
© Columbia Tristar
1997 kam mit "Anaconda" ein echter Horror-Schocker ins Kino, in dem eine riesige Würgeschlange die Hauptrolle spielte. Produzentin Verna Harrah hat acht Jahre lang an der Fortsetzung gearbeitet. Die bietet nun wieder Schlangenfutter der Güteklasse A.
Die Tierschocker bilden ein eigenes Genre im Horrorfilm - und das bereits seit mehreren Jahrzehnten. Wer kennt sie nicht, die garstigen Schocker, in denen riesengroße Ameisen, Spinnen, Bienen oder Echsen die Bevölkerung dezimieren. Viele lieben diese Filme, weil sie oft ihren ganz eigenen Humor haben und so schön vordergründig sind. Hier geht es eben nicht um den sezierenden Psychohorror, der bei so vielen "normalen" Horrorfilmen für lang anhaltende Alpträume sorgt. Stattdessen ist die Situation beim Tier-Schocker ganz klar: Es gibt eine Gruppe Charaktere und ein Monster. Ergo: Irgendwie muss das Monster vernichtet werden. Und das können 99 Prozent der Gruppe nicht überleben. Also erwächst die Spannung aus der Überlegung: Wer stirbt wann - und wie?
Das Prinzip der zehn kleinen Negerlein kommt auch im Film "Anacondas" zum Tragen, den Regisseur Dwight H. Little im dichten Dschungel der Fitschi-Inseln gedreht hat.
Im Film geht es um das ganz große Geld. Wissenschaftler haben festgestellt, dass es im Dschungel von Borneo eine Pflanze gibt, deren Säfte das Geheimnis der Unsterblichkeit enthalten. Leider blüht das edle Gewächs nur alle sieben Jahre. Deswegen brechen die Forscher mitten in der Regenzeit zu einer Expedition auf. Sie heuern einen gestrandeten Abenteurer an, der wagemutig und verzweifelt genug ist, in dieser gefährlichen Zeit den Fluss hinauf ins Innere von Borneo zu fahren.
"Anacondas" bietet uns in diesem Teil des Films viele unverbrauchte Schauspielergesichter, eine stimmige Hintergrundgeschichte und vor allem atemberaubende Landschaftsaufnahmen an. Man fühlt mit den einzelnen Charakteren, trägt ihre Konflikte mit aus und erfreut sich an der tollen Kulisse. Da knallt es natürlich umso mehr, wenn die erste Riesenschlange auftaucht und sich das erste Opfer holt.
Die Trickszenen im Film sind sehr gut gelungen. Dabei spritzt kein unnötiges Blut. Viel effektvoller ist es, wenn der Film aus der Vogelperspektive zeigt, wie das Team durch das trübe hüfthohe Wasser watet - ohne dabei zu sehen, dass sich die Riesenanakonda bereits unterwasser zwischen ihren Beinen herumschlängelt. Das ist ganz großes Horrorkino, das den Zuschauer sofort dazu bringt, in seine geschlossene Faust zu beißen.
Am Ende eskaliert die Situation natürlich und niemand kann sich sicher sein, dass überhaupt einer aus dem Team überlebt. Es bleibt eine starke Fortsetzung mit vielen guten Ideen, tollen Tricks und einer sehr gut ausgesuchten Schauspielertruppe. Ist die Qualität garantiert, hat sicherlich niemand etwas gegen einen dritten Teil.
Die DVD bietet ein glasklares Bild und einen guten Sound. Zu den Extras zählen entfallene Szenen, ein Making of und Trailer.
Verleih: Columbia Tristar
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,40
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 93 Minuten
Preis: ca. 20 Euro