Startseite

Das Runde muss ins Eckige

Längst machen die Filmstudios aus Hollywood mehr Umsatz mit DVDs als an der Kinokasse. Carsten Scheibe hat sich die aktuellen Neuheiten angesehen.

Das Vermächtnis der Tempelritter

Die Filme von Jerry Bruckheimer ("Pearl Harbor", "Fluch der Karibik") liebt oder hasst man - dazwischen gibt es wenig Spielraum. In "Das Vermächtnis der Tempelritter" ist Nicholas Cage bereits das dritte Mal in einer Bruckheimer-Produktion zu sehen. Er spielt Benjamin Franklin Gates - der einer ganzen Familie von Schatzsuchern angehört. Bereits sein Vater hat sein ganzes Leben lang nach dem geheimnisvollen Schatz der Tempelritter gesucht - allerdings vergebens. Nun möchte er von dem ganzen Unsinn nichts mehr wissen. Doch Gates ist auf der richtigen Fährte. Nach und nach entziffert er die zahlreichen Hinweise, die der Geheimbund bereits vor langer Zeit auf Geldscheinen, auf der Unabhängigkeitserklärung und an vielen anderen Orten hinterlassen hat.

Der Film hetzt von einem historischen US-Schauplatz zum anderen, stellt dem Helden mit Diane Kruger eine schöne Blondine an die Seite und inszeniert auch noch einen Bösewicht, der Jagd auf das Team macht. Dass es in der Story noch die eine oder andere logische Lücke gibt, wird durch Tempo und schöne Bilder wieder wettgemacht. Fast fühlt man sich an Indiana Jones erinnert, wenn Nicholas Cage alias Gates in Sekundenschnelle hundert Jahre alte Hinweise entschlüsselt oder mit viel Witz versucht, haarigen Situationen zu entkommen.

Gelungen ist an der Regiearbeit von Jon Turteltaub, dass der Film absolut jugendfrei bleibt. Es gibt keine schlimmen Gewaltszenen. Dafür dürften vor allen Dingen Jugendliche Spaß an der schnellen Schatzsuche haben, die kreuz und quer durch Amerika führt und zugleich ein wenig Wissen vermittelt, das in der Schule bestimmt so nicht gelehrt wird.

Neben einem erstklassigen Bild und einem krachenden Sound bietet die DVD viele Extras an. Dazu gehören zusätzliche Szenen, ein alternatives Ende und eine Dokumentation zum Film. Verleih: Disney
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,35
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 126 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Team America

Die Macher von "South Park" erobern das Kino. Trey Parker und Matt Stone haben mit "Team America" einen aufwändigen Marionettenfilm abgekurbelt, der ganz bestimmt nichts für Kinder ist. Dafür steckt er aber voller fieser Andeutungen auf die aktuelle US-Politik, über die sich kritische Zuschauer königlich amüsieren können. Dass der Film im patriotischen Amerika nicht gut ankam, zeigt bereits, dass die Macher den richtigen Ton angeschlagen haben.

Das Team Amerika besteht aus den Elitekämpfern Chris, Sarah, Lisa und Joe - sowie dem Neuzugang Gary. Gemeinsam machen sie Jagd auf arabische Terroristen - und richten dabei stets aus Versehen ein Blutbad unter der Zivilbevölkerung an. Schon bald bekommt es das Team mit Kim Jong II zu tun, dem nordkoreanischen Diktator. Der spannt nicht nur die Araber für seine Zwecke ein, sondern verwandelt auch Hollywoods liberale Schauspieler in brutale Kampfmaschinen.

"Team America" scheut sich nicht, Promis beim Namen zu nennen und sie dann auch noch zu verunglimpfen. So kann man Zeuge werden, wie Michael Moore in die Luft fliegt, George Clooney den Kopf verliert oder UNO-Inspektor Hans Blix von den Haien gefressen wird. Das ist "shocking" und politisch unkorrekt. Kurzum: Parker und Stone halten in "Team America", was sie in "South Park" versprochen haben. Sie provozieren, polemisieren und schockieren. Da aber alle Lager ihr Fett abbekommen, sollte es unterm Strich pari ausgehen.

Wirklich schräg ist die Umsetzung des Films. Da müssen Spielzeugflugzeuge als Kampfflieger herhalten. Und ganz normale Miezekatzen mimen die tödlichen Tiger des Diktators. Außerdem bekommt der Zuschauer einen Puppenporno, viele schräge Lieder und eine mehr als ausgedehnte Kotzszene zu sehen. Viele Extras zur Entstehung des Films runden die Scheibe ab. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 4:3
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 94 Minuten
Preis: ca. 15 Euro

Trouble ohne Paddel

Seth Green, Matthew Lillard und Dax Shepard spielen in dieser sympathischen Komödie drei alte Sandkastenkumpel, die plötzlich am Grab ihres vierten Gefährten stehen - und erkennen, dass sie im Leben noch nichts erreicht, darüber aber ihre Freundschaft vernachlässigt haben. Und so beschließen sie aus einer Laune heraus, einen alten Kindheitstraum wahr werden zu lassen und den verschollenen Schatz von D.B. Cooper zu suchen - der muss irgendwo tief in den Wäldern stecken.

Der Filmtitel "Trouble ohne Paddel" lässt auf eine echte Krawallkomödie schließen. Das ist sie aber auf keinen Fall. Am ehesten erinnert der Film an "City Slickers": Drei Loser wagen sich in die freie Natur vor und kommen fast darin um. Liebend gerne lässt man sich auf die mal feinsinnige und mal grobe Komödie ein, in der die drei Schauspieler eine perfekte Umgebung vorfinden, um sich zu produzieren.

Nach und nach stoßen die drei Ausflügler auf ihrem Paddeltrip auf gewalttätige Bären, schießwütige Marihuana-Farmer, auf Ökotanten mit dicht behaarten Waden und auf diverse andere Widrigkeiten des urbanen Lebens abseits großer Städte. Die Krönung des ganzen Aberwitzes ist Burt Reynolds in seiner Rolle als Zottelzausel, der den drei Freunden das Leben noch schwerer macht als es sowieso schon ist. Es macht Spaß, den drei Chaoten in "Trouble ohne Paddel" durch die Wildnis zu folgen. Ein angenehmer Humor, tolle Naturaufnahmen und gut harmonierende Schauspieler machen aus dem Film wenn auch keinen Brüller, so doch einen überzeugenden Schmunzler.

Die DVD bietet ein leuchtendes Bild und viele Extras. Zu denen zählen die obligatorischen Kommentare vom Regisseur und den Schauspielern, ein MTV-Making-of, 13 neue Szenen und ein Trailer. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 94 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Man on Fire SE

Der Ex-Navy-Soldat Creasy (Denzel Washington) ist völlig abgewrackt. Er ertränkt seine schlimmen Erinnerungen im Whiskey. Um Geld zu verdienen, heuert er in Mexico City bei einem reichen Ehepaar an - als Bodyguard für ihre zehnjährige Tochter Pita (wunderbar: Dakota Fanning). Pita schafft es mit ihrem ungestümen Wesen, durch den Panzer von Creasy zu dringen und ihm wieder neuen Lebensmut zu geben. Umso dramatischer ist es, als Creasy ihre Entführung doch nicht verhindern kann. Noch schlimmer: Pita wird von den Entführern umgebracht.

Creasy besinnt sich auf das, was er am besten kann: Kämpfen. Mit extremer Härte macht sich der alte Soldat daran, Pitas Entführer zu jagen und zu töten. Dabei stößt er auf eine Verschwörung, die so unglaublich ist, dass man sie kaum glauben mag.

"Fan on Fire" ist kein stupider Actionfilm, der das Rachethema benutzt, um eine zwei Stunden dauernde Gewaltorgie zu zünden. Sehr intelligent baut Regisseur Tony Scott seine beiden Charaktere Creasy und Pita auf, die im ganzen Film nur umeinander kreisen und immer wieder neue Emotionen wecken. Denzel Washington und Dakota Fanning spielen ihre Parts denn auch mit einer schauspielerischen Leistung, die beeindruckt. Der ganze Rachefeldzug ist am Ende nur noch das Sahnehäubchen, das die Aggressionen des Zuschauers abbaut, die sich ob der Entführung Pitas aufgestaut haben.

Dass "Man on Fire" in seinen Actionszenen sehr brutal und fast schon gefühllos ist, mag einige Zuschauer abschrecken. Diese Gewalt passt aber perfekt zur Geschichte. Gelungen ist, dass der Regisseur am Ende noch eine schöne Überraschung in petto hat und den Film so nicht in einem einzigen Gemetzel enden lässt. Der große Erfolg des Films mündet in einer neuen Special Edition mit zwei DVDs. Sie speichern entfernte Szenen, einen Audiokommentar und eine sehr umfangreiche Dokumentation zur Entstehung des Films. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 2,35:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 140 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee

1997 kam mit "Anaconda" ein echter Horror-Schocker ins Kino, in dem eine riesige Würgeschlange die Hauptrolle spielte. Produzentin Verna Harrah hat acht Jahre lang an der Fortsetzung gearbeitet. Die bietet nun wieder Schlangenfutter der Güteklasse A.

Die Tierschocker bilden ein eigenes Genre im Horrorfilm - und das bereits seit mehreren Jahrzehnten. Wer kennt sie nicht, die garstigen Schocker, in denen riesengroße Ameisen, Spinnen, Bienen oder Echsen die Bevölkerung dezimieren. Viele lieben diese Filme, weil sie oft ihren ganz eigenen Humor haben und so schön vordergründig sind. Hier geht es eben nicht um den sezierenden Psychohorror, der bei so vielen "normalen" Horrorfilmen für lang anhaltende Alpträume sorgt. Stattdessen ist die Situation beim Tier-Schocker ganz klar: Es gibt eine Gruppe Charaktere und ein Monster. Ergo: Irgendwie muss das Monster vernichtet werden. Und das können 99 Prozent der Gruppe nicht überleben. Also erwächst die Spannung aus der Überlegung: Wer stirbt wann - und wie?

Das Prinzip der zehn kleinen Negerlein kommt auch im Film "Anacondas" zum Tragen, den Regisseur Dwight H. Little im dichten Dschungel der Fitschi-Inseln gedreht hat.

Im Film geht es um das ganz große Geld. Wissenschaftler haben festgestellt, dass es im Dschungel von Borneo eine Pflanze gibt, deren Säfte das Geheimnis der Unsterblichkeit enthalten. Leider blüht das edle Gewächs nur alle sieben Jahre. Deswegen brechen die Forscher mitten in der Regenzeit zu einer Expedition auf. Sie heuern einen gestrandeten Abenteurer an, der wagemutig und verzweifelt genug ist, in dieser gefährlichen Zeit den Fluss hinauf ins Innere von Borneo zu fahren.

"Anacondas" bietet uns in diesem Teil des Films viele unverbrauchte Schauspielergesichter, eine stimmige Hintergrundgeschichte und vor allem atemberaubende Landschaftsaufnahmen an. Man fühlt mit den einzelnen Charakteren, trägt ihre Konflikte mit aus und erfreut sich an der tollen Kulisse. Da knallt es natürlich umso mehr, wenn die erste Riesenschlange auftaucht und sich das erste Opfer holt.

Die Trickszenen im Film sind sehr gut gelungen. Dabei spritzt kein unnötiges Blut. Viel effektvoller ist es, wenn der Film aus der Vogelperspektive zeigt, wie das Team durch das trübe hüfthohe Wasser watet - ohne dabei zu sehen, dass sich die Riesenanakonda bereits unterwasser zwischen ihren Beinen herumschlängelt. Das ist ganz großes Horrorkino, das den Zuschauer sofort dazu bringt, in seine geschlossene Faust zu beißen.

Am Ende eskaliert die Situation natürlich und niemand kann sich sicher sein, dass überhaupt einer aus dem Team überlebt. Es bleibt eine starke Fortsetzung mit vielen guten Ideen, tollen Tricks und einer sehr gut ausgesuchten Schauspielertruppe. Ist die Qualität garantiert, hat sicherlich niemand etwas gegen einen dritten Teil.

Die DVD bietet ein glasklares Bild und einen guten Sound. Zu den Extras zählen entfallene Szenen, ein Making of und Trailer. Verleih: Columbia Tristar
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,40
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 93 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

Der Manchurian Kandidat

Der Golfkriegsveteran Bennett Marco (Denzel Washington) leidet unter einem Kriegstrauma. Irgendwie hat er ganz andere Erinnerungen an eine besonders wichtige Kriegsbegebenheit, bei der sich sein Kamerad Raymond Shaw (Liev Schreiber) als mutiger Held hervorgetan hat - und mit einem Orden geadelt wurde. Shaw ist inzwischen unter tatkräftiger Unterstützung seiner Senatorin-Mutter (Meryl Streep) zum Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten aufgestiegen.

Als Marco ein Metallimplantat in seiner Schulter entdeckt und seine Medikamente absetzt, verstärkt sich recht zügig das Gefühl in ihm, dass etwas nicht stimmt. Er beginnt mit ersten Nachforschungen und findet schon bald heraus, dass sein gesamter Trupp im Golfkrieg manipuliert wurde. Skrupellose Forscher haben sie manipuliert. Der Zweck: Shaw soll Präsident werden - und zwar ein lenkbarer, der alles tut, was seine "Herren" ihm befehlen. Ein großer Wirtschaftskonzern hält dabei die Zügel in der Hand.

Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") führt Regie in diesem Verschwörungs-Thriller, der den Hollywood-Klassiker "Botschafter der Angst" neu umsetzt. Der knapp zweieinhalb Stunden lange Film setzt einmal mehr auf die grandiose Schauspielkunst von Denzel Washington, der die eher überzeichneten und hölzern agierenden Kollegen locker an die Wand spielt. Trotz allem plätschert das Drama ein wenig zu langatmig daher, sodass die Konzentration des Zuschauers immer wieder abschweift. Generell weist die Story einige größere Löcher in der Logik auf, wodurch man ihr nicht immer folgen kann. Wer Spaß an globalen Verschwörungstheorien hat, wird "Der Manchurian Kandidat" aber sicherlich trotzdem mögen.

Zu den DVD-Extras zählt ein Kommentar vom Regisseur und vom Drehbuchautor Daniel Pyne. Fünf neue Szenen runden die Extras ab. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 16:9
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 141 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Männer, Frauen und die Wahrheit über Sex

Als Teenager ist das mit dem Sex noch am einfachsten. Danach wird es nur noch komplizierter. Das ist das Fazit, das Regisseur Neil LaBute in seinem Hollywood-Film mit Ben Stiller und Nastassja Kinski zieht. Ganz schön deprimierend.

Drei Männer und drei Frauen sind auf der Suche nach ein wenig Romantik und deutlich mehr Liebe. Doch es will ihnen einfach nicht gelingen, glücklich zu sein. Der Film "Männer, Frauen und die Wahrheit über Sex" ist kein bisschen komisch. Und das, obwohl Ben Stiller mitspielt, der doch sonst für jeden albernen Spaß zu haben ist.

Die Liebe ist ein Kriegsschauplatz. Das ist jedenfalls der Eindruck, den man gewinnt, wenn man sich auf die Charaktere einlässt, die Regisseur Neil LaBute in seinem Beziehungsdrama aus dem Jahre 1998 auflaufen lässt.

Absolut abstoßend wirkt der sehr gut aussehende Frauenarzt Cary (Jason Patric) auf den Zuschauer. Der Kontrollfreak schleppt eine Frau nach der anderen ab und behandelt sie dann im Bett wie den allerletzten Dreck. Da möchte man sich fast schon verschämt abwenden und behaupten, dass es so kranke Typen in Wirklichkeit gar nicht gibt. Ein Blick in die Zeitung verspricht einem natürlich das Gegenteil.

Gary ist lose mit dem Schauspiellehrer Jerry (Ben Stiller in einer ernsten Rolle) befreundet. Der hat Probleme mit seiner dominanten Frau Terri (Catherine Keener). Die hasst es, wenn er beim Sex spricht, was er nur zu gerne macht - und vernascht sowieso lieber die unterwürfige und lesbische Gallerieassistentin Cheri (Nastassja Kinski). Aber auch Jerry wandelt auf fremden Pfaden. Er stellt der Frau seines besten Freundes Barry (Aaron Eckhardt) nach - und versucht, sie zu vernaschen. Nur Aaron geht beim Bäumchen-wechsel-dich-Spiel anscheinend leer aus.

Regisseur LaBute inszeniert sein Beziehungsdrama analytisch und eine Spur zu effektarm. Mit dem Seziermesser legt er die charakterlichen Schwächen nicht nur der Männer, sondern auch der Frauen bloß. Mit dem Erfolg, dass der Zuschauer eigentlichen niemanden aus der Sechsertruppe so richtig sympathisch finden kann. Sie alle sind sexuelle Loser, die im Bett nichts gebacken bekommen und auf der Suche nach Romantik, Liebe und vor allen Dingen Glück alles nur noch schlimmer machen. So kann es am Ende gar nicht besser werden - auch wenn die einzelnen Verhältnisse natürlich alle an den Tag kommen und offen ausdiskutiert werden.

Bei "Männer, Frauen und die Wahrheit über Sex" ist es kein Wunder, dass der Film sieben Jahr lang im Giftschrank lag, bevor er nun doch noch auf DVD veröffentlicht wird. Er ist nicht witzig, er ist nicht sonderlich erotisch und er entlässt den Zuschauer auch nicht mit einem guten Gefühl. Stattdessen richtet sich der Film an Leute, die gerne zu ihrem Partner sagen: "Lass uns doch mal drüber reden."

Dass der Film nicht völlig in die Bedeutungslosigkeit kippt, liegt an zwei, drei wirklich guten Szenen mit echtem Schockpotenzial. Da fragt Barry etwa Jerry, mit welcher Frau er den besten Sex seines Lebens hatte. Nach einigem Hin und Her kann Jerry nur antworten: "Mit deiner".

Verleih: Universal
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 96 Minuten
Preis: 12,99 Euro

FurTV

Jedes Kind kennt die Sesamstraße oder ähnliche Puppensendungen aus dem Fernsehen. Wetten, dass sich der Papa lieber die durchgeknallte englische Puppenshow FurTV anschaut? Die preisgekrönte Pilotfolge liegt inzwischen auch auf einer DVD vor.

Irgendwo, in einer ganz normalen Stadt, in einer ganz normalen Straße, leben die Menschen zusammen mit den Puppen - in fast perfekter Harmonie. Die englische BBC-Serie versucht sich an diesem Szenario, das ansonsten immer nur dann zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, kleine Kinder vor der Glotze zu unterhalten. FurTV ist allerdings nichts für Knirpse, die noch nicht in die Pubertät gekommen sind. Obwohl bei FurTV ebenfalls plüschige Puppen zum Einsatz kommen, wie man sie auch aus der Sesamstraße her kennt. Doch die Frage ist hier: Was machen die Puppen eigentlich, wenn sie nicht von der Kamera gefilmt werden und ihrem kinderkompatiblen Job nachgehen? FurTV zeigt das ganz intime Privatleben einer Handvoll Puppen, die alle nur ein Problem haben - Liebe. Und wenn sie das nicht kriegen können, dann eben Sex. Da gibt es etwa den aufregenden Latino-Frosch Lapeno, der trotz seiner geringen Größe eine unglaubliche Anziehungskraft auf menschliche Frauen hat - und sie eine nach der anderen vernascht - immer mit einem coolen Spruch auf der Lippe. Er spielt den väterlichen Freund für den spacken Marvin, der einfach keine Freundin findet, von seinen aufkeimenden Gelüsten aber trotzdem in einen nimmer endenden Masturbations-Marathon getrieben wird.

Über den Freunden wohnt auch noch das schwule Pärchen Frank und Jim. Frank ist ein gealterter Autor, der an sexuellen Gewaltphantasien leidet. Sein Freund Jim hingegen hat ein Faible für Installateure und für die Urintherapie.

Bitterböse, sexuell sehr freizügig und unglaublich komisch in seiner Umsetzung ist FurTV, dessen Pilotfolge 2004 mit der Goldenen Rose von Montreux ausgezeichnet wurde. Zum Kreischen sind die Versuche, eine Freundin für den ewig scharfen Marvin zu finden, der am liebsten das Sexmagazin "Big Muff" liest, das sich mit besonders haarigen Frauen beschäftigt. Bei den Diskobesuchen der Freunde lernt der Zuschauer auch schnell: Lege dich niemals mit einer Puppe an. Sie schlägt dich nicht nur windelweich, sondern zeigt dir auf dem Männerklo auch, dass sie unten herum doppelt so gut bestückt ist wie ein ganz normaler Mensch.

Nach einer halben Stunde der verrücktesten Puppensex-Exzesse ist Marvin dann ausgerechnet bei einer waschechten Domina gelandet. Die reißt der armen Puppe doch glatt die Arme aus, sodass es mit der wilden Onaniererei ein Ende hat. Bei dem sich anschließenden Rettungsversuch findet Lapeno dann auch endlich eine würdige Partnerin, die ihm in sexueller Hinsicht das Wasser reichen kann. Trotz aller Verbalerotik: FurTV ist ab 12 Jahren freigegeben und gibt sich optisch sehr zahm. Trotzdem: Das ist ein echter Spaß für Erwachsene!

Ob FurTV in England über den Pilotfilm hinaus fortgesetzt wurde, konnten leider nicht in Erfahrung gebracht werden. Sollte das der Fall sein, wäre es mehr als wünschenswert, wenn Polyband alle noch ausstehenden Folgen zügig auf DVD veröffentlichen könnte. Ein Publikum dafür findet sich ganz bestimmt.

Verleih: Polyband
Ton: DD 2.0
Bild: 1,78:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 30 Minuten
Preis: 12,99 Euro

LD50: Lethal Dose

Simon De Selva zeichnet als Regisseur für diesen Schocker verantwortlich, der an Filme wie "Cube" erinnert. Der mit fast unbekannten Schauspielern und mit einem kleinen Budget gedrehte Film aus England stellt uns eine Gruppe Tierschutzaktivisten vor. Die bricht in ein Forschungsinstitut ein, um alle Tiere zu befreien. Das gelingt auch, bis Gary, das Mastermind der Gruppe, in eine Bärenfalle tappt. Die Gruppe muss den verletzten Gary zurücklassen - er wandert prompt in den Knast. Um seine Strafe zu verkürzen, stellt sich Gary selbst als Versuchstier für neue Forschungen zur Verfügung. Seine alten Kumpanen werden informiert: Sie kommen, um ihn zu befreien.

"LD50" ist gruselig. Das liegt nicht an der eher haarsträubenden Geschichte und auch nicht an den gut gemachten Schockeffekten. Richtig unheimlich ist viel eher der verlassene Industriekomplex mit seinen menschenleeren Räumen und den unterirdischen Gängen, in die man sich niemals selbst hineinwagen würde. In der klaustrophobischen Atmosphäre kocht aber auch ein Durchschnittswerk wie "Lethal Dose" hoch, sodass Gruselfreunde sicherlich ihren Spaß an dem Schocker haben.

Denn während die Tierfreunde tiefer in den Komplex eindringen, geschehen immer mehr metaphysische Dinge. Blanke Energieentladungen sorgen dafür, dass einer nach dem anderen zu Tode kommt. Als die Überlebenden zu Gary vordringen, lüften sie ein Geheimnis, das besser unentdeckt bliebe. Denn wie sollen sie jetzt noch das Gelände lebend verlassen? Für Freunde spannender Horror-Metzelfilme ist "LD50" sicherlich ein solider Genuss. Noch besser wäre der Film allerdings, wenn er eine schlüssigere Hintergrundgeschichte bieten würde. Das mit den Tierliebhabern, die einen alten Freund befreien möchten, glaubt man nicht so richtig. Extras gibt es auf der DVD keine nennenswerten. Verleih: Buena Vista
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,35
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 95 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

Wächter über Himmel und Erde

Chinas offizieller Beitrag zur Oscar-Verleihung 2004 ist ein wunderbarer Mix aus Eastern und Western, der in jeder einzelnen Sekunde der fast zwei Stunden Laufzeit voll und ganz zu überzeugen weiß.

In der Vergangenheit: Der stille Schwertkämpfer Lai Xi möchte gerne zu seiner Mutter nach Japan zurückkehren. Doch der chinesische Kaiser, dem Lai Xi dienen muss, stellt ihm noch einen allerletzten Auftrag. Erst muss er den Leutnant Li finden und töten. Li fiel einst als Soldat in Ungnade, weil er sich geweigert hatte, die Frauen und Kinder seiner Gegner umzubringen. Als der Japaner den Rebellen endlich in der Wüste aufspürt, muss das Duell der beiden Schwertmeister leider aufgeschoben werden: Li führt mit seinen alten Soldatengefährten einen Treck über die Seidenstraße, der einen buddhistischen Mönch mit einer unendlich wertvollen religiösen Fracht zu seinem Ziel geleiten möchte. Die beiden Kontrahenten beschließen, ihren Kampf aufzuschieben, bis der Mönch im Ziel ist. Das ist auch gut so: Die Türken warten schon darauf, allen den Garaus zu machen.

Der Film von Regisseur He Ping bietet ein sehr spannendes und mit wunderbaren Bildern gespicktes Abenteuer, das Elemente aus dem amerikanischen Western mit dem asiatischen Eastern verknüpft. Man kann den perfekt agierenden Schauspielern nur gratulieren. Sie verleihen ihren Charakteren Ausdruck und Gewicht, machen aber auch bei den zahlreichen Kämpfen eine gute Figur. Ein wenig Humor, ein wenig Liebe und auch eine Spur Magie und Mystik werten den Film auf, der am Ende auch noch eine Alamo-ähnliche Belagerungsszene zu bieten hat. Wer von Hollywood bereits gelangweilt ist und nach einer neuen Kinoszene mit viel Kreativität und pulsierendem Leben sucht, wird hier belohnt. Dies ist einer der wenigen Filme, bei dem man wirklich traurig ist, wenn er vorbei ist. Verleih: Columbia Tristar
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,40
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 115 Minuten Preis: ca. 20 Euro

Das Blut der Templer

Der Fernsehsender Pro7 wagt sich immer wieder an große Filmproduktionen heran, die durchaus Kinoformat haben. Das Geld für diese Formate kommt zum Teil durch den DVD-Verkauf wieder herein. Das war bei den "Ratten" so und ist beim "Blut der Templer" sicherlich nicht anders. Der "Templer"-Zweiteiler ist mit großem Erfolg bei Pro7 ausgestrahlt worden, jetzt liegt er in der DVD-Fassung vor - an einem Stück, im 16:9-Format und mit einen Dolby-Digital-5.1-Sound. Der Regisseur Florian Baxmeyer setzt für seine Geschichte auf einem Roman von Wolfgang Hohlbein auf, der von Christian Zübert und Kai-Uwe Hasenheit für den Film umgeschrieben wurde.

Im Film geht es um den Abiturienten David, der auf einmal eine ungeheure körperliche Karft entwickelt. Es zeigt sich, dass er ein Nachfahre der Ritter vom Tempelorden ist. Deren Aufgabe war und ist es, das geheime Grab Jesu und den Heiligen Gral zu schützen. Davis Ziehvater, ein Mönch, informiert die noch immer existierenden Tempelritter - und löst damit eine Katastrophe aus. Denn zwei verschiedene Orden kämpfen inzwischen mit allen Mitteln um die Macht. Da David das Blut beider Orden in sich vereint, ist er für beide Gruppen gleichermaßen von Bedeutung. Der 190 Minuten lange Film überzeugt mit einem spannenden Realitäts-Fantasy-Mix à la Wolfgang Hohlbein und mit einer Inszenierung, die "Das Blut der Templer" sehr teuer aussehen lässt. Schwungvolle Kampfszenen, in denen alte Schwerter geschwungen werden, sorgen für die nötige Action. Hier weiß auch der "Bergdoktor" Harald Krassnitzer zu gefallen, der als fieser Tempelmeister mit dem Schwert eine gute Figur abgibt.

