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29. Oktober 2001, 17:21 Uhr

"Helden langweilen mich"

Er wolle künftig komischer sein, hat Bruce Willis verkündet. Im Interview spricht der Action-Star über leichte Stoffe und schwere Verluste.

Bruce Willis und Billy Bob Thorntonin "Banditen!"© Presse

So, Mr. Willis, Sie wollen also - wie nach dem 11. September angekündigt - keine Actionfilme mehr drehen?

So kann man das nicht sagen. Es ist richtig, dass ich derzeit Komödien bevorzuge. Das liegt aber daran, dass es keine neuen Ideen gibt im Actiongenre. Fast alle Drehbücher erinnern mich an Filme, die es schon gibt. Da geht's meistens um Gefahren aus dem Weltraum und Kriege, bei denen der Held alles Böse im Alleingang besiegt. Das langweilt mich. Wenn mir aber wieder ein guter, innovativer Actionfilm angeboten wird, sage ich nicht nein.

In der Komödie »Banditen!« spielen Sie eine Mischung aus hartem Gangster und nettem Muffel, werden also dem alten Actionimage wenigstens noch teilweise gerecht.

Nun, mir hat einfach das Drehbuch gefallen - die Idee, dass zwei Ganoven im Haus des Bankdirektors schlafen, bevor sie am nächsten Morgen dessen Bank ausrauben.

Steckt viel von diesem Banditen in Ihnen?

Früher war ich genauso impulsiv, aber das hat sich mit der Geburt meiner ersten Tochter geändert. Als Vater wird man automatisch verantwortungsbewusster.

Vor einigen Monaten starb Ihr jüngerer Bruder Robert im Alter von 42 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Inwiefern hat das Ihre Lebenseinstellung verändert?

Sein Tod hat mich daran erinnert, wie zerbrechlich das Leben ist. Schon mit 19 habe ich mehrere Freunde verloren. Das hat mich geprägt. Ich versuche, jeden Tag sehr intensiv zu leben, so viel Spaß wie möglich zu haben. Es mag komisch klingen, aber ich denke jeden Morgen an den Tod.

Auch in Hollywood grassiert die Angst vor weiteren Terroranschlägen und Anthrax-Briefen. Öffnen Sie noch Ihre Fanpost?

Ich bekomme seit 14 Jahren keine Post mehr, ich habe nicht mal einen Briefkasten am Haus. Wichtige Unterlagen erhalte ich per FedEx, alles andere landet bei meinem Agenten. Und es gibt ja Handys und E-Mail.

Interview: Andreas Renner

 
 
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