschauer. Ohne Subventionen wäre der Deutsche Film am Ende ? und selbst damit tut sich die Branche schwer. Szenen aus einem harten Gewerbe

Hannelore Hoger ist Bella Block. Warumbekommt sie keine anderen Rollenangebote?
Von Andreas Albes
Es riecht nach Angst, denkt sie. Dieser Geruch, muffig und nach Schweiß, er hängt im Teppich und in den blauen Vorhängen, mit denen die Fenster verdunkelt sind. Scheinwerfer sind auf ihren Körper gerichtet. Der Raum ist heiß und eng. Die Männer, die hinten an der Wand lehnen, kann sie nur schemenhaft erkennen. Alle starren sie an. Sie spürt, wie sich rote Flecken auf
ihrem Hals bilden.
»So, jetzt machen wir das mal ganz locker, nur zur Probe«, sagt eine Stimme.
Sie lächelt. Seit dem Moment, als sie das graue Gebäude in der Kölner Innenstadt betreten hat, hat sie jeden angelächelt. »Sei auch nett zum Produktionsfahrer«, hat mal jemand zu ihr gesagt, »er könnte morgen der Produzent sein.«
»Kamera läuft. Und los!«
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Die roten Flecken am Hals sind schlimmer geworden. Wie sie diese Casting-Termine hasst! Aber diese Rolle wäre der erste Schritt ins Filmgeschäft. Wer weiß, wie die von der Casting-Agentur ausgerechnet auf sie gekommen sind? Irgendwo zwischen den 6000 Videos, die hier von Schauspielerinnen eingelagert sind, hat ihres gestanden. Mit einem netten Foto drauf und ein paar dürren Infos: Stefanie Mensing, Jahrgang 1976, Größe 171 cm, Führerschein Klasse 3. Ausbildung: Arturo Schauspielschule Köln. Dialekte: Ruhrpott, Kölsch.