Auf der zweiten DVD finden sich viele Extras, darunter ein 86-minütiges Making of zu allen Aspekten des Films. Dazu gibt es 60 Minuten Interviews mit den Darstellern. Verleih: Highlight DVD
Ton: DD 5.1
Bild: 16:9
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 190 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Ping allein zu Haus

Kevin allein zu Haus: Über diesen Film lacht eine Kindergeneration nach der anderen. Und nach dem Film fragen die begeisterten Knirpse: Gibt es noch mehr davon? Klar, Hollywood hat jede Menge mehr oder minder guter Kevin-Klone produziert. Ein noch recht frischer Klon von 1999 nennt sich "Ping allein zu Haus". Der Film erzählt vom armen Chihuahua Ping, der endlich ein neues Zuhause findet: Er soll die kleine Haley (Brooke Winn) aufmuntern, die ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz verloren hat und seitdem bei ihrer etwas kurzsichtigen Oma Ethel (Shirley Jones) wohnt. Dummerweise hortet die Oma sehr viel Bargeld im Haus. Das lockt die beiden Diebe Louie (Judge Reinhold) und Stu (Clint Howard) an. Doch zum Glück hat Ping die Lage im Griff.

Der Film von Regisseur Chris Baugh bedient sich hemmungslos beim Vorbild. Anstelle von Kevin übernimmt nun der pfiffige Hund Ping die Diebesbekämpfung. Natürlich ist kein Hund der Welt schlau genug, um sich all die üblen Fallen auszudenken, die im Film zum Einsatz kommen. Und natürlich würde kein Dieb die intensive Konfrontation mit schweren und spitzen Gegenständen aller Art lebend überstehen. Aber sei es drum: Man genießt die hemmungslose Zerstörungs- und Gewaltorgie auf dem Bildschirm doch sehr, zumal die Kinder kreischen und der Film mit einem schrillen Gruftie-Babysitter auch noch ganz neue Akzente setzt.

Das sehenswerte Extremplagiat bietet ein solides Bild, einen toll dressierten Ping und sehr gut überzeichnete Charaktere. Vor allem Judge Reinhold als dummer Fiesling ist eine echte Augenweide: Fast tut er einem Leid, wenn Ping ihm nach und nach dem Rest gibt. Leider gibt es auf der DVD keine Extras, was schade ist, da die Kinder gerne gesehen hätten, wie einzelne Szenen entstanden sind oder wie der Hund für seine große Aufgabe vor der Kamera dressiert wurde. Verleih: Splendid
Ton: DD 5.1
Bild: 1,78:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 90 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Sie nannten ihn Mücke

Bud Spencer hat - meist zusammen mit seinem Sidekick Terence Hill - wenige gute und eine Menge schwachsinnige Haudrauf-Filme gedreht. "Sie nannten ihn Mücke" ist einer von Spencers besseren Filmen.

Michele Lupo machte aus dem bulligen Italiener 1978 einen neapolitanischen Fischer namens Mücke. Der muss mit seinem Boot anlanden, nachdem es von einem U-Boot der Amerikaner gerammt und halb zerstört wurde. Die italienische Dorfjugend vor Ort wird arg von den arroganten GIs gebeutelt. Vor allem der unsympathische Schleifer Kempfer (Raymond Harmstorf) findet immer wieder eine Gelegenheit, um alle im Dorf zu piesacken.

Mücke schaut sich das eine Weile an. Dann greift er ein. Zusammen mit einer Horde Straßenkids fordert er die GIs zu einem Football-Match heraus. Das macht Sinn: Mücke war früher selbst einmal ein Football-Ass, bevor er mitten in einer laufenden Partie das Feld verließ und nie mehr zurückkehrte. Doch bevor das Italo-Team eine Chance gegen die Soldaten haben kann, muss es zusammenwachsen.

Im Gegensatz zu vielen späteren Bud-Spencer-Filmen kommt es hier nicht alleine auf die wilden Prügeleien an - von denen es natürlich auch hier so einige gibt. Genauso wichtig ist aber auch die Geschichte. Der Film zeigt sehr schön, wie schwierig es ist, eine Gruppe schräger Individualisten zu einem Sportteam zusammenzuschweißen. Doch schon bald zeigt sich, wie der Sport das Gute in den Straßenjungs nach oben kehrt. Der Dieb klaut nicht mehr, der Raufbold schlägt nicht mehr zu und auch der Zocker lässt seine schlimme Leidenschaft schon bald sein.

Am Ende zählt dann nur noch der Sieg. Natürlich ist das abschließende Football-Match das Highlight des ganzen Films. Und wenn Mücke dann wider seinen Schwur doch wieder in die Rüstung steigt, dann bleibt den GI-Gegnern nichts erspart.

Verleih: Paramount
Ton: DD Mono
Bild: 1:2,35
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 98 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Auf dem Highway ist die Hölle los

Ach mein Gott, solche Filme drehen sie ja heute gar nicht mehr. Der 1980 von Hal Needham abgekurbelte Streifen "Auf dem Highway ist die Hölle los" brachte zahllose Topstars zusammen, die anderthalb Stunden lang eine irre Gaudi auf dem Bildschirm entfachten - und das auch noch so, dass man seine Kinder getrost mit vor den Bildschirm holen konnte.

Im Film dreht sich alles um ein irres Autorennen, das 3000 Meilen lang mitten durch Amerika verläuft und natürlich absolut illegal ist. Burt Reynolds, Jackie Chan, Dean Martin und Sammy Davis Jr., Roger Moore und viele andere Stars schwingen sich in ihre rasenden Kisten, um den Sieg herauszufahren - allen Tempolimits auf den US-Highways und der Polizei zum Trotz.

Die schnelle Bildschirmkomödie setzt nicht auf brutale Zerstörungsorgien und Massenkarambolagen, wie das heute sicher der Fall wäre. Stattdessen gehen die Fahrer mit Schlitzohrigkeit und Köpfchen vor, um sich auf der Piste den einen oder anderen Vorteil herauszufahren. Vor allem Dean Martin und Sammy Davis Jr. als herumfluchende Pastoren, die immer ein Whiskey-Glas in den Händen halten, sind ein echter Hingucker. Aber auch Burt Reynolds als Notarztfahrer mit Farrah Fawcett als Patientin sind immer für einen Lacher gut.

