Fünf Jahrzehnte lang galt Orson Welles' "Citizen Kane" als bester aller Filme. Nach der Neuwahl reicht es nur noch für Platz zwei. Der jüngste Film in den neuen Top Ten stammt übrigens von 1968.
Einmal im Jahrzehnt lässt das Britische Filminstitut die besten Filme aller Zeiten wählen. Das Ergebnis steht dann im Branchenmagazin "Sight and Sound" nachzulesen. Für die 2010er ist es nun wieder soweit: 846 Filmkritiker, Programmdirektoren, Wissenschaftler und Filmverleiher haben gewählt. Größte Überraschung ist eine neue Nummer eins. Die 50-jährige Herrschaft von Orson Welles' "Citizen Kane" ist damit beendet. Nachdenklich stimmt die Tatsache, dass der jüngste Film unter den besten Zehn von 1968 stammt. Kam danach nichts mehr?
Platz 10 jedenfalls belegt Federico Fellinis gefeierte Schreibblockaden-Oper "8 1/2" aus dem Jahr 1963. Autobiografisch getrieben (Der Titel ist eine Anspielung auf die Anzahl der Filme, die Fellini zur Drehzeit bereits realisiert hatte) erzählt der Film von der Schaffenskrise des Regisseurs Guido Anselmi (gespielt von Marcello Mastroianni). Der fühlt sich von allem und jedem - vom Drehbuchautor bis zur Geliebten - bedrängt und flüchtet vor der Frustration über mangelnde Inspiration in Tagträume. Am Ende ist das Leben aber eben doch "ein Fest".