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Lassie, Nobody & Co.

Zahlreiche neue Filme und Serien standen für stern.de-Mitarbeiter Carsten Scheibe auf dem Programm, als er sich für ein paar Tage ins Heimkino zurückgezog. Dort traf er auf manches alte Juwel.

Coach Carter

Sportfilme liegen im Trend. Nach "Gegen jede Regel" und "Das Wunder von Lake Placid" geht nun mit "Coach Carter" ein weiterer Hollywood-Film an den Start, der auf einer wahren Lebensgeschichte basiert. Samuel L. Jackson überzeugt volle zwei Stunden lang als Coach mit Ambitionen.

In "Gegen jede Regel" brachte Denzel Washington zum Ende der Rassentrennung in den USA erstmals ein weißes und ein schwarzes Football-Team zusammen - gegen alle explosiven Widerstände. Der Film "Das Wunder von Lake Placid" setzt Kurt Russell in Szene, der als Trainer der amerikanischen Eishockey-Spieler gegen die Russen des Kalten Krieges antritt. Jetzt vervollständigt Samuel L. Jackson als "Coach Carter" das Trio der grantigen Lehrmeister: In diesem brandaktuellen Film dreht sich alles um ein Basketball-Team in einem heruntergekommenen Viertel von Richmond - dort, wo es wahrscheinlicher ist, dass man im Knast landet als auf dem College.

Alle drei Filme verbreiten die Botschaft, dass eine Mannschaft nur dann erfolgreich ist und gewinnen kann, wenn sie ein echtes Team ist und sich konditionell so lange schindet, bis sie schneller, quirliger und ausdauernder rennen kann als jeder Gegner. Ganz in diesem Sinne zeigt auch "Coach Carter" auf sehr eindrucksvolle Weise, wie ein knochenharter Trainer seine Mannschaft quält, bis sie Disziplin und Respekt zeigt und in Sachen Kondition top gedrillt ist. Gerne schaut man von seinem bequemen Sofa aus zu, wie die frechen Jungs aus dem Ghetto-Viertel für jede dumme Bemerkung 500 neue Liegestütze aufgebrummt bekommen.

Natürlich ist es auch hier so, dass das Team zusammenwächst und die zuvor noch so widerborstigen Jungs endlich lernen, sich einmal zurückzunehmen. Und natürlich kommt es schon bald zu den ersten großen Erfolgen bei den offiziellen Spielen.

Aber - hier geht es um mehr als nur um Basketball. Coach Carter, den gab es wirklich. Berühmt geworden ist er aufgrund seiner ungewöhnlichen Trainingsmethoden. So zwang er seine Schüler dazu, Verträge mit ihm abzuschließen. In ihnen steht, dass sie einen Notendurchschnitt von 2,7 erreichen, in ihren Kursen immer in der ersten Reihe sitzen und bei Spielen Sakko und Krawatte tragen müssen. Als die Jungs über ihren Spielerfolgen kurzerhand den Unterricht schwänzen, greift der Couch gegen den Widerstand der Schüler, der Eltern und der Lehrer zu drakonischen Maßnahmen: Er schließt die Sporthalle ab und zwingt die Schüler dazu, in der Bibliothek zu lernen.

In einer Zeit, in der ein starker Wille und ungewöhnliche Konzepte nicht mehr gefragt sind, tut es gut, einem wie Coach Carter zuzusehen, der noch an die Zukunft seiner Schüler glaubt und sich dafür stark macht, dass sie eine Chance auch jenseits des Sportplatzes haben - egal, wie groß die Widerstände sind.

Der Film hat mit über zwei Stunden Überlänge. Trotzdem ist er keine Sekunde langweilig. Regisseur Thomas Carter inszeniert das Drama mit ruhigen, dramatischen und vielen sportlichen Szenen, in denen Samuel L. Jackson als Fels in der Brandung eine verdammt gute Figur macht. Aber auch die Spieler auf dem Feld sind perfekt gecastet. Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. In einer Nebenrolle ist übrigens Pop-Ikone Ashanti zu sehen.

Da der ganze Film ja auf wahren Begebenheiten basiert, ist es gut, dass am Ende auch noch berichtet wird, was aus den Schülern geworden ist. Ein Kinoereignis für die ganze Familie, der sehr zum Nachdenken anregt. Auf der DVD findet sich einiges an Bonusmaterial, so eine Doku über den wahren Coach Carter, entfernte Szenen, ein Musikvideo und "ein schneller Break an der Richmond High".

Verleih: Paramount
Ton: DD 5.1
Bild: 2,35:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 131 Minuten

A Dirty Shame

Sylvia ist eine frigide Schachtel, die ihren Ehemann auf 30 Zentimeter Abstand hält und ihre busengewaltige Tochter zu ihrer eigenen Sicherheit ins Zimmer einsperrt, damit sie nicht die Nachbarschaft sexualisiert. Ihre Einstellung zur körperlichen Liebe ändert sich nach einem Klapps auf den Hinterschädel aber ganz gewaltig.

Sylvia Stickles (Tracey Ullman) ist mürrisch, in ihren besten Jahren und absolut konsequent nicht an Sex interessiert. Zusammen mit ihrer Mutter arbeitet sie in einem Supermarkt in der spießigen Hartford Road in Baltimore. Empörend finden die beiden, dass ihr Shop von sexuell befreiten Lesben aufgesucht wird, die in den Regalen Körperflüssigkeiten austauschen. Prompt gründen sie den Club der geschlechtslosen "Neuters", die dem grassierenden Sexwahn schnell ein Ende bereiten möchten.

Mutter und Oma müssen dabei erst einmal vor der eigenen Haustür kehren. Sylvias Mann (Chris Isaak) bettelt schon am Morgen um einen schnellen Quickie und zieht sich dann nach einer Abfuhr mit seinem Lieblingsmagazin aufs Klo zurück. Ganz und gar enthemmt ist die eigene Luder-Tochter (Selma Blair), die sich ihre Brüste auf ein unglaubliches XXL-Maß hat aufpumpen lassen - und nun als Stangengirl in einem Striptease-Tempel arbeitet. Doch auch Sylvia bekommt noch die Chance auf sexuelle Erleuchtung. Bei einem Autounfall bekommt sie eine Klatsche an den Kopf - und verwandelt sich prompt in eine ewig lüsterne Sexbombe, die zur neuen Göttin der Fetischjünger ausgerufen wird.