Damit auch Actionfreunde auf ihre Kosten kommen, darf eine zünftige Schlägerei nicht fehlen. Dabei bekommen Peter Fonda und seine Easy Rider ordentlich die Hucke voll. Vor allem der noch ganz junge Jackie Chan darf zeigen, was er alles drauf hat. Keine Frage: Die DVD gehört in den Schrank eines jeden ausgewiesenen Cineasten. Zwar ist das Bild nur mäßig und beim Sound gibt es nur mono, aber es ist eben auch ein alter Film. Wer Englisch versteht, sollte vielleicht besser die Tonspur wechseln, um den röhrenden Sound der frisierten Wagen dann doch noch in Dolby Digital 5.1 genießen zu können. Verleih: Paramount
Ton: DD Mono
Bild: 16:9
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 92 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Django: Unbarmherzig wie die Sonne

Ende der Sechziger kam der Italo-Western in Mode. Besonders hart und skrupellos waren die Django-Filme von Sergio Corbucci mit Franco Nero in der Hauptrolle. Irgendwann bekamen hierzulande alle Helden in den Spaghettiwestern den Namen Django verpasst. Auch "Unbarmherzig wie die Sonne" ist ganz in diesem Sinne kein echter Django, sondern nur ein Imitat. Der Held im Film heißt eigentlich Cash.

Als vier Männer seinen jüngeren Bruder umbringen, schwört Cash blutige Rache. Mit einer unheimlichen Beharrlichkeit verfolgt Cash die Männer und stellt sie einen nach dem anderen. Wie Cash die vier Gangster um die Ecke bringt, das hat schon etwas. In einem Fall pult er sich sogar eine Kugel aus dem Oberschenkel, um sie zusammen mit einer leeren Hülse zu einer neuen Patrone zusammenzusetzen.

"Unbarmherzig wie die Sonne" von 1968 ist ein harter Italowestern, der seinen ganz eigenen Ton hat. Eigentlich dürfte der Film auch keine Altersfreigabe ab 12 Jahren haben. Es hat aber den Anschein, als wäre der Streifen massiv geschnitten worden. Wird es blutig, wird ausgeblendet. Die deutsche Grundlage des Films muss aber ursprünglich sogar noch kürzer gewesen sein. Mehrere Szenen wurden für die DVD-Veröffentlichung wieder gelängt. Da hier die deutsche Synchronisation fehlt, wurden die neuen Szenen einfach im italienischen Original belassen. Dabei ist eine Version entstanden, mit der überzeugte Cineasten sicherlich leben können. Der normale Zuschauer wird eher irritiert.

Ein 26-minütiges Making-of und ein Audiokommentar von Drehbuchautor und Regisseur Mario Lanfranchi runden die DVD ab. Koch Media zelebriert den Film in einer edlen Pappschachtel. Komisch: So viel Aufmerksamkeit hat der Film doch gar nicht verdient.

Verleih: Koch Media
Ton: DD 2.0
Bild: 1:2,35
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 90 Minuten
< Preis: ca 15 Euro

King of Queens Season 2

Die Heffernans sind ein ganz normales Pärchen aus dem Arbeiterviertel Queens, New York. Paketausfahrer Doug (Kevin James) ist dick, gemütlich und mit einem Bier und einer Football-Übertragung im Fernsehen bereits völlig zufrieden. Seine Frau Carrie (Leah Remini) ist schlank und sexy, spitzzüngig und manchmal ganz schön zickig. Zu allem Unglück kommt zu dieser explosiven Mischung auch noch Carries neurotischer Vater Arthur (Jerry Stiller, der Vater von Ben Stiller) hinzu, der bei den beiden einzieht.

Die Vorabendserie "King of Queens" bietet keine lauten Brüller am Stück, aber wunderbare Dialoge, peinliche Fettnäpfchen und immer wieder jede Menge Familienprobleme, die man auch aus dem eigenen Umfeld her kennt. Die sich wie Perlen auf einer Schnur reihenden kleinen Späße, Grunzer, Lacher und Sticheleien tragen zur sich schnell entwickelnden Sucht bei. Ohne "King of Queens" ist schon bald kein Tag mehr perfekt.

Wer Spaß an der Serie hat, kann sich die ganze zweite Staffel auf vier DVDs im Schuber besorgen. Ein kleines Booklet stellt die 25 Folgen vor, die allesamt sehr witzig sind. Mal ist Doug geschmeichelt, weil eine Kellnerin ihn anflirtet, mal muss er entdecken, dass seine Frau zwanghaft schummelt. Besonders übel: In "Unwichtiges in Klammern gesetzt" schießt sich Doug mit einem Tacker in die eigenen Weichteile - und traut sich anschließend nicht zum Arzt. Richtig unbehaglich wird es für Doug und Carrie auch in der Folge "Adam, Eva und Apfel". Hier fahren sie mit ihren Freunden Deacon und Kelly in die Berge. Zimmer an Zimmer müssen die beiden erkennen, dass die Freunde drei Mal Sex am Tag haben. Prompt wird die eigene Beziehung in Frage gestellt, denn so oft kommen die Heffernans auf keinen Fall zusammen.

Als Extra findet der Käufer der DVD-Box eine 12-minütige Dokumentation vor: "Ein Tag im Leben des Superstars Kevin James".

Verleih: Koch Media
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 545 Minuten
Preis: ca 30 Euro

Charmed - Staffel 1.1

Die 1998 erstmals ausgestrahlte Hexenserie "Charmed" erinnert an "Buffy" - ist aber erotischer und mit besseren Trickeffekten ausgestattet. In der Serie geht es um drei sehr hübsche Schwestern, die nach dem Tod ihrer Großmutter nicht nur Haus und Geld erben, sondern auch einige merkwürdige Hexenfähigkeiten. Prue (Shannon Doherty) kann etwa Gegenstände durch die Luft fliegen lassen. Piper (Holly Marie Combs) hält die Zeit an und kann dann einzelne Personen aus der Starre herauslösen. Die jüngste der Schwestern, Phoebe (Alyssa Milano), ist dazu in der Lage, in die Zukunft zu schauen. Gemeinsam müssen die Hexenschwestern immer wieder gegen böse Geister aus der Schattenwelt kämpfen. Und das möglichst so, dass niemand Wind vom exzessiven Einsatz der Zauberkräfte bekommt.

"Charmed" ist eine sehr charmante Serie. Die Schwestern sind hübsch anzusehen und machen bereits als erotischer Hingucker Quote. Dabei setzen die Macher konsequent auf Shannon Doherty, die bereits in "Beverly Hills 90210" die hübsche Zicke spielen durfte. Und die nicht minder attraktive Alyssa Milano versprach bereits als Küken in "Wer ist hier der Boss?", dass aus ihr einmal etwas Ansehnliches wird. Hinzu kommen ein bisschen Grusel, viel Sprachwitz und eine ordentliche Packung pubertären Krimskrams, der das jugendliche Publikum anspricht. Fertig ist eine Kultserie, die es bereits auf sieben Staffeln gebracht hat. Paramount splittet die erste Staffel leider in zwei Pakete, was den Anschaffungspreis deutlich in die Höhe treibt.

Im ersten Paket sind 12 Folgen auf drei DVDs enthalten. Gelungen ist, dass Paramount endlich einmal einen anständigen Schuber für seine TV-Serienumsetzungen anbietet. Schade allerdings, dass die doch noch sehr neue Serie nur in Stereo vorliegt. Hier hätte sich eine Dolby-5.1-Umsetzung akustisch doch richtig gelohnt.

Verleih: Paramount
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 507 Minuten
Preis: ca 30 Euro

Kung Fu - Zweite Staffel

So etwas wird heutzutage einfach nicht mehr gedreht. Die 1972 im Fernsehen ausgestrahlte Serie "Kung Fu" präsentiert Ungewöhnliches: Ein Kung-Fu-Chinese erforscht den Wilden Westen und lehrt den ungehobelten Revolverhelden das Prinzip der Friedfertigkeit.

David Carradine spielt den glatzköpfigen Mönch Kwai Chang Caine, der zu Fuß durch Amerikas wilde Vergangenheit stapft, um seinen Halbbruder zu suchen und zugleich seinen Häschern auszuweichen. Die Kopfgeldjäger suchen ihn als Mörder: Caine hat einen Neffen des chinesischen Kaisers getötet, nachdem dieser zuvor den Lehrmeister Caines umgebracht hat. In jeder Episode trifft Caine auf einfache Menschen im Wilden Westen, denen er freiwillig oder gezwungenermaßen beisteht.

Mit seinen fernöstlichen Weisheiten, seinem starken Friedenswillen, seinen chinesischen Wundertees und im Ernstfall auch mit seiner Kung-Fu-Kampfkunst beeinflusst Caine stets die Geschicke um ihn herum. So schlichtet er in einer Folge die Fehde zweier Familien, die sich bis aufs Blut bekriegen und dabei auch vor Mord nicht zurückschrecken. In einem anderen Fall steht er einem ehemaligen schwarzen Sklaven bei, der immer noch von den Weißen im Ort schikaniert wird.

Gelungen ist an "Kung Fu" nicht nur das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen. Immer wieder erinnert sich Caine an seine Ausbildung zum Shaolin-Mönch im chinesischen Kloster. Diese Rückblicke sind sehr stimmungsvoll und gespickt mit alten Weisheiten, die noch immer gut klingen.

Warner sammelt alle Folgen der zweiten Fernsehstaffel auf acht DVDs, die sich einzeln aus einem Schuber entnehmen lassen. Ton und Bild sind zwar nicht uptodate, aber das Ausgangsmaterial ist einfach schon zu alt. Die englische Fassung der Folgen ist übrigens ungekürzt, während bei der deutschen Umsetzung ein paar Minuten fehlen.

Verleih: Warner
Ton: DD mono
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 1116 Minuten
Preis: ca. 40 Euro

Star Trek Enterprise - Season 1

Das Bild, das die Menschheit zurzeit von einer potenziellen Zukunft im All hat, wurde entscheidend von zwei Science-Fiction-Serien geprägt: "Star Wars" und "Star Trek". Sicherlich weist "Star Wars" im direkten Vergleich die besseren Effekte auf. Den längeren Atem aber hat die von Gene Roddenberry ersonnene Star-Trek-Serie. Seitdem Captain Kirk an Bord der U.S.S. Enterprise in fremde Bereiche des Universums durchgestartet ist, haben mehrere Generationen Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Bildschirm gesessen, um die neuesten Abenteuer der gerade im Einsatz befindlichen Crew zu verfolgen. Nach Kirk übernahm Captain Picard in "Star Trek: The Next Generation" das Steuerruder. Es folgten mit "Deep Space Nine" und "Raumschiff Voyager" weitere Spin-offs, die das Herumtingeln in fremden Sonnensystemen zum Prinzip erklärten.

Paramount muss der Dank der zahlreichen Star-Trek-Fans asugesprochen werden. Das Studio beginnt damit, auch die vier Staffeln der jüngsten Serie "Star Trek Enterprise" auf DVD aufzubereiten. Diese Prequel-Serie spielt übrigens noch vor den Kirk-Abenteuern, was seltsam anmutet, da die Kulissen einfach viel moderner aussehen. Die Folgen zeigen Captain Jonathan Archer, der an Bord der NX-01 ins All aufbricht, um hier wie dort auf geheimnisvolle Aliens zu stoßen, die sich schnell als Freund oder Feind erweisen.

Die ersten 26 Episoden der fünften Star-Trek-Serie sind auf sieben DVDs gespeichert, die einmal mehr in einem sehr unpraktischen Plastikziegelstein stecken. Das hätte man deutlich edler umsetzen können. Immerhin: Alle Folgen liegen in Dolby Digital 5.1 und im 16:9-Breitbildformat vor. So ist der Heimkinoaufenthalt doch ungleich effektvoller als das simple Abhängen vor der Glotze. Viele Bonus-Dokumentationen zur TV-Serie runden das Angebot ab. Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 16:9
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 1144 Minuten
Preis: ca. 95 Euro

Die Unglaublichen

Die Jungs von Pixar haben einen echten Lauf. Jedes Jahr bringen sie einen neuen Animationsfilm ins Kino, der zum absoluten Kassenknüller mutiert und sich dann auch auf DVD millionenfach verkauft. Das ist beim neuesten Hit "Die Unglaublichen" nicht anders.

Im Universum der "Unglaublichen" sind die Helden mit ihren übermenschlichen Kräften nicht mehr gerne gesehen: Sie richten bei ihren Rettungsaktionen einfach einen zu großen Sachschaden an. So ziehen sich die Helden von einst in ihr Privatleben zurück. Genau dort fühlt sich aber der ultrastarke Mr. Incredible gar nicht wohl. Nur zu gerne lässt er sich deswegen überreden, gegen gute Bezahlung wieder aktiv zu werden.

Zunächst hängt deswegen der Haussegen schief. Als Mr. Incredible allerdings in eine Falle gerät, zeigt seine ebenfalls mit Superkräften ausgestattete Familie, dass mit ihr nicht zu spaßen ist. Mama wird's schon richten! "Die Unglaublichen" ist ein superb und sehr actionreich erzähltes Superheldenmärchen, das vor allem Jungs zu begeistern weiß. Da gibt es riesige Kampfroboter, spannende Verfolgungsjagden, viele Superhelden mit tollen Sonderkräften und natürlich - was für Pixar typisch ist - Slapstick und Situationskomik satt. Die knapp zwei Stunden Film gehen wie im Fluge vorbei und lassen junge wie alte Zuschauer mit klopfendem Herzen zurück.

Die DVD bietet eine perfekte Grafik im 1:2,39 Superbreitbildformat und mit satten Farben. Hinzu kommt ein Subwoofer-dröhnender Sound, der förmlich nach einem Heimkino mit sechs Boxen schreit. Die Extras sind auf der zweiten DVD zu finden. Hier gibt es nicht nur den Kurzfilm "Ein Schaf ist von der Wolle", sondern noch einen zweiten Film mit Baby Jack-Jack, das mit seinen Sonderkräften die Babysitterin auf Trab hält. Cool sind die witzigsten und unglaublichsten Pannen vom Dreh sowie zusätzliche Szenen und ein alternativer Anfang. Verleih: Disney
Ton: DD 5.1
Bild: 1:2,35
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 111 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

Best of Tweety & Sylvester 1

Tom & Jerry sind ganz bestimmt das Urgestein aller Cartoon-Geschichten, die sich in allen nur erdenklichen Variationen mit dem Thema "Katz jagt Maus" beschäftigen. Bei den Kindern nicht minder begehrt sind auch die Zeichentrickabenteuer des kleinen gelben Kanarienvogels Tweety, der immer wieder von der "doofen ollen Miezekatze" Sylvester verfolgt wird. Dabei möchte das Frauchen der beiden doch nur, dass sich beide Haustiere bestens miteinander vertragen. Das ist natürlich alles andere als leicht, wenn man ein Raubtier zusammen mit seinem Futter in ein gemeinsames Zimmer sperrt.

