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"Wir verstehen die Aufregung nicht so ganz"

Constantin Film lässt auf Youtube Hitler-Parodien löschen, die eine Szene aus "Der Untergang" verwenden. Vorstandsmitglied Martin Moszkowicz erklärt auf stern.de, was das soll.

Herr Moszkowicz, die Hitler-Parodien auf Youtube gibt es seit Jahren. Warum fängt die Constantin jetzt mit dem Löschen an?
Wir nehmen die schon seit Jahren vom Netz. Es ist unsere Strategie, gegen jede Art von Urheberrechtsverletzung im Internet vorzugehen - und zwar unabhängig davon, um welchen Film es sich handelt. In diesem speziellen Fall haben wir jetzt etwa ein gutes Dutzend Beschwerden bekommen, aber auch ungefähr ein gutes Dutzend Zustimmungs-Mails. Wir verstehen die Aufregung nicht so ganz.

Wenn man bei Youtube "Hitler" eingibt, ist dieser Wutanfall der erste Treffer. Die Parodien sind sozusagen schon ein Standard.


Bei Urheberrechtsverletzungen gibt es keine Standards. Wir wollen uns natürlich nicht zum Wächter aufspielen über das, was witzig ist und was nicht, was guter Geschmack, was schlechter. In rechtsradikalen Kreisen kursiert zum Beispiel eine Version, in der Hitler sich beschwert, dass er nicht alle Juden umgebracht hat ...

Antisemitismus und Volksverhetzung sind ja noch mal ein besonderes Problem von Youtube.


Was ich damit sagen will: Es geht uns nicht um die Moral, sondern darum, unsere Filme zu schützen. Das geht vor. Da müssen wir auch die eine oder andere Hate-Mail aushalten. Aber ich glaube auch, dass die Leute anders reagieren, wenn sie wissen, um was es in dieser Szene geht. Vielen ist gar nicht klar, dass zu dem Zeitpunkt, als Hitler mitgeteilt bekommt, dass er den Krieg verloren hat, in Europa viele Millionen Menschen gestorben sind.

Wann hat das Löschen der Hitler-Parodien angefangen?


Sobald sie aufgetaucht sind. Seit zwei oder drei Jahren.

In einigen Foren heißt es, die Löschaktion sei Anti-PR für die Constantin. Macht Ihnen das Sorgen?


Wir halten das Internet für ein außerordentlich wichtiges und effektives Marketinginstrument, aber wir ziehen es dann doch vor, die Verbreitung und das Marketing unserer Filme selbst zu kontrollieren. (lacht) Ernsthaft: Das ist ein urheberrechtlich geschützter Film, den wir für viel Geld hergestellt haben und auf den wir sehr stolz sind. Es geht darum, dass wir nicht mögen, dass Teile oder der ganze Film im Internet unentgeltlich dupliziert werden.

Interview: Sophie Albers

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo