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Hollywood schlägt zurück

Großproduktionen wie "Mission: Impossible" oder "Wo die Liebe hinfällt..." stehen für den Einsatz im Heimkino bereit. Ebenfalls neu auf DVD: ein deutscher Film, der Hollywood Konkurrenz macht.

Von Carsten Scheibe

Wo die Liebe hinfällt...

In der Rob-Reiner-Komödie "Wo die hinfällt" muss Sarah Huttinger (Jennifer Aniston) feststellen, dass ihre eigene Familie das Vorbild für das Buch und den Film "Die Reifeprüfung" war. Unglaublich, aber wahr: Sarahs Mutter und auch die Großmutter (herrlich burschikos: Shirley MacLaine) sind alle beide mit Beau Burroughs (Kevin Kostner) ins Bett gestiegen. Sarah ist verwirrt. Und das nicht nur, weil sie selbst bald ihren lieben, aber etwas zu kantenlosen Freund Jeff (Mark Ruffalo) heiraten wird - und davor im Grunde genommen panische Angst hat. Sondern auch, weil sie selbst kurz vor ihrer Hochzeit mit Beau Burroughs in der Kiste landet.

Aus einer interessanten Was-wäre-wenn-Idee mit einem eher verhaltenen Anfang wird ziemlich schnell eine unglaublich amüsante und von allen Beteiligten hinreißend gut gespielte Beziehungskomödie, in der ganz besonders süß die verwirrte Bald-Ehefrau gibt, die vor ihren Gefühlen flieht und ausgerechnet mit ihrem eigenen Vielleicht-Vater ins Bett fällt. Der Zuschauer mag gar nicht mehr hinsehen, wenn Kevin Costner als alternder Lover seinen gesamten Charme spielen lässt und das ganze Robinson-Chaos noch größer werden lässt. Schließlich hat er dann bereits mit drei Generationen der Familie Sex gehabt. Immerhin sorgt wenigstens die resolute Oma Robinson dafür, dass es zur rechten Zeit ein ordentliches Donnerwetter gibt und am Ende alles wieder ins Reine kommt.

Nach vielen höchst durchschnittlichen Komödien mit Starbesetzung ist "Wo die Liebe hinfällt" endlich mal wieder ein echter Brüller, der bis zum Happyend immer mehr an Tempo zunimmt.

Schade ist nur, dass die DVD abgesehen von zwei Trailern keine weiteren Extras bietet. Hier hätte man sich wenigstens das eine oder andere Interview mit den Beteiligten gewünscht. : Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 93 Minuten

Kiss Kiss Bang Bang

Harry Lockhart (Robert Downey Jr.) ist ein lieber Kleinganove, der nichts so richtig auf die Reihe bekommt und sich mit seinem Charme und seinen schlitzohrigen Betrügereien gerade so über Wasser hält. In "Kiss Kiss Bang Bang" erledigt er in New York gerade noch Weihnachtseinkäufe der ganz besonderen Art, als er aus Versehen den Alarm auslöst. Auf der Flucht vor der Polizei landet er bei einem Casting für einen Hollywood-Film.

Ehe Harry weiß, was er da tut, sitzt er auch schon in einem Flugzeug nach Hollywood, um "Probeaufnahmen" zu machen. Der "schwule Perry" (Val Kilmer), ein echter Privatdetektiv, soll ihm beibringen, wie er einen richtigen Schnüffler spielen kann. Es dauert nicht lange - und alles läuft aus dem Ruder. Mehrere Morde, eine schöne Frau und einen Groschenromanheld namens Jonny Gossamer sorgen dafür, dass sich Harry in einem Moment des Größenwahns dazu versteigt, sich als Polizist auszugeben. Schon bekommt er es nicht nur mit den Intrigenspielchen zu tun, sondern steckt auch noch bis zum Hals in einem äußerst schrägen Mordfall, in dem die Leichen einfach nicht verschwinden wollen, sondern immer wieder auftauchen.

"Kiss Kiss Bang Bang" ist eine Krimikomödie mit einem gehörigen Film-noir-Einschlag, produziert von Joel Silver. Regie führte Shane Black, der die Drehbücher der "Lethal Weapon"-Filme verfasste. "Mehr Action, Gags, Chaos und coole Sprüche sind nicht möglich", heißt es auf dem Backcover der DVD. Tatsächlich vermengt der Film auf komplexe Weise Humor, Spannung und bringt sogar eine Liebesgeschichte unter. Gekrönt wird das Ganze von dem herausragenden Gespann Robert Downey Jr. und Val Kilmer.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 2,40:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 99 Minuten

Wer entführt Mr. King?

Wer kennt eigentlich noch die "Entführung der verrückten Mrs. Stone"? Damals setzte Danny deVito seine Frau (Bette Midler) gefangen, um ganz groß abzukassieren. Ähnlich schräg, genauso lustig und für einen Abklatsch erstaunlich ideenreich ist auch "Wer entführt Mr. King?"

Der in vielen Filmen als dunkelhäutiger Moppel aktive Anthony Anderson spielt hier den übergewichtigen Malcolm King, der als Geschäftsmann ein wahres Genie ist, als Ehemann aber eine echte Katastrophe. Er ist launisch, verletzend und großspurig zu allen - auch zu seiner Frau. Eine bevorstehende Scheidung, bei der Millionen Dollar den Besitzer wechseln werden, muss unbedingt glimpflich überstanden werden. Also plant King, mit Hilfe seiner tumben Geliebten und ihres dusseligen Bruders die eigene Entführung, um dann das Lösegeld beiseite zu legen, sodass seine gierige Frau nicht an dieses Geld herankommt. Zu dumm, dass er nicht der einzige ist, der daran glaubt, dass eine Entführung alle Probleme löst. Es gibt nämlich noch zwei weitere Entführerteams.

Natürlich geht bei Kings Entführung so ziemlich alles schief. Und so landet King beim völlig falschen Entführer. Der ist überaus erstaunt darüber, dass sein Opfer so cool und gelassen bleibt. Die ursprünglich eingesetzten Entführer bekommen davon auch nichts mit: Sie haben nämlich den Falschen entführt, merken es aber überhaupt nicht.

"Wer entführt Mr. King?" ist witzig und unterhaltsam bis zum Ende, ohne dabei allerdings über das Niveau mittelmäßiger Komödien herauszugehen. Der Film eignet sich perfekt dafür, einen netten Abend zu verbringen.

Zu den Extras der DVD gehören nicht verwendete Szenen, ein Blick hinter die Kulissen, ein Audiokommentar von Regisseur Jeff Byrd und die originalen US-Trailer.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 94 Minuten

Cool & Fool

Vann (Samuel L. Jackson) ist ein echt übler Cop: einzelgängerisch, mürrisch, brutal und überaus wortkarg. So einen wie ihn möchte man nicht einmal zum Freund haben. Als sein Partner von Waffenschmugglern ermordet wird, bekommt er noch schlechtere Laune. Er arrangiert ein Treffen mit den Hintermännern, um sie hochgehen zu lassen. Dabei gibt er sich als potenzieller Käufer aus.

Zu dumm, dass ihm ausgerechnet ein geschwätziger Zahnpflegemittelvertreter namens Andy (Eugene Levy) in die Quere kommt. Vann muss den protestierenden Zahnmann unter seine Fittiche nehmen, nachdem die Bösewichter nun ausgerechnet ihn für den Waffenkäufer mit der dicken Kohle in der Tasche halten. "Cool & Fool" ist ein typischer Buddy-Film, in dem ein grantiger Schläger es mit einem quasseligen Gutsmenschen zu tun bekommt. Beide reiben sich dann so lange aneinander, bis sie sich gegenseitig zum Besseren verändern.

Das ist auch bei diesem Buddy-Movie nicht anders, wobei das Drehbuch aber leider nicht sonderlich originell ist und Samuel L. Jackson ungewohnt hölzern agiert. Ausgerechnet der American-Pie-Papa Eugene Levy bringt Leben in die Bude - als unbedarfter Kleinstadtvertreter, der vortrefflich den braven Bürger gibt, aber zunehmend Spaß an der gefährlichen und für ihn aufregenden Undercover-Polizeiarbeit findet. Die Hauptsorge des Zuschauers ist schon bald, dass der arme Familienvater nur ja mit heiler Haut aus dem Schlamassel herauskommt.

Trotzdem: "Cool & Fool" bleibt schwach und kommt bei weitem nicht an andere gute Buddy-Filme wie "Rush Hour" auf der Action-Seite oder "Ein Ticket für zwei" aus dem Humor-Genre heran. Es ist aber auch kein großer Verlust, sich den Streifen einmal anzusehen. Unterhaltsam ist er allemal.

Zu den Extras zählen nicht verwendete und verpatzte Szenen, Sam Jacksons Anleitung zum Fluchen und ein Bericht über die Entstehung einer Actionszene.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 80 Minuten

Voll gepunktet

Eine gelungene Mischung aus "Breakfast Club" und "Ocean's Eleven" ist der Film "Voll gepunktet" von Regisseur Brian Robbins. Mehrere Schüler einer amerikanischen Schule müssen aus den verschiedensten Gründen den SAT-Wissenstest bestehen. Gelingt es ihnen nicht, hat das sofort ganz üble Auswirkungen auf ihre unmittelbare Zukunft. Um die eigenen Chancen zu verbessern, schließen sich mehrere Kids um den ehrgeizigen Kyle (Chris Evans) zusammen, um die Aufgaben am Vorabend des Tests zu stehlen und gemeinsam zu lösen.

Sehr spannend und gut durchdacht geht der Film auf die einzelnen Schüler ein. Scarlett Johansson als geistige Überfliegerin, Erika Christensen als Streberin und Leonardo Nam als sympathischer Kiffer wissen zu überzeugen und sorgen dafür, dass "Voll gepunktet" immerhin ein klein wenig am Sockel des großen Vorbilds "Breakfast Club" kratzen kann. Wie die Kids ihren Einbruch planen und wie am Ende natürlich wieder alles ganz anderes kommt als vorgesehen, befriedigt die Actionfreunde unter den Zuschauern, die eine gut geplante Einbrechergeschichte zu schätzen wissen. Der Film funktioniert aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene. Die so verschiedenen Schüler, die sich zunächst nur der gemeinsamen Not folgend zusammengeschlossen haben, finden nach und nach zu einem echten Team zusammen und lernen so in einer Nacht mehr über das Leben, als das auch der beste Test abfragen könnte.

Dank der soliden Leistung der Hollywood-Nachwuchstalente und einem guten Drehbuch ragt "Voll gepunktet" weit aus dem Durchschnitt der üblichen Teenager-Streifen heraus.

Zahlreiche Extras werten die DVD auf. Neben einem Audiokommentar vom Regisseur gibt es ein umfangreiches Making-of, eine optimierte Widescreen-Version für 16:9-Fernseher und einen Trailer.

Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 89 Minuten

Die Sturmflut

Teamworx schielt nach Hollywood. Das deutsche Produktionshaus verbraucht immer größere Etats, um äußerst aufwändige Event-Zweiteiler für das Fernsehen in Szene zu setzen. Mit Erfolg: Die Einschaltquoten fallen sensationell hoch aus. Nach der "Luftbrücke" konnte Teamworx zuletzt auch mit der "Sturmflut" punkten.

Der mit acht Millionen Euro für RTL gedrehte Streifen basiert auf der Überschwemmung Hamburgs im Jahr 1962, als eine unerwartete Sturmflut die Deiche brechen lässt und 315 Menschen sterben müssen. Damals schlug auch die Stunde des Innensenators Helmut Schmidt, der alle politischen Protokolle ignorierte und eine schnelle Hilfe für die Opfer organisierte.

Natürlich geht der Film von Regisseur Jorgo Papavassilou intensiv auf die Flut und auf die Rolle Schmidts ein. Im Zentrum des Zweiteilers steht aber eine Dreierbeziehung. Katja (Nadja Uhl) steht kurz vor der Vermählung mit dem Oberarzt Markus Abt (Jan Josef Liefers), der aus einer angesehenen Familie stammt.

Während Katja noch große Probleme mit dem Standesdünkel des Schwiegerpapas hat, steht auf einmal ihr Exfreund Jürgen (Benno Fürmann) wieder vor der Tür - der wahre Vater ihres Sohnes. Mitten im Chaos der heranbrausenden Sturmflut müssen die Drei versuchen, ihr Leben zu ordnen - auch für den in den Fluten verletzten Sohn, der dringend Medizin benötigt. "Die Sturmflut" präsentiert die erste Schauspielergarde Deutschlands, darunter auch Heiner Lauterbach, Elmar Wepper, Jutta Speidel und Götz George. Wer die historische Genauigkeit ein wenig aus den Augen verliert und sich ganz auf die Geschichte und die vielen Trickeffekte einlässt, wird viel Spaß mit dem Film haben. Auf DVD gibt es ihn nun auch ohne Werbeunterbrechung und in Dolby Digital. Auf einer zweiten DVD finden sich Extras wie Produktionsnotizen oder Jan Josef Liefers' Drehtagebuch. Verleih: Warner
Ton: DD 2.0
Bild: 1,78:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 182 Minuten

Serenity

Joss Whedon ("Buffy") gilt in den USA als König der TV-Produktionen. Seinem neuesten Coup war allerdings kein langes Leben beschienen. Die Abenteuer des Raumschiffs Serenity gingen in der SciFi-Serie "Firefly" bereits vor der Zeit zu Ende. Was schade war: Die Serie war gut, kam bei allen gut an und hatte nur zu wenig Zuschauer. Whedon gelang das Kunststück: Er durfte "Firefly" im Kino fortführen.