Skandalregisseur John Waters lädt zu einem völlig schrägen Film mit bester Besetzung, der das Thema Sex auf die Spitze treibt, ohne dabei auch nur eine einzige nackte Brust zu zeigen - von dem gefälschten Monsterbusen der Selma Blair einmal abgesehen. Schon bald zeigt sich, dass es im ganzen Örtchen jede Menge einschlägig Sexualisierter gibt, die bereits einen Hieb auf den Kopf bekommen haben und nun nymphoman geworden sind. Wie die haarigen Männer aus dem Nachbarhaus, die sich nur die "Bären" nennen und gerne im eigenen Garten den homosexuellen Freuden nachgehen. Ein Polizist, der sich als sabberndes Baby verkleidet, ein Shop-Hilfsarbeiter, der auf Dreck steht und mittendrin Johnny Knoxville als Sexguru mit einer sehr langen und beweglichen Zunge - das hat schon etwas.

Trotz der vielen Frivolitäten: "A Dirty Shame" ist ein erotisierter Film, den man sich gerne anschaut, der dann aber komischerweise einen schalen Eindruck hinterlässt. Denn im Grunde genommen zeigt sich nach dem Abspann, dass keine tiefere Botschaft hinter dem Film stand und dass alles nur ein einziger Spaß mit viel Fantasie und einigen bekannten Schauspieler war. Bei dieser Belanglosigkeit hätte man sich am Ende doch ein wenig mehr richtigen Sex gewünscht - und nicht immer nur das Gefasel im Film darüber. An "A Dirty Shame" zeigt sich auch, dass die Zeit von John Waters vorbei ist. Denn wo der Underground-Filmer früher pervers, schockierend und freakig wirkte, da kann er im Internet-Zeitalter keine Schamgrenzen mehr einreißen.

Verleih: Sony Pictures
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 85 Minuten

Hostage - Entführt

Bei Bruce Willis kann man sich ganz sicher sein: Er dreht verdammt viele Filme im Jahr. Und entweder sind sie abgrundtief schlecht oder sie sind ein echter Knüller. "Hostage" gehört zu den absoluten Highlights im Schaffen des in Deutschland geborenen Ex-Mannes von Demi Moore.

Jeff Talley (Willis) ist in "Hostage" der Spezialist für Verhandlungen bei Geiselnahmen in Los Angeles. Als seine Fehleinschätzung der Lage einem kleinen Jungen das Leben kostet, zerbricht er fast an dem Vorfall. Er quittiert den Job und wird Polizeichef in einer Kleinstadt. Doch die Vergangenheit holt ihn schon bald wieder ein. In seinem Bereich überfallen drei völlig durchgeknallte Jugendliche den Buchhalter Walter Smith und seine beiden Kinder. In seinem Haus sind sie vorerst sicher - es ist nämlich uneinnehmbar. Zu dumm, dass der Buchhalter eine DVD besitzt, die für ein Verbrechersyndikat ganz besonders wichtig ist. Die Profis entführen Talleys Familie - und zwingen ihn dazu, die Verhandlungen mit den Banditen im Haus des Buchhalters zu übernehmen. Wie soll Talley nun die fremde Familie schützen, ohne die eigene zu gefährden?

Regisseur Florent Siri inszeniert mit einem perfekt spielenden Bruce Willis einen harten Thriller voller Überraschungen, der bis in die Nebenrollen perfekt besetzt ist. Echte Psychotricks und reine Gewalt gehen hier eine Symbiose ein, die den Zuschauer wieder zum Nägelkauen verleitet und die sich in DTS ES 6.1 ganz besonders aufregend anhört. Keine Frage: "Hostage" ist einer der besten Thriller des Jahres. Wie er allerdings trotz der blutigen Szenen eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren bekommen hat, ist sehr wundersam.

Warner bietet den Film auf zwei DVDs an. Zu den 56 Minuten Bonusmaterial gehören eine B-Roll, ein Blick hinter die Kulissen, ein Making of sowie gelöschte und gelängte Szenen. Ein Audiokommentar steht ebenfalls bereit.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1 / DTS ES 6.1
Bild: 16:9
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 108 Minuten

Dead Man's Walk

Texas, 1840: Die beiden blutjungen und unerfahrenen Texas Ranger Gus McCrae (David Arquette) und Woodrow Call (Johnny Lee Miller) haben Lust auf ein Abenteuer. Und so lassen sie sich auf das Wagnis ein, nach Mexiko zu ziehen, um Santa Fe zu erobern. Dort soll es Gold in Hülle und Fülle geben.

Das sechsstündige Fernsehdrama von 1996 zeigt, wie der Wilde Westen wirklich war. Da gibt es Indianer, die den nicht ausgebildeten Weißen im Kampf haushoch überlegen sind, bestens ausgerüstete Mexikaner und fiese Skalpjäger, an denen nicht nur das Gebiss faul ist, sondern auch die Gesinnung. McCrae und Call bekommen es mit inkompetenten Vorgesetzten, mit der schneidenden Kälte der Nacht, mit warmherzigen Huren und mit dem staubigen Durst der Wüste zu tun. Sie landen in einem Großfeuer, werden vor das Erschießungskommando gestellt und finden sich am Ende in einer Lepra-Kolonie wieder.

Der ohne Lagerfeuerromantik ziemlich brutal und schnörkellos erzählte Western setzt auf Authentizität und entfernt sich dabei meilenweit von Sergio Leone und dem Gut-Indianer Winnetou. Das ist erfrischend und zugleich ein lebendiger Rückblick in die amerikanische Geschichte. Beeindruckend wird das auf drei DVDs angebotene Historiendrama auch aufgrund der hochkarätigen Besetzung. Keith Carradine, Harry Dean Stanton und Brian Dennehy sind in tragenden Rollen zu sehen. Eindruck schinden auch Edward James Olmos als ehrenvoller Anführer der Mexikaner und F. Murray Abraham als egozentrischer Hochstapler, der die Texaner in den Untergang führt. Von hundert Texanern kehren am Ende nur fünf mehr oder weniger lebendig in die Heimat zurück: Das ist ganz großes Fernsehen.

Produziert hat das Epos übrigens Hallmark. Diese Firma ist ansonsten eher für die Umsetzung von bildgewaltigen Fantasy-Stoffen bekannt. Verleih: Paramount
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 158 Minuten

Immortal

Enki Bilal gilt als einer der größten Stars des französischen Autoren-Comics. Seine unterkühlten Wirtschafts- und Politthriller gehören mit zu den besten Comics, die sich im Fachgeschäft beziehen lassen. Nebenbei hat sich der dem visuellen Experiment verschriebene Zeichner immer wieder dem Film gewidmet. Nach zwei Arbeiten hat Bilal nun mit dem 2004 entstandenen "Immortal" sein eigenes Comicwerk verfilmt. Dabei schrieb er das Drehbuch und führte Regie.

"Immortal" entführt uns in das New York des Jahres 2095. Über der Megacity schwebt eine geheimnisvolle Pyramide aus dem All. In ihr ist der ägyptische Gott Horus (Thomas Pollard) auf die Erde zurückgekehrt. Sieben Tag hat er Zeit, um die geheimnisvolle Mutantin Jill (Linda Hardy) zu finden und ihr ein Kind zu machen. Nur so kann er seine Unsterblichkeit bewahren. Um dem Mädchen mit den blauen Haaren nahe zu kommen, schlüpft er in den Körper des Rebellen Alcide Nikopol (Thomas Kretschmann). Als der sich in das Mädchen verliebt, gewinnt die Menage à trois schnell an Dramatik.

Bilal entwirft einen Film, der wie ein lebendig gewordener Comic aussieht. Real- und Trickszenen verschmelzen hier in einer Weise, die den Zuschauer in eine völlig fremde Welt entführt. Die ganz eigene Bildsprache des Films mit seinen verrückten Designs, den fantasievollen Gimmicks und den merkwürdigen Figuren wird nicht alle Zuschauer überzeugen. Die, die "Immortal" aber lieben, werden ihn sich immer wieder neu anschauen, um sich in den Details zu verlieren.

Die DVD bietet einen beeindruckenden Sound in DTS 6.1 ES für sieben Lautsprecher und zahlreiche Extras auf einer Extrascheibe. Dazu zählen ein Making of des Films sowie der Spezialeffekte, ein Interview mit Thomas Kretschmann und ein Besuch in Enki Bilals Atelier.

Verleih: Sunfilm
Ton: DD 5.1 / DTS 6.1 ES
Bild: 1,85:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 99 Minuten

Highlander I-IV Limited Edition

Es gibt nicht viele Sprüche aus dem Kino, die das Ende des Films überdauern. "Hasta la vista, Baby" und "I'll be back" gehören dazu. Und natürlich "Es kann nur einen geben" aus den Highlander-Streifen.

Der unsterbliche Highlander Connor MacLeod alias Christopher Lambert kehrt nun mit der "Highlander Limited Edition" in die Heimkinos zurück. Im edlen Schuber finden sich auf fünf DVDs alle zwischen 1986 und 2000 gedrehten vier Filme, in denen die Unsterblichen des Connor-Klans immer wieder mit dem Schwert in der Hand gegen das Böse kämpfen, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt, der seinen Kopf auf den Schultern trägt. Sobald einem Highlander nämlich der Kopf abgeschlagen wird, gehen seine Kräfte auf den Kontrahenten über.

Eine Besonderheit der Komplettausgabe ist die Renegade-Version von "Highlander II". Damals war der Regisseur äußerst unglücklich mit der Kinofassung, die ihm kurz vor dem Abschluss aus der Hand genommen und von den Geldgebern selbst zusammengeschnitten wurde. Was viele Fans als Murks bezeichneten, gewann erst in der Renegade-Fassung wieder an Klasse. Diese Fassung enthält die vom Regisseur ursprünglich vorgesehene finale Fassung, die mit vielen neuen Szenen auf einen anderen Kurs gebracht wurde. Die Renegade-Fassung und der vierte Teil der Sage liegen zudem im DTS-Soundformat vor. Wer sich Sorgen um den Jugendschutz macht: Nur Teil 1 hat keine Jugendfreigabe erhalten, bei den anderen Filmen gilt "freigegeben ab 16 Jahren".

Zusätzlich zu den Filmen bietet der Schuber viele Extras an. So gibt es einen 50-minütigen Bericht zur Entstehung von "Highlander II", gelöschte Szenen und einen Bericht zum Kostümdesign, zur Musik, zu den Spezialeffekten und zu den Lichteffekten. Natürlich wagen die Extras auch einen Blick hinter die Kulissen. Verleih: Highlight DVD
Ton: DD 5.1 / DTS
Bild: 1,85:1
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: 477 Minuten

Don Quichotte

Die Geschichte von Cervantes über den "Ritter von der traurigen Gestalt" ist vielen Kindern und Erwachsenen heutzutage nicht mehr bekannt. Dabei sprüht sie vor lauter Fantasie und setzt Humor und Tragik eng nebeneinander. Peter Yates hat den Literaturklassiker mit hochkarätiger Besetzung fürs Fernsehen verfilmt. Inzwischen liegt das Werk auch auf DVD vor.

Erzählt wird die Geschichte des geistig leicht wirren Alonso Quixadas (John Lithgow), der im Spanien des beginnenden 19. Jahrhunderts lebt. Er beschließt im Alter von 50 Jahren, sich ab sofort Don Quichotte de la Mancha zu nennen und das Abenteuer zu suchen, wie es früher die fahrenden Ritter gemacht haben. Aus seinem alten Gaul wird das Streitross Rosinante. Den Bauern Sancho Panza (Bob Hoskins) macht er zu seinem treuen Knappen. Und das Bauernmädchen Alonza (Vanessa Williams) verwandelt sich in seiner Fantasie zur edlen Dame Dulcinea, für die er in fernen Gestaden Ruhm und Reichtum erwerben möchte.

Unterwegs bekommt es Don Quichotte mit aggressiven Riesen zu tun, die in den Augen seines Knappens doch nichts anderes als Windmühlen sind. Auch sonst hängen Irrglaube und Wirklichkeit eng beisammen - und man darf froh sein, wenn Herr und Knappe ihre selbstgewählten Abenteuer am Ende mit heiler Haut überstehen.

Der knapp zwei Stunden lange TV-Film wartet mit sehenswerten Trickszenen und einem nicht nur berühmten, sondern auch sehr bemühten Schauspieler-Tross auf. Wer die Originalgeschichte bereits kennt, wird sich eines ständigen Deja-vus nicht erwehren können. Alle anderen staunen über den durchgeknallten Don Quichotte und wundern sich sehr, dass alle ihn so sehr gewähren lassen - anstatt ihn schnurstracks wieder nach Hause zu schicken.

Schade ist nur, dass man sich mit dem Film so viel Mühe gemacht hat, ihn dann aber nicht im 16:9-Format anbietet und mit Mehrkanalsound unterlegt. Verleih: WVG
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 116 Minuten

Reise zum Mittelpunkt der Erde

Der Produktionsfirma Hallmark gelingt es immer wieder, große Sagen und Märchen so fürs Fernsehen umzusetzen, dass der Zuschauer den Eindruck hat, nicht zu Hause auf der Couch, sondern im Kino zu sitzen. Das ist bei der zweiteiligen Jules-Verne-Verfilmung "Reise zum Mittelpunkt der Erde" nicht anders.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts heuert die resolute Alice (Tushka Bergen) den Geologen Theodore (Treat Williams) und seinen Neffen Jonas (Jeremy London) an. Gemeinsam reisen sie von England nach Neuseeland, um hier Casper Hastings nachzuspüren - dem verschollenen Ehemann der Auftragsgeberin. Durch unterirdische Vulkanhöhlen erreichen die Forscher schließlich eine Welt unterhalb unser eigenen, in der es noch Dinosaurier gibt. Der Verschollene hat sich hier zum nicht gerade sympathischen Anführer eines geheimnisvollen Menschenstammes aufgeschwungen.

Der Film hält sich nur vage an die Buchvorlage und inszeniert munter sein ganz eigenes Werk. Gelungen ist, dass sich der TV-Film nicht nur darauf ausruht, beeindruckende Dinosaurier zu zeigen - was angesichts des eingeschränkten Budgets auch kaum anders möglich wäre. Stattdessen geht der Film intensiv auf die einzelnen Figuren ein. Besonders sympathisch wirkt dabei Neffe Jonas, der unter der Erde die freizügige Liebe einer Eingeborenen kennen lernt - und der anschließend sein ganzes Weltbild neu ordnen muss.

Routiniert und mit einem stimmigen Ende schafft es der Film, drei Stunden lang für Spannung zu sorgen und den Zuschauer sehr ansprechend zu unterhalten. Ein gewisses Verständnis für das Fantasy-Genre muss allerdings vorausgesetzt werden.

Schade ist allein, dass der Film nur in Stereo und im Fernsehformat 4:3 vorliegt. Da hätten die Anbieter mit einigen Heimkino-Features noch deutlich mehr punkten können.

Verleih: WVG
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 180 Minuten

Some SE

Im asiatischen Raum baut sich eine zunehmend stärkere Filmszene auf. Richtig gute Easten und Actionfilme entstehen nicht nur in Hongkong, sondern auch auf dem Festland von China, in Japan oder eben in Korea. Jetzt legt der Koreaner Chang Yoon-Hyun mit "Some" einen neuen Actionfilm mit leicht phantastischen Einschlüssen vor.

Ein Polizist ist hinter zehn Millionen Dollar Drogengeld her, die in der örtlichen Dealerszene für einiges Tohubawohu sorgen. Zwischen allen Fronten steht eine junge Frau, die mit der Kamera in der Hand ein fotografisches Tagebuch führt. Sie hat ein Bild geschossen, das die Verbrecher zusammen mit einem Überläufer der Polizei zeigt. Doch die junge Frau hat noch ein ganz anderes Talent. Sie kann anscheinend in die Zukunft schauen und sieht hier, dass unser Polizist nur noch 24 Stunden zu leben hat.

"Some" ist gut gemacht. Die Actionszenen haben Schmiss und Tempo. Vor allem die Hochgeschwindigkeitsszenen auf der Autobahn werden mit sehr ungewöhnlichen Kameraschwenks eingefangen. Auch die Schauspieler sind sehr gut.

Trotzdem möchte der Regisseur zu viel und verwirrt den Zuschauer am Ende nur noch. Ein harter Drogenfall, eine zarte Liebesgeschichte, Verräter in den eigenen Reihen, dazu auch noch der visionäre Blick in die Zukunft: Wer da nicht gut aufpasst, hat bald den Anschluss verloren und versteht am Ende nur noch Bahnhof. Dem Film hätte es besser getan, wenn er sich auf die eigentliche Geschichte konzentriert und diese stringenter erzählt. Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang übrigens der rote Aufkleber der FSK, der da sagt: "keine Jugendfreigabe". Die brutalen Szenen beschränken sich nämlich eigentlich auf ein vertretbares Minimum.

Auf der beiliegenden Bonus-DVD finden sich ein Making of, Interviews, ein Blick hinter die Kulissen und eine Fotogalerie.

Verleih: Sunfilm
Ton: DD 5.1 / DTS
Bild: 2,35:1
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: 119 Minuten

Nobody

Der Italiener Terence Hill hat in seiner langen Karriere jede Menge Schund gedreht - sowohl mit seinem Partner Bud Spencer als auch ganz alleine. Seine Filme, die über den Durchschnitt herausragen, lassen sich an einer einzelnen Hand abzählen. Dazu zählen die "Vier Fäuste für ein Halleluja" Filme ebenso wie die beiden "Nobody"-Streifen. Die von Kultregisseur Sergio Leone gedrehten Filme wurden nun von Paramount neu aufgelegt - in einer Luxusedition im edlen Schuber und auf vier DVDs. "Mein Name ist Nobody" und "Nobody ist der Größte" wurden für die Neuveröffentlichung komplett restauriert. Bei der Fortsetzung von "Nobody" sind so noch einmal neun Minuten Film hinzugekommen. Auch der Ton wurde aufwendig restauriert. Trotzdem liegt er leider nur in Mono vor.

"Mein Name ist Nobody" ist ein großer Western im brutalen Sergio-Leone-Stil, in den allerdings zum ersten Mal etwas schräger Humor einziehen kann. Der alte Revolverheld Jack Beauregard (einmal mehr Henry Fonda) ist müde vom Töten und will sich in Europa zur Ruhe setzen. Das lässt das Greenhorn Nobody (Terence Hill) nicht zu. Er plant einen großen Abgang für Beauregard - und inszeniert einen Kampf gegen die 150 Mann starke Wilde Horde. Das ist so gut gemacht, dass "Mein Name ist Nobody" auch heute noch frisch, aufregend, spannend und ungewöhnlich einfallsreich wirkt.

Bei den meisten Western-Freunden ist die Fortsetzung "Nobody ist der Größte" nicht so bekannt. Hier kämpft Nobody für einen Indianerstamm, der von einem korrupten Major schikaniert wird. Dieser Film bietet noch immer einen gut gemachten Western, lässt den derben Sprüchen und wüsten Kloppereien aber deutlich mehr Raum.

Vier Stunden Extras sammeln alles Material ein, das über die beiden Filme noch zu finden war. Klarer Fall: Für Western-Freunde ist diese Packung ein echtes Muss. Verleih: Paramount
Ton: DD 2.0
Bild: 2,35:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 230 Minuten

Die Maske 2

Für Jim Carrey bedeutete der Film "Die Maske" 1997 den absoluten Durchbruch: Der irre Grimassenschneider konnte hier unter dem Einfluss einer Maske mit Zauberkräften zeigen, was er für ein Gummigesicht hat. Inzwischen ist Carrey berühmt und über die reine Klamotte längst erhaben. So mussten sich die Produzenten für den zweiten Teil eine völlig neu gestrickte Fortsetzung einfallen lassen. Ohne Carrey.

So lernen wir den erfolglosen Cartoonisten Tim Avery (James Kennedy aus "Scream") kennen, der Probleme im Job hat und sich noch nicht dazu bereit fühlt, Papa zu werden - obwohl sich das seine Freundin doch so sehr wünscht. Alles wird anders, als der Familienhund die geheimnisvolle Maske des nordischen Gottes Loki findet. Im Einfluss der Maske wird Tim nicht nur zum Überflieger in der Firma, sondern zeugt auch noch ein Kind. Baby Avery erbt die Kräfte der Maske und liefert sich schon bald einen harten Kampf nicht nur gegen den eifersüchtigen Familienhund, sondern auch gegen den Gott Loki (Alan Cumming aus "X-Men") höchstpersönlich.

Die ganze Geschichte von Regisseur Lawrence Guterman ist lahm und nicht gerade sehr durchdacht. Fahrt nimmt die Geschichte nur deswegen auf, weil der ganze Film zur Hälfte aus völlig durchgeknallten Spezialeffekten besteht, die allein am Rechner entstanden sind. Sobald die Maske ins Spiel kommt, dehnen sich Gesichter und Körperteile bis ins Unendliche, kommen explosive Farben ins Spiel und passieren die unglaublichsten Dinge. Das macht Spaß und aus "Dis Maske 2" einen leicht verdaulichen Sonntag-Nachmittag-Film für die ganze Familie samt Kinder.

Jede Menge Extras samt nicht verwendeter Szenen, einer Dokumentation über Hollywoods verwöhnte Hündchen und einem Audiokommentar des Regisseurs sind ebenfalls auf der DVD zu finden Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 92 Minuten

Bibi Blocksberg 2

Die kleine blonde Hexe Bibi Blocksberg zeigte 2002, dass sie auch im Kino eine gute Figur macht. Die kesse Sidonie von Krosigk spielte die zaubernde Bibi auf ihrem Besen Kartoffelbrei. Katja Riemann mimte die Mutter Blocksberg und Ulrich Nöthen den ewig besorgten Papa. Als Gegenpol kam Corinna Harfouch als richtig fiese Hexe Rabia zum Einsatz.

Nun sind sie alle wieder da. Der zweite Film mit dem Titel "Das Geheimnis der blauen Eulen" ist im Gegensatz zu vielen anderen Fortsetzungen noch um einiges besser als das Debut. Bibi hat schlechte Noten und muss in den Ferien aufs Matheinternat. Auf Schloss Altenberg bekommt sie es mit einer arroganten Zicke zu tun, lernt aber auch die gelähmte Elea kennen, die noch immer über den Unfalltod ihrer Eltern betrübt ist. Bibi möchte helfen. Sie hört von den geheimnisvollen blauen Eulen, die in einem Labyrinth unter dem Internet versteckt sein sollen. Sie haben mehr Magie als alle Hex-Sprüche zusammen. Vielleicht reicht die Kraft ja auch aus, um Elea zu heilen. Zu dumm, dass Rabia ihrer Verbannung entkommen kann und nun ebenfalls hinter dem Eulenstaub her ist. Als Bibi und Elea in Gefahr geraten, schließen sich alle Hexen zusammen, um sie vor Rabia zu retten.

Der neue Blocksberg-Film legt ein irres Tempo vor. Nur zu gerne schauen sich Teenager und Erwachsene gemeinsam den Film an - nicht zuletzt dank der tollen originalen Kulissen und der vielen bekannten Schauspieler, die hier eine Rolle spielen. Vor allem die männlichen Zuschauer fühlen sich zwar wie beim ersten Teil von den Gesangseinlagen der Mädchen peinlich berührt - aber auch die sind besser geworden.

Auf der DVD zum Film finden sich jede Menge Hextras, darunter weggehexte Szenen, Interviews mit den Schauspielern, ein großes Making of, Kinotrailer und das Musikvideo zu Bibis Lied "Verhext". Verleih: Constantin
Ton: DD 5.1
Bild: 4:3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 114 Minuten

Felix - ein Hase auf Weltreise

Alle Kinder kennen den kleinen Hasen Felix aus ihrer eigenen Bücherkiste. Felix treibt sich in der ganzen Weltgeschichte herum und schreibt von unterwegs Briefe an seine Freundin Sophie. Felix gibt es inzwischen auch als Zeichentrickserie für den Fernseher. Jetzt ist der Hase auch im Kino angekommen.

In "Ein Hase auf Weltreise" machen Sophie und Felix Urlaub - beim Camping in Norwegen. Vor Ort bekommen sie es allerdings mit einem garstigen Elfenvolk und sogar mit einem Riesentroll zu tun. Felix schafft es zwar, seine Familie zu retten, wird aber von ihr getrennt. So muss er sich einmal mehr ganz alleine nach Hause durchschlagen. Alle Felix-Kenner wissen bereits, dass Felix ein paar Umwege einlegt, um unterwegs die verrücktesten Abenteuer zu erleben.

Der Stoffhase bekommt es im Kinofilm mit einem irren Poltergeist zu tun, mit dem fliegenden Pferd Pegasus, mit dem Yeti aus dem Himalaja und mit dem Ungeheuer aus dem Loch Ness. Sogar an Bord der Nautilus klettert Felix, um hier Nemo und seine U-Boot-Besatzung kennen zu lernen. Zum Schluss trifft der Hase sogar noch auf den Grafen Dracula und seine Sippe.

Die Zusammenfassung zeigt es bereits: Im Felix-Kinofilm geht es ganz schön gruselig zur Sache. Kein Wunder also, dass der Film erst eine Freigabe ab sechs Jahren erhalten hat. Kinder, die noch zu Alpträumen neigen und sich leicht ängstigen, sollten den Film lieber nicht schauen. Alle bereits abgebrühten Kids freuen sich aber über eine Reise durch die Mythologie der Erde, in der viele berühmte Sagengeschöpfe zum Einsatz kommen. Eine gegenüber den TV-Episoden noch deutlich optimierte Grafik zeigt, dass es sich gelohnt hat, ins Kino zu gehen.

Aber auch im Heimkino macht der Film eine gute Figur. Besitzer eines PCs freuen sich außerdem über die ROM-Extras. Sie bieten einen Ausmalkalender, Hintergrundbilder und Felix-Mauszeiger. Verleih: Universal
Ton: DD 5.1
Bild: 1,78:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 87 Minuten

Jeff Corwins tierische Abenteuer Vol. 1

Jeff Corwin ist studierter Biologe und Anthropologe. Er treibt sich auf der ganzen Welt herum, um an den entlegendsten Plätzen nach den verrücktesten Tieren zu suchen. Von seinen Trips bringt er regelmäßig spannende Tierfilme mit, die im Rahmen der TV-Reihe "Animal Planet" ausgestrahlt werden. Drei dieser Folgen von "Jeff Corwins tierischen Abenteuern" liegen nun auf drei DVDs im Schuber vor.

Und es ist eine wirklich gute Investition. Jeff Corwin ist zunächst in Louisiana unterwegs und zeigt hier Braunbären, Alligatoren, Klapperschlangen, Gürteltiere und Schnappschildkröten. In Borneo sucht Jeff nach Orang-Utans, Nasenaffen, Fledermäusen, Seeschlangen und Meeresschildkröten. Abgeschlossen wird das Set von dem Beitrag aus Indonesien. Hier stehen Komodowarane, Speikobras und Flugechsen unter der Beobachtung des Biologen.

Jeff Corwin hat eine Menge Humor. Er macht aus dem Trip in die Wildnis stets einen großen Spaß. Dabei hat er absolut kein Problem damit, sich auch über sich selbst lustig zu machen. Fällt er aus Versehen einmal aus dem Boot ins Wasser, dann ist das hundertprozentig auch im Film zu sehen. Und wenn er wie von Sinnen einem flüchtenden Gürteltier nachjagt, dann haben die Zuschauer auch bestimmt etwas zu lachen.

Nebenbei schafft es Jeff aber, ganz nahe an die Tiere heranzukommen und sie so authentisch zu präsentieren wie kein anderer. Jeff greift mit den Händen nach giftigen Schlagen, wühlt Schildkröten aus dem Sumpf und spielt mit Orang-Utans. Dabei hat er vieles über die Tiere zu erzählen. Man merkt, dass der Biologe die Tiere liebt und alles tut, um sie dem Zuschauer nahe zu bringen. Der lernt auch wirklich etwas, wenn Jeff ins Erzählen kommt. Auch Kinder sind schwer begeistert, stellt ihnen Jeff doch Tiere vor, die nicht in jedem Zoo zu finden sind. Verleih: Edelkids
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 135 Minuten

Pastewka in...

Bastian Pastewka ist ein Comedian, der sich gerne an neuen Projekten und Formaten versucht. So hat er nicht nur beim Kinofilm "Der Wixxer" mitgemischt, sondern auch mit "Pastewka" und "Ohne Worte" ganz eigene Sendungen ins Fernsehen gebracht. Der Grimme-Preis-gekrönte Wahnsinn ist die schräge Reisedokumentation "Pastewka in...", die letztes Jahr in Japan und Indien ihren Anfang gefunden hat.

Pastewka ist ein Comedian mit Selbstzweifeln. Solche Jungs gehen eigentlich nicht gerne vor die eigene Tür. Und sie fahren schon gar nicht gerne in den Urlaub. So gesehen ist es Pastewka hoch anzurechnen, dass er auf der neuen DVD einen Abstecher in die Südsee, nach Mexiko und nach Russland unternimmt. Gegenüber den Fernsehfassungen weisen die DVD-Beiträge mit jeweils 50 Minuten Überlänge auf.

Wie immer betätigt sich Pastewka nicht als reiner Reisechronist, sondern nutzt seinen Trip durch ferne Lande als Aufhänger für schräge Geschichten, Traumsequenzen und Verrücktheiten. Manchmal wirken diese Extras albern oder - noch schlimmer - nicht komisch. Immer dann freut sich der Zuschauer aber über die unverblümten Einblicke in die Landeskultur und über wunderschöne Filmaufnahmen aus anderen Ländern. Mehr Dokumentation und weniger Comedy - und das Format wäre perfekt.

In der Südsee besucht Pastewka Fidschi, Tinga, Niue und Tuvala. Dabei bekommt der Reisende es mit dem Getränk Kava zu tun, das aus "Rauschpfeffer" hergestellt wird. Eine Schale nach der anderen muss sich der Comedian hinter die Binde kippen. In Mexiko sind es wieder einmal die schieren Menschenmassen, die ihn schockieren. Trotzdem nutzt er die Gelegenheit, um Tanzunterricht zu nehmen und Außerirdischen nachzuspüren. Das Highlight ist die Russland-Folge. Hier bekommt man einen sehr intensiven Einblick in Land und Leute. Spannend wird es im Astronautenzentrum von Moskau, wo Pastewka die Schwerelosigkeit kennen lernt.

Verleih: Universum
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 150 Minuten

King of Queens Season 3

Gut gemacht, spannend zu schauen und mit tollen Schauspielern besetzt: "King of Queens" ist eine der beliebtesten Vorabendserien im deutschen Programm. Koch Media legt nun die vollständigen Staffeln in dicken Ziegelstein-Schubern auf.

Nun liegt auch Staffel drei vor - mit 25 Folgen auf vier DVDs. Wieder geht es um den verzwickten Alltag der Arbeiterfamilie Doug (Kevin James) und Carrie Heffernan (Leah Remini). Er ist ein naschsüchtiger, gutmütiger und übergewichtiger Paketausfahrer, sie eine kleine, schlanke und manchmal etwas "schwierige" Anwaltssekretärin. Bei den beiden wohnt zu allem Unglück auch noch Carries exzentrischer Vater Arthur (begnadet gut: Ben Stillers Vater Jerry).

Auch in der dritten Season bieten die Folgen gewohnt gute Hintergrundgeschichten, geschliffene Dialoge und den durch viel Humor noch geschärften Blick auf das verzwickte Leben ganz normaler Menschen. Es ist einfach herrlich anzuschauen, wie Doug versucht, sein Leben zu ändern, nachdem er feststellen muss, dass Carrie seine Anziehsachen bereits in einer Boutique für Übergrößen einkauft. Und es ist traurig zu sehen, wie Carrie von ihren Kanzleikolleginnen eingeladen wird - und dann von allen nur mitleidige Blicke erntet, als sich herausstellt, dass sie ja "nur" Sekretärin ist. Aber egal, wie harsch der Wind ist, den ihnen das Leben ins Gesicht bläst: am Ende kriegen Doug und Carrie doch den Dreh und beweisen, dass sie stark genug sind, alles zu meistern.

In der Box findet sich eine kleine gedruckte Übersicht der Folgen, die genau verrät, was in ihnen passiert. Geizig ist die Box nur mit den DVD-Extras. Hier gibt es neben Interviews mit dem Regisseur und der Autorin nur ein Gespräch mit Ecklart Dux, der deutschen Stimme von Arthur. Verleih: Koch Media
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 594 Minuten

Charmed 3. Season 1

Drei sehr junge und sehr schöne Hexen stellen die Besetzung der TV-Serie "Charmed", die vor allem beim jüngeren Publikum bestens ankommt. Bei den drei Mädels handelt es sich um die verzickten Schwestern Prue (Shannon Doherty), Piper (Holly Marie Combs) und Phoebe (Alyssa Milano). Sie erben ein Haus, ein Zauberbuch und jede für sich eine geheimnisvolle Gabe. Mit dieser Gabe können sie Dinge alleine durch ihre Geisteskraft bewegen, die Zeit anhalten oder aber in die Zukunft schauen.

Ärgerlich ist für die jungen Hexen natürlich, dass sie ihre magischen Kräfte nicht verwenden können, um sich ein besseres Leben zu erzaubern. Dafür bleibt nämlich gar keine Zeit, da sich sämtliche Geister und Dämonen der Unterwelt darauf eingeschworen haben, sie zu verfolgen und mit immer neuen Intrigen zu verwirren. Sobald die Bedrohung zu stark wird, müssen sich die verzankten Mädchen schnell wieder vertragen - nur zu dritt entfalten sich ihre Kräfte in ihrer ganzen Stärke.

Der TV-Serie gelingt es, das Hexentum und das Wirken der Dämonen mit annehmbaren Spezialeffekten anschaulich zu machen. Die Logik des Ganzen bleibt zwar manchmal auf der Strecke und auch die Dialoge sind sehr gewollt und hölzern. Da „Charmed“ aber im Grunde genommen eine Serie für pubertierende Teenager ist, geht das bestimmt in Ordnung.

Paramount zerlegt die einzelnen Staffeln leider in jeweils zwei DVD-Pakete. Das vorliegende Set sammelt demnach nur die ersten 11 Folgen auf drei DVDs. Extras werden auf den Scheiben keine mit angeboten. Dafür gibt es aber ein Begleitbüchlein, das alle Folgen vorstellt und kurz erzählt, was in ihnen passiert. In der dritten Staffel entwickeln die Schwestern ganz überraschend neue Fähigkeiten. So beherrscht Prue die Astralreise und Phoebe kann auf einmal schweben.

Verleih: Paramount
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 500 Minuten

Raven 1: Umwerfend stylish!

Aus den USA schwappen viele Teenie-TV-Serien über den großen Teich zu uns herüber. Die meisten von ihnen kann man gleich wieder vergessen, so schlecht sind sie. Doch "Raven" ist anders. Raven wird gespielt von Raven Symoné, die viele noch als Kind aus der "Bill Cosby Show" kennen. Die junge Drama-Queen hat ein nicht zu verleugnendes Talent dafür, unglaubliche Grimassen zu schneiden. Es ist schon ein reines Vergnügen, ihr dabei zuzusehen, wie sie mit den Augen rollt, die Backen aufbläst und den Mund verzieht.

Aber das alleine reicht noch nicht, um eine ganze TV-Serie zu tragen. Und so hat Raven ein Faible für Schuhe und für schräge Klamotten. Sie liebt dramatische Auftritte. Und sie hat ab und zu Visionen und schaut dabei für einen kurzen Moment in die Zukunft. Meistens passiert in diesen Visionen etwas Schlimmes - schlimm jedenfalls in den Augen eines Teenagers. Beim Versuch, die ihr gezeigte Zukunft zu verändern, schliddert Raven von einer Peinlichkeit in die andere. Dabei stehen ihr Kumpel Eddie und Freundin Chelsea hilfreich zur Seite.

Kurzum: Ravens Abenteuer sind witzig, gehen auf charmante Weise überdreht auf die Sorgen und Nöte der Teenager ein und sind zugleich auch für die Erwachsenen noch spannend zu schauen. Disney sammelt auf der ersten DVD gleich drei TV-Folgen. In der ersten Folge versucht Raven an einem Modewettbewerb teilzunehmen, wird aber nicht zugelassen, weil sie als Modell nicht groß und dünn genug ist. In der zweiten Folge versucht Raven alles, um den arroganten Chef ihres Papas dazu zu bringen, ihren Vater wieder als Chefkoch einzustellen. Richtig spannend wird es in der dritten Folge. Auf einmal kann Ravens Kumpel Eddie auch in die Zukunft schauen, aber ganz gezielt. Er nutzt das schamlos aus, handelt sich damit aber nur Ärger ein.

Zu den DVD-Extras zählen zwei Musikvideos und Trailer. Verleih: Disney
Ton: DD 2.0
Bild: 4.3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 67 Minuten

Rappelkiste No. 2

Die Kinder von heute kennen sie nicht mehr, die Rappelkiste, wohl aber ihre Eltern. In den Siebzigern lief die Kindersendung regelmäßig im Fernsehen. Nun ist sie wieder da. Zwar nur auf DVD, aber der Kauf lohnt sich trotzdem. Die Rappelkiste ist nämlich ein einzigartiges Zeitdokument. Die Kinder von heute staunen jedenfalls nicht schlecht darüber, in welchen unfassbar uncoolen Klamotten, mit welchen unförmigen Brillen und mit welchen komischen Frisuren die Kinder von damals herumliefen. Und dass sie einfach so draußen auf der Straße spielten, ohne dass alle Erwachsenen immer gleich ein Auge auf sie hatten.

Vier Folgen Rappelkiste passen auf die zweite Auswahl-Kollektion der Rappelkiste. Dabei sind die Zeichentrickfilme, die Lieder mit Ratz und Rübe und die vielen anderen kürzeren Beiträge der Sendungen gar nicht so interessant. Der absolute Knüller sind stattdessen die Realfilme mit Fünfjährigen als Besetzung, die sich in jeder Folge immer eines bestimmten Themas annehmen. Ohne Hemmnisse, Tabus und verkniffenen Minen geht es in den Filmen ums Klauen, um den Krieg, um mehr Mut und um den verhassten Stubenarrest. Das sind alles knifflige Themen. Die Rappelkiste setzt sie wirklich wunderbar um. In der Klauenfolge wird etwa ganz klar herausgearbeitet, warum das Kind in der Folge auf die Idee kommt, klauen zu gehen. Und es wird auch gezeigt, wie die verfahrene Situation wieder gelöst werden kann. Geht es um den Krieg, holen die Fernsehleute einfach den Opa ins Bild, der nur noch einen Arm hat. Und dann seiner Enkelin erzählt, dass er ihn im Krieg verloren hat.

Bild und Ton sind eindeutig antiquarisch. Trotzdem haben Kinder von 5 bis 8 noch viel Spaß an den Folgen. Vor allem dann, wenn sie wissen, dass ihre Eltern die Folgen als Kind auch schon einmal gesehen haben. Verleih: Aviator
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 120 Minuten

Unser Charly 1. Staffel 1 & 2

Wenn Kinder einen echten Favoriten bei den wenigen Vorabendserien haben, die sie bereits schauen dürfen, dann ist das ganz bestimmt die tierische Sendung "Unser Charly", die im ZDF ausgestrahlt wird. Seit zehn Jahren mischt der Schimpanse Charly nun schon die Berliner Tierarztpraxis von Dr. Martin auf. Zusammen mit dem Haushund Othello fällt dem Affen immer wieder etwas Neues ein, wie er seine menschliche Familie auf Trab bringen kann. Das freut vor allen Dingen die Kinder Sandra und Oliver sehr. Aber auch in der Praxis bringt der Affe den ganzen Ablauf durcheinander.

Da es momentan sehr in Mode und anscheinend finanziell auch lukrativ ist, Fernsehserien auf DVD neu auf den Markt zu bringen, bietet das ZDF nun auch eine Charly-Werksausgabe an. Die erste DVD enthält den Pilotfilm und die zweite Folge. Das sind zwei Stunden purer Affenspaß, auch wenn es im Pilotfilm noch ganz schön wüst zur Sache geht.

Charly entkommt hier nämlich einer Tierschmugglerbande und schlüpft daraufhin bei Dr. Martin unter. Kaum hat er sich eingelebt, hat die neunjährige Sandra einen schweren Sportunfall - sie fällt ins Koma. Jetzt schlägt Charlys große Stunde. Er sorgt dafür, dass Sandra wieder aufwacht und bringt zugleich die Schmugglerbande hinter Schloss und Riegel. Das ist ganz schön viel Aufregung für einen Affen. Da verzeiht man ihm auch gerne, wenn er mal wieder etwas kaputt macht oder den Hund ärgert.

Große Emotionen, tierische Abenteuer und viel Spaß: Das zeichnet die Charly-Abenteuer aus. Insbesondere für Kinder ist die DVD eine echte Chance. Sie können die Serie noch einmal ganz von vorne schauen und zwar ohne störende Werbeinseln und nicht nur kurz vor dem Schlafengehen, sondern zu jeder beliebigen Uhrzeit.

Inzwischen liegt auch schon die zweite Charly-DVD vor, sie sammelt die Folgen 3 bis 5. Verleih: Aviator-Warner
Ton: DD 2.0
Bild: 4:3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 122 Minuten

Lassie Box 1

Kennen die Kinder von heute eigentlich noch "Lassie"? Viele Eltern fassen sich jedenfalls an die Stirn. Mensch, das waren doch diese verflixt spannenden Geschichten um diesen schlauen Collie, der mit seinem jungen Herrchen immer wieder in die verrücktesten Gefahren geriet? Richtig. "Lassie" startet vor 50 Jahren im amerikanischen Fernsehen. Mit seinen aufregenden Geschichten um eine Familie und ihren Hund gewann "Lassie" zwei Emmy Awards. Lassie selbst, obwohl im Verlauf der Serie von mehreren Collies gespielt, gilt laut TV Guide noch immer als einer "der größten TV-Stars aller Zeiten".

Warner erwärmt das Sammlerherz und brennt 16 handverlesene alte Folgen auf vier DVDs, die im edlen Schuber zu haben sind. Erzählt wird hier aus dem Leben der US-Familie Martin, die auf dem Land lebt - in einer Zeit ohne Technik und ohne großen Komfort, als die Menschen noch zusammenhalten mussten und viel Wert auf Moral und Anstand gelegt wurde. Die einzelnen Folgen beschäftigen sich stets mit dem kleinen Jungen Timmy (Jon Provost), der mit seinem Hund Lassie immer wieder in verzwickte Situationen gerät. Meist gelingt es ihm zusammen mit Lassie, Menschen außer Gefahr zu bringen oder ihnen aus anderen Nöten zu helfen.

Der Hund Lassie selbst ist hier der eigentliche Held, scheint er doch alles zu verstehen, was von ihm gewünscht wird. Oft rettet Lassie dann im Alleingang den Tag, indem der Hund Hilfe holt, Bösewichter umwirft oder alleine zur Rettungsaktion schreitet - auf vier Pfoten.

Die Serie kommt auch heute noch beim Publikum an, auch wenn sie nur in Schwarzweiß und mit Monoton vorliegt. Folgen wie "Käthie, das Borsenvieh", "Der Angsthase" und "Der klügste Hund der Welt" können auch heute noch die Kinder begeistern, auch wenn sie sich anschließend garantiert einen Hund wünschen. Verleih: Warner
Ton: DD 2.0 Mono
Bild: 4:3
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 400 Minuten
Preis: ca 25 Euro

Bruce Springsteen

Bruce Springteen ist der Boss. Seit vielen vielen Jahren singt er passend zur selbst gespielten Gitarre vom harten Alltag der amerikanischen Arbeiter - und berührt dabei immer wieder die Herzen seiner Zuhörer. Es gibt eben nicht mehr viele von seiner Art. Solche, die gute, ehrliche Musik machen. Dass es der Boss wirklich drauf hat, kann jeder Fan nun selbst feststellen.

VH1 Storytellers lud Springsteen am 4. April 2005 in das Two River Theater in Red Bank, New Jersey, ein. 100 Minuten lang spielte der Boss in allerbester Laune acht seiner Songs vor einem begeisterten Publikum. Die einzelnen Lieder stammten aus allen wichtigen Alben Springsteens. Unter Vermeidung der ganz großen Hits spielte Bruce Springsteen "Devils & Dust", "Blinded by the Light", "Brilliant Disguise", "Nebraska", "Jesus Was An Only Son", "Waitin' On A Sunny Day", "The Rising" und "Thunder Road". In einem Lied kommt sogar Bruces Frau auf die Bühne und gibt in einem Lied die Background-Sängerin.

Zwischen den einzelnen Songs und oft genug auch mittendrin unterbricht der Boss seinen Vortrag und erzählt freimütig und ungekünstelt, wie die einzelnen Lieder entstanden sind, was sie bedeuten und wie er zu aktuellen Themen denkt. Die Monologe sind nicht übersetzt worden, lassen sich aber sehr leicht verstehen, wenn man etwas Englisch beherrscht. Immerhin lassen sich deutsche Untertitel zuschalten.

Das ganze Konzert wurde übrigens in bester optischer Qualität aufgenommen. So nahe ist man Bruce Springsteen sicherlich noch nie zuvor gekommen. Die akustische Qualität ist auch nicht von schlechten Eltern, obwohl hier ein DTS-Klang sicherlich noch mehr rausgeholt hätte.

Zu den Extras gehört eine Viertelstunde Extrazeit nach dem Konzert, in der Bruce Springsteen seinen Fans Rede und Antwort auf ihre Fragen steht.

Verleih: CMV
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 115 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

Carsten Scheibe, Typemania

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo