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20. August 2008, 10:59 Uhr

Der Blockbuster-König

Der neue "Batman"-Film ist das Muss dieses Kinosommers, und zwar nicht nur wegen Heath Ledgers letzter Rolle als "Joker". Den Triumph verdankt "The Dark Knight" vor allem einem Mann: Chris Nolan, dem Regisseur, der alles darf und alles kann. Und zwar nicht nur auf dem Feld der Regiekunst. Von Olaf Schneekloth

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Chris Nolan interessiert sich für Licht und Schatten. Und raffinierte Rückblenden. In "The Dark Knight" erzählt der Regisseur aber ausnahmsweise einmal ganz linear© Mario Anzuoni/Reuters

OK, der mediale Rummel um "The Dark Knight" steht zwar schon lange in keinem Verhältnis mehr zu dem Film, der am 21. August bei uns anläuft. Er ist aber trotzdem gerechtfertigt, denn dieser bietet außergewöhnliches, ambitioniertes Actionkino mit Tiefgang. Und dass der "Joker" mit seinem verschmiertem Grinsen Hannibal Lecter zum zweitgrößten Filmbösewicht aller Zeiten degradiert, schmälert das schaurig schöne Filmvergnügen auch nicht gerade.

Der neue Batman ist ein künstlerischer und kommerzieller Überflieger - genau wie sein Regisseur Christopher Nolan. Ein gebürtiger Londoner, gerade 38 geworden, der einen ganz ähnlichen Blitzstart hinlegte wie sein jüngstes Werk. Das Spektakel spielte in den USA in nur drei Tagen die Rekordsumme von mehr als 150 Millionen Dollar ein, war vier Wochen hintereinander die Nr. 1 in den Kinocharts, und befindet sich längst jenseits der 400-Millionen-Dollar-Marke.

Intelligente Massenunterhaltung ist möglich

Christopher Nolan krempelte in lediglich zehn Jahren mit fünf innovativen Filmen wie "Memento" (2000) und "Batman Begins" (2005) ganz Hollywood um. So einen fixen Aufstieg in der Hierarchie - vom Indie-Regisseur zum Blockbuster-König - hat vor ihm noch keiner geschafft. Und dann noch mit so einem gewagten Ansatz: Das Publikum möchte nicht für dumm verkauft werden, intelligente Massenunterhaltung ist möglich. Damit hat er Kritiker und Zuschauer gleichermaßen überzeugt, und die großen Hollywoodstudios machen gern die nötigen Scheinchen locker. Zumal sie wissen, dass die bei Nolan gut angelegt sind.

Denn seine Filme tauchen regelmäßig in Bestenlisten auf und waren alle finanziell erfolgreich. Außerdem arbeitet er bei aller Experimentierfreude höchst diszipliniert, effektiv und verliert nie den Überblick. Dabei kümmert Nolan sich um viel mehr als nur die Regie. Beispielsweise entwickelte er Batmans neuestes Vehikel Bat-Pod mit - ein bizarres Bike mit so breiten Reifen, dass es selbst im Stand nicht umkippt - und bastelte in der eigenen Garage am Prototypen. Außerdem ließ er einige Szenen, wie die Eröffnungssequenz des Banküberfalls, mit aufwändiger IMAX-Technik drehen.

Klotzen mit Verstand

Nolan hat nie verhehlt, filmisch klotzten zu wollen, statt zu kleckern. Aber er verpulvert eben nicht sinnlos Geld. Das gefällt den Finanziers. Wenn er möchte, dass ein kompletter (ausrangierter) Gebäudekomplex stilvoll in die Luft gejagt wird, dann nicht aus Größenwahn, sondern damit der Joker unbeeindruckt wegschlendern kann, während hinter ihm die Hütte brennt. Ein grandioser Effekt, der jeden Cent wert ist. Übrigens genauso wie der (nicht computeranimierte!) Truck, der samt Anhänger mitten in Gotham City (bzw. Chicago) eine Rolle vorwärts macht. Dafür muss man erstmal eine Genehmigung bekommen!

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
bmpost (21.08.2008, 14:16 Uhr)
Falsch!
zumindest Peter Jackson und Sam Raimi haben aus dem Stand eine ähnliche Karriere hingelegt. Und zwar ebenso wohl verdient! Dabei ging Jackson als absoluter Amateur ins Rennen, ohne Filmstudium o. ä. sondern nur mit Enthusiasmus und der Liebe zum Medium Film. Vom Erstling, dem Splatterfest Bad Taste bis zu sienem Meisterwerk Heavenly Creatures vergingen gerade mal vergingen gerade mal 7 Jahre. Dazwischen machte er mit Braindead und The Frighteners Furore. DASS soll erstmal einer nachmachen!
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