Unter dem Titel "Serenity" startete das Raumschiff um eine Bande von Schmugglern erneut ins All durch. Der Film startet spannend: Kaum hat Captain Malcolm Reynolds den Arzt Simon und dessen junge Schwester River an Bord genommen, sind auch schon die Geheimagenten der Planetenallianz hinter ihnen her. Kein Wunder: Bei dem Mädchen handelt es sich um eine konditionierte Kampfmaschine, die durch geheimnisvolle Signale "eingeschaltet" wird und dann stets einen verheerenden Schaden anrichtet. Soll Captain Malcolm diese Gefahr für sein Schiff einfach absetzen oder soll er für das Mädchen kämpfen? Das ist eine Entscheidung, die das Leben der Weltraumschmuggler beeinflussen wird.

"Serenity" funktioniert. Tolle Effekte, viel Action und kesse Sprüche sorgen für einen modernen Science-Fiction-Spaß, der auch im Heimkino begeistert und den Subwoofer ordentlich brummen lässt. Erfrischend ist aber auch, dass sich Whedon viel Mühe mit seiner Raumschiffcrew gibt und die auf den Punkt getexteten Dialoge dafür benutzt, sie besser zu charakterisieren. Es wäre schade, die "Serenity" nach diesem ersten Film gleich wieder im Hangar zu parken. Nachdem kein weiterer "Star Wars"-Streifen zu erwarten ist und "Star Trek" im Kino nicht mehr so richtig punkten kann, wäre "Serenity" ein würdiger Ersatz.

Zur DVD gehören Extras wie verpatzte und neue Szenen, eine Einführung in die Story von Joss Whedon und ein Audiokommentar. Verleih: Universal
Ton: DD 5.1
Bild: 2,35:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 114 Minuten

Mission: Impossible

Topstar Tom Cruise musste gerade mit dem dritten Teil seiner Agenten-Thriller-Reihe "Mission Impossible" lernen, dass es manchmal eben doch nicht ausreicht, einfach nur eine tolle Actionszene an die andere zu reihen. Ein bisschen Story muss auch schon sein. Ein Musterbeispiel für das Zusammenspiel zwischen Bild und Geschichte ist der erste Teil, den Paramount gerade als "Special Collector's Edition" auf zwei DVDs neu auf den Markt gebracht hat.

Die DVD enthält noch einmal den kultigen Film von Regisseur Brian De Palma, in dem Topagent Ethan Hunt (Tom Cruise) bei einem schief gelaufenen Einsatz sein gesamtes Team an CIA-Kollegen verliert - und damit auch seine Freunde. Noch schlimmer: Alle scheinen ihm die Schuld an dem Debakel zu geben. Für Hunt gibt es nur eine Lösung: Er muss selbst herausfinden, wer hinter dem blutigen Verrat steht.

"Mission: Impossible" ist im ersten Teil ein blitzschnelles Verwirrspiel der Marke Wer-hat's-getan?, bei der bis zum Ende niemand so richtig weiß, wer eigentlich auf der Seite der Guten und wer auf der Seite der Bösen steht. Eine in ihrer Spannung perfekt inszenierte Einbruchssequenz in den Tresorraum des CIA-Hauptquartiers und eine Zug-Hubschrauber-Verfolgungsjagd in einem Tunnel sind die absoluten Action-Highlights in diesem Film. Dadurch, dass sich Action und Agentendrama aber wunderbar die Waage halten, gewinnt der Film an Intelligenz und Spannung und verkommt nicht ganz zum Entspannungsgehilfen der Popcorn-Generation.

Die zweite DVD bietet zahlreiche Dokumentationen passend zum Film an, die sich an bekennende Cineasten richten und die anhand von vielen Beispielen aus "Mission: Impossible" aufzeigen, wie Kino heute funktioniert. Trailer, TV-Spots und eine Fotogalerie runden die Extras ab.

Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 2,35:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 106 Minuten

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo