Kürzlich hat Mario Barth den Deutschen Comedypreis gewonnen. Am liebsten provoziert er mit der These "Männer sind einfach, aber glücklich". Mit stern.de sprach er über Geschlechterklischees und sein neues Programm.

Mario Barth kriegt die Anregung für seine Nummern meist aus seinem privaten Umfeld© Tim Luhmann
Ganz einfach: Die Brüder haben alle Frauen und Freundinnen und ich selber habe auch eine langjährige Freundin. Anfangs dachte ich, das wäre nur bei mir so, dass meine Freundin mit Gegenständen statt mit mir redet und eigentlich immer nur das hört, was sie hören will. Dann habe ich gesehen, dass es bei meinen Brüdern genau so ist. Und dann habe ich gedacht "Wenn das bei denen so ist, ist das bei allen anderen auch so!".
Nein, verärgert habe ich noch niemanden. Ich erzähle ja nicht so, dass ich auf jemandem herumhacke und sage, wie schlecht er ist. Ich halte den Spiegel vor und sage: "Guckt mal, Mädels, nicht böse gemeint, aber so seid ihr." Wenn zum Beispiel meine Hose kaputt ist und ich brauche eine neue, gucke ich ja nicht bei den Pullovern. Denn ich will ja gar keinen Pullover. Ich gehe in die Jeans-Abteilung, nehme mir eine Jeans in meiner Größe, probiere sie an und gehe nach Hause. Wenn ich mit einer Frau einkaufen gehen muss, dann muss ich mit ihr sieben Stunden lang durch alle Abteilungen. Zuhause angekommen, erlebe ich den gleichen Akt noch einmal, weil sie zuhause alles noch mal anzieht. Ich sage ja nur: "Mädels, lasst uns doch einfach nur zuhause sitzen und wenn ihr mit den ganzen Klamotten nach Hause kommt, zeigt sie uns vor der Schrankwand." Aber das wollen Frauen ja nicht. Es kommt schon einmal vor, dass meine Freundin, wenn sie etwas macht, sagt: "Toll, das Ding ist jetzt in zwei Wochen auf der Bühne." Aber da muss sie durch.
Mich erkennen schon Leute, aber die kommen nicht alle auf mich zu gerannt. Viele gucken, aber damit habe ich kein Problem. Ich kann also schon noch in der Öffentlichkeit beobachten und tue dies auch. Vieles kommt aber auch aus meinem normalen Leben. Zum Beispiel war mein bester Freund fünf Jahre lang Single und lag mir immer in den Ohren: "Scheiß' auf deine Freundin, lass uns etwas trinken gehen! Wenn du wiederkommst, ist die immer noch da. Mann, du hast doch die Hosen an!". Jetzt hat er eine Freundin und man erkennt ihn nicht mehr wieder. Wenn er mit ihr telefoniert, hebt der seine Stimme: "Hallo! Na, Mäuschen!" Er hat plötzlich keine Zeit mehr. Er hat das Spazierengehen für sich entdeckt. Und so etwas schreit natürlich danach, auf der Bühne erzählt zu werden.
Ich teste eigentlich die neuen Nummern alle vor dem Publikum. In meinem aktuellen Programm weise ich auf eine neue Nummer hin und gucke dann, wie die Leute reagieren. Ich bastele an der Nummer so lange, bis sie gut ist, damit das neue Programm auch die gleiche Qualität hat wie das aktuelle. Das erwarten die Leute. Man muss einfach vor das Publikum gehen.