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1. Januar 2006, 06:20 Uhr

Runde Scheiben, quadratische Augen

Neue DVDs, Heimkino, DVD

© Universal

American Pie präsentiert: Die nächste Generation

Jedes Jahrzehnt bringt seine ganz eigene Schweinerei ins Kino. Nach "Porkys" und "Eis am Stil" waren zuletzt die "American-Pie"-Filme zu sehen. "Die nächste Generation" ist der Versuch, das letzte bisschen Saft aus dem bewährten Kassenerfolg herauszuquetschen.

Himmel, was hat der arme Jim (Jason Biggs) gelitten, bevor er endlich in die Arme seiner willigen Nymphomanin Michelle (Alyson Hannigan) sinken durfte. Er versenkte sein Geschlecht im namensgebenden Apfelkuchen (American Pie), verwechselte das zur Masturbation gedachte Gleitmittel mit Sekundenkleber und ließ auch sonst kein ultrapeinliches Fettnäpfchen aus. Im dritten und letzten "American-Pie"-Film durfte Jim endlich heiraten - und vorbei war es mit dem tierisch komischen Teenie-Sex.

Aber können die Verantwortlichen wirklich eine so ungeheuer erfolgreiche Kinoserie einfach sterben lassen? Nein, sie müssen auch noch den letzten Rest Saft aus der ausgelutschten Zitrone herauspressen. Da die alten Schauspieler keine Lust mehr hatten oder ganz einfach schon zu alt waren, holten die Macher ganz einfach Stiflers kleinen Bruder Matt (Tad Hilgenbrinck) aus der Versenkung.

Der darf im Film genau die gleichen nervtötenden Bewegungen machen und die gleichen üblen Machosprüche loslassen wie es sein großer Bruder Steve Stifler (Seann William Scott) das in den drei "American-Pie"-Filmen immer getan hat. Ganz besonders viel Groll hegt der Mini-Stifler gegen die Jungs und Mädels vom Schulorchester. Nachdem er ihre Blasinstrumente mit Pfefferspray veredelt hat, wird er von der Schulleitung dazu verdonnert, mit ins Sommerlager der Musikerfreunde zu fahren und hier Wiedergutmachung zu leisten.

Vor Ort hat der neue Stifmeister natürlich nur eins im Sinn: Die jungen Musiker werden im Rausch der Hormone zu so mancher sexuellen Verfehlung verleitet - die Matt ebenso sofort wie heimlich auf Video aufnimmt. Er plant, den ganz großen Schulorchester-Porno aufzunehmen. Doch dann kommt ihm die schöne Anführerin der Blaskappelle in die Quere - und Matt verliebt sich.

Naja, ganz klar: Der Film bietet nichts wirklich Neues und kehrt nur die Scherben zusammen, die von den ersten drei Filmen noch übrig geblieben sind. Die Scherze sind flach, die sexuellen Anspielungen dürftig und abgesehen von einigen gut gefüllten Bikinioberteilen gibt es auch keine wirklich nackte Haut zu sehen.

Ist "Die nächste Generation" am Anfang noch peinlich, platt und eine echte Zeitverschwendung, so gewinnt der Film zum Glück ab der Mitte deutlich an Fahrt, wenn er ernsthafter und romantischer wird. Am Ende ist der Zuschauer fast schon wieder versöhnt, auch wenn er sich ein paar mehr sexuelle Peinlichkeiten im bekannten "American-Pie"-Stil erwartet hätte. So gesehen ist "Die nächste Generation" nichts anderes als ein letzter Abschied von der "American-Pie"-Serie. Jetzt ist es dann auch gut, wenn doch so klar offensichtlich wird, dass den Verantwortlichen nichts Neues mehr einfällt.

Vertrieb: Universal
Bild: 4:3
Ton: Dolby Digital 5.1+DTS
Länge: 87 Minuten
Altersfreigabe: ab 16 Jahre
Preis: 17 Euro

 
 
 
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