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26. Februar 2009, 19:03 Uhr

Der billige Goldjunge

Die Verleihung der Academy Awards für das Filmjahr 2008 war wie immer eine perfekte Show. Doch auch Hollywood zeigt Kostenbewusstsein. Zumindest beim großen Gewinner des Abends. Von Sophie Albers

Oscars, Academy Awards, Los Angeles, roter Teppich, Stars, Academy of motion picture arts and sciences

Was andere Leute auf dem Bankkonto haben, hatte Heidi Klum an den Ohren© Robyn Beck/AFP

Es geht auch billiger. Neben eingeschrumpften Partys und kostengünstigeren Werbeminuten beim Oscar-Sender hat bei den 81. Academy Awards ein kleiner Film einen großen auf die hinteren Plätze verwiesen. David Finchers Spezialeffekte-Spektakel "Der seltsame Fall des Benjamin Button" verlor gegen Danny Boyles Armenviertel-Märchen "Slumdog Millionaire" - und das Bankengebäude-hoch.

13 Mal war "Benjamin Button" nominiert, auch in allen Hauptkategorien. Gewonnen hat er jedoch "nur" in den drei "Untersparten" Ausstattung, Spezialeffekte und Make-Up. Der zehn Mal vorgeschlagene "Slumdog Millionaire" gewann acht Oscars - in den Königskategorien Bester Film und Regie sowie für Kamera, Drehbuch, Ton-Schnitt und -Mix, Soundtrack und Song.

Der wunderbare Siegeszug ist in Zeiten der Krise ein perfektes Beispiel für die Kosteneffizienz: Fincher brauchte 150 Millionen Dollar, um die Geschichte des immer jünger werdenden Brad Pitt auf die Leinwand zu bringen. Boyle erzählte das mitreißende Märchen vom Jungen aus dem Elendsviertel Mumbais, der es in der indischen Version von "Wer wird Millionär?" bis zur letzten Frage schafft, für gerade mal 15 Millionen Dollar. In Hollywood könnte eine neue Ära der Finanzierungspolitik anbrechen.

Schmuck für drei Millionen

Nur auf dem roten Teppich war die Kunde von der zurückhaltenden Eleganz noch nicht angekommen. Dort wurde geprotzt wie zu besten Wirtschaftswunderzeiten. Wenn auch erst auf den zweiten Blick. Die Roben waren schlicht in Farbe und Form, wenn ausladend, dann Vintage.

An Hals und Ohren gab es allerdings kein Halten, was Gewicht und Preis angeht: Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz trug zum weißen Corsagen-Kleid Schmuck im Wert von rund drei Millionen Dollar. TV-Model Heidi Klum hatte Geschmeide im Wert von fast einer Million Dollar angelegt, wobei vor allem die Ohrringe ins Gewicht fielen. Anne Hathaway trug Juwelen für rund 750.000 Dollar spazieren. Wenn die Damen all ihr Geschmeide zusammenschmeißen würden, käme genug Kapital für einen kleinen, feinen Film zusammen. Vielleicht gewinnt nächstes Jahr ein Drama über ein afrikanisches Dorf, das sich gegen prominente Adoptionen wehrt. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist alles möglich.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Eisenbaer (26.02.2009, 10:11 Uhr)
Buntes Blech...
...mit ein paar schimmernden Steinen am Ohr. Und?
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