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15. Juni 2010, 17:25 Uhr

"Hangover" schlägt Kuschelvampire

Während das Kino tot geredet wird, machen Filme auf dem zweiten Verwertungsweg um so mehr Karriere. In den USA gehört Video-on-Demand zum Alltag. Und die bitterböse Las-Vegas-Komödie "Hangover" ist der erfolgreichste aller Leihfilme.

Hangover, Video on Demand, Twilight, USA, Deutschland

Drei Männer und ein Baby, aber ganz anders: "Hangover"© Warner Bros., Frank Masi/AP

Die Geschichte dreier kaputter Typen, eines fehlenden Zahns und eines herrenlosen Tigers war der Kino-Überraschungshit des Jahres 2009. Bei bescheidenen 35 Millionen Dollar Produktionskosten - geradezu Peanuts für Hollywoodverhältnisse - hat die Las-Vegas-Komödie "Hangover" seit dem Start am 5. Juni 2009 allein in den USA 277,3 Millionen Dollar an der Kinokasse eingespielt. In Deutschland sind es 14.1 Millionen Euro (knapp 17,5 Millionen Dollar).

Doch damit ist die Erfolgsgeschichte noch lange nicht am Ende. Ein Jahr später stellt der wohl beste Filmriss aller Zeiten noch einen ganz anderen Rekord auf: Während Video-on-Demand - der gewünschte Film wird für den Gebrauch zuhause über das Internet geladen - in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, gehört der Medienservice in den USA zum Alltag. Um die Beliebtheit dieser Unterhaltungsform zu ergründen, stellte der Anbieter Avail-TVN anhand der Daten von mehr als 14 Millionen US-Haushalten fest, welche Filme denn am häufigsten abgerufen würden, wie der Branchendienst "Multichannel News" berichtet. Anders als erwartet waren es nicht die "Twilight"-Vampire. Sondern eben die Typen mit dem Filmriss in Vegas.

Clint Eastwood und Sandra Bullock

Die Kuschelvampire folgen allerdings auf Platz zwei. Drei geht an Clint Eastwoods "Gran Torino", vier an "Mein Schatz, unsere Familie und ich" mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon, und auf Platz fünf schließlich lächelt Sandra Bullocks Beziehungskomödienerfolg "Selbst ist die Braut".

Neben der zunehmenden Bedeutung von Video-on-Demand - die Filme stammen alle aus den vergangenen drei Jahren - macht der Sieg der Low-Budget-Produktion "Hangover" eines deutlich: Erfolgreiches Kino braucht nicht unbedingt Spezialeffekte und 3D, es braucht vor allem gute Charaktere und Geschichten.

sal
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Preston (16.06.2010, 22:59 Uhr)
Gran Tourino war auch kein intellektuelles Schwergewicht...
- und die Pointe von "Hangover" dafür umso brillianter.
Aber danke für die Erkenntnis, daß Hollywood-Komödien erfolgreicher sind als deutsche Autorenfilme. Glückwunsch!
tannebaum (16.06.2010, 13:41 Uhr)
je weniger inhalt, desto erfolgreicher...
was soll man dazu sagen??? gran torino ist die intelligente ausnahme in einer reihe von unsinnigen leichtgewichten.
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