Dass der winzige Vogel Tweety bislang alle Attacken der schwarzen Katze überlebt hat, liegt an der großen Intelligenz des Piepmatzes - und am völlig fehlenden Funken einer wie auch immer gearteten geistigen Regung beim hungrigen Kater, der doch stets nur mit seinem Magen denkt.

Die DVD sammelt 15 Looney-Tunes-Geschichten, von denen sich allerdings nur zehn mit Sylvester und Tweety beschäftigen. Die übrigen Folgen zeigen Schweinchen Dick und Duffy Duck - sind aber nicht minder witzig. Das Material auf der DVD spannt den Bogen von den ganz alten Klassikern bis hin zu den Episoden, die noch ganz frisch aus der Fertigungshalle stammen.

In den Tweety&Sylvester-Folgen schiebt der Kanarienvogel natürlich wieder Katzenjammer und hat der Kater Lust auf einen leckeren Geflügelbraten. Die Abenteuer sind sehr schön umgesetzt, obwohl das abstrakte Gewaltpotenzial wie bei Tom & Jerry schon sehr hoch ausfällt, was viele Eltern schreckt. Kinder, die sich alle Folgen angesehen haben, lernen in einem DVD-Extra, wie sie die Looney-Tunes-Figuren zeichnen können. Weitere DVD-Extras feiern den 50. Geburtstag der Bugs Bunny All Stars, wählen Duffy Duck zum Präsidenten oder stellen den Looney-Tunes-Künstler Bob Klampett vor. Verleih: Warner
Ton: DD 1.0
Bild: 4:3
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 106 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Jarre in China

Der Franzose Jean Michel Jarre produziert bereits seit mehreren Jahrzehnten elektronische Musik im ganz eigenen Stil. Für seine Musik hat er nicht nur selbst viele völlig neue Instrumente erfunden, sondern auch Melodien geschaffen, die für die Ewigkeit sind. Auch seine Konzerte sind trotz der meist fehlenden Gesangseinlage echte Ereignisse. Das zeigt besonders die neue Doppel-DVD "Jarre in China" sehr eindrucksvoll, die jeweils ein Konzert in der Verbotenen Stadt und auf dem Tian'Anmen Platz speichert. Vor allem das sehr lange Konzert in der Verbotenen Stadt ist ein echter Hingucker. Eine riesige Bühne bietet genug Platz für die vielen Orchestermusiker, die Jarre auf ihren Instrumenten begleiten. Hinzu kommen riesige Kegel und Kugeln, die immer wieder neu von Strahlern und Projektoren angestrahlt werden. Zahlreiche Kameras haben das Ereignis in einer erstklassigen Bildqualität eingefangen.

Passend zur Musik wechselt die DVD immer wieder von Nahaufnahmen des entspannt am Keyboard ackernden Musikers hin zu Totalen, die die ganze Konzertatmosphäre einfangen. Die absolute Überraschung ist die Soundqualität der knapp drei Stunden langen Konzertaufzeichnung. Sie ist THX-zertifiziert und vor allem im DTS-Modus eine solche Offenbarung, dass Soundfetichisten andächtig auf die Knie fallen.

Bei Klassikern wie "Oxygene" oder "Equinox" ist jede Note räumlich klar zu hören. Ein so dynamischer, reiner und perfekt abgemischter Sound drang schon lange nicht mehr aus den Boxen eines Heimkinos. Wer die Regler richtig hochfährt, bekommt schnell den Eindruck, selbst mit bei den beiden Konzerten dabei gewesen zu sein. Ein Anspieltipp ist übrigens das neu geschriebene Stück "Voyage à Pékin“, in dem Jarre zusammen mit dem Beijing Symphony Orchestra und der Sängerin Cui Jian auftritt.

Als Extra liegt der DVD auch noch eine Audio-CD mit Auszügen des Konzertes bei. Was will man mehr? Verleih: Warner
Ton: DD 5.1 + DTS
Bild: 16:9
FSK: Keine Angabe
Laufzeit: 188 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

Yamato: The Drummers of Japan

In der westlichen Welt gehen die klassischen Werte immer mehr verloren. Dass sie vermisst werden, zeigt die zunehmende Begeisterung der Menschen für alte, fernöstliche Traditionen. Zum Geheimtipp haben sich ganz in diesem Zusammenhang die Auftritte der 1993 in Nara gegründeten Taiko-Gruppe Yamato gemausert.

Taiko werden in Japan besonders große Trommeln genannt, die genau im Takt des Herzens und der Seele klingen sollen. Die Gruppe Yamato holt eben diese Trommeln in den verschiedensten Bauweisen auf die Bühne. Wer bereits ein Konzert der Gruppe gesehen hat, war ganz bestimmt fasziniert vom Klang der Trommeln und von der Kraft, dem Witz und dem Charme der Trommler, die ihre Kunst beim täglichen Taiko-do perfektionieren. Damit die Musiker die vielen parallel zum Einsatz kommenden Trommeln auch wirklich synchron schlagen können, leben sie auch privat zusammen und begehen jeden Tag gemeinsam. Dabei üben sie jeden Tag mehrere Stunden lang, die Trommeln perfekt zu schlagen.

Die Doppel-DVD bietet einen im August 2004 in Düsseldorf aufgenommenen Auftritt der Trommlergruppe. Die wummernden Klangteppiche, die Yamato in mehreren Trommelliedern webt, sind sehr beeindruckend. Gerne hört man den kunstvoll arrangierten Trommelwirbeln zu, die so rein gar nichts mit den Trommeln westlicher Art zu tun haben. Auch die Trommler machen einen sehr guten Eindruck, wie sie breitbeinig und mit dicken Schweißtropfen auf den nackten Oberkörpern vor ihren mannsgroßen Trommeln stehen und mit armdicken Knüppeln auf sie einprügeln. Da die Bühne aber oft sehr dunkel gehalten ist und der Sound in Dolby Digital 5.1 nicht ganz so dramatisch klingt, wie er dies eigentlich tun sollte, ermüdet das Schauen mit der Zeit.

Die DVD-Extras stellen das Ensemble und die Instrumente vor. Einen Yamato-Workshop gibt es auch.

Verleih: WVG
Ton: DD 5.1
Bild: 16:9
FSK: keine Angabe
Laufzeit: 140 Minuten
Preis: ca. 22 Euro

Carsten Scheibe, DVD-Portal Typemania

Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools