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Es darf gelacht werden

Lachen lässt sich über vieles: Komplikationen bei der Partnersuche, irre Erlebnisse im Drogenrausch oder debile altertümliche Heldengestalten - stern.de stellt zehn auf DVD erschienene Komödien vor.

Von Carsten Scheibe

  • Carsten Scheibe

Frau mit Hund sucht...

Regisseur Gary David Goldberg hat zusammen mit John Cusack und Diane Lane einen zuckersüßen Schmachtfetzen gedreht, der die ganze Familie an den Heimkino-Bildschirm fesseln kann.

Sarah (Diane Lane) ist von ihrem Mann verlassen worden und als Single nicht wirklich gut. Sie wird von ihren beiden Schwestern arg bedauert - und von ihrem verwitweten Vater Bill (Christopher Plummer) auch. Der ist immerhin dazu in der Lage, sich neue Partnerinnen zuzulegen. Die Sache beginnt erst dann wieder spannend zu werden, als ihre Schwestern Sarahs Profil heimlich in eine Internet-Kontaktbörse eintragen. So lernt sie den ebenfalls beziehungstechnisch frustrierten Bootsbauer Jake (John Cusack) kennen. Beide haben keinen guten Start, raufen sich dann aber natürlich doch noch zusammen.

Alle Klischees werden bedient

"Frau mit Hund sucht..." ist von A bis Z vorhersehbar, bedient alle Klischees von der einsamen, verzweifelten Singlefrau und ist vielleicht deswegen so willkommen: Hier muss niemand Angst haben oder das Unerwartete fürchten. Stattdessen gibt es Herzschmerz pur und am Ende natürlich ein Happyend. Das ist wie bei einem Pilcher-Film, nur Made in Hollywood. Gelungen ist bei diesem Film denn auch weniger das Drehbuch als die Besetzung. Die Figuren sind bis in die Nebenfiguren mit wirklich guten Akteuren besetzt. Vor allem John Cusack zeigt nach "Weil es dich gibt" einmal mehr, dass er der neue romantische Charmeur Hollywoods ist.

Zu den Specials der DVD gehören zusätzliche und verpatzte Szenen sowie Trailer. Die zusätzlichen Szenen sind mit einem Audiokommentar des Regisseurs Gary David Goldberg versehen, der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat.

Abgefahren

Ein Rennfahrerfilm aus Deutschland? Nun, warum nicht? Regisseur Jakob Schäuffelen wagt sich jedenfalls an das heiße Thema heran und holt sich mit Felicitas Woll eine echte Topbesetzung mit in den Wagen. Woll ("Berlin, Berlin") spielt die ehrgeizige Mia, die 20 Jahre alt ist und auf alles steht, was sich mit Benzin füttern lässt und ein eigenes Gaspedal hat. Mias größter Traum ist es, als jüngste Teilnehmerin bei der Rallye Paris-Dakar mit an den Start zu gehen. Doch bis es soweit ist, trainiert sie bei illegalen Untergrundrennen, die stets an anderen Orten auf dem Land stattfinden. Hier lernt sie auch ein paar ziemlich taffe Mädels kennen, die sie mit in ihren "Rennstall" aufnehmen.

Bei den Rennen bekommt es Mia auch mit dem obercoolen Rennfahrer Cosmo (Sebastian Ströbel) zu tun. Je mehr sie sich an ihm reibt, umso mehr verliebt sie sich in ihn. Doch am Ende stehen sich beide als Rivalen gegenüber - bei einem Straßenrennen, bei dem es um alles geht. Auch um ihre Liebe.

"Abgefahren" ist sehr gut gemacht. Der deutsche Film bietet eine spannende Story, tolle Darsteller auch in den Nebenrollen, viel Action und vor allen Dingen einen guten Sinn für Humor. Felicitas Woll spielt dabei nicht nur gut, sondern ist auch ein echter Hingucker, dem man selbst nur allzu gerne einmal ein paar Fahrstunden geben würde.

Der Sound ist der Bringer

Die DVD bietet den Kinofilm nicht nur in Dolby Digital, sondern auch in DTS an, was bei den lauten Rennepisoden natürlich der absolute Bringer im eigenen Heimkino ist. Nach dem Film ist außerdem vor dem Film, denn es gibt viele DVD-Extras. Dazu gehören bebilderte Produktionsnotizen, eine B-Roll, Informationen zum Cast und zur Crew, Interviews und Trailer zu verschiedenen Filmen.

Sky High

In der künstlichen Disney-Welt, in der "Sky High" spielt, gibt es echte Superhelden. Der berühmteste ist der bärenstarke "Captain Stronghold" (Kurt Russell), der mit der fliegenden "Josie Jetstream" (Kelly Preston) auf Verbrecherjagd geht. Ihr gemeinsamer Sohn Will Stronghold ist nun endlich alt genug, um auf die High School zu gehen. Natürlich nicht auf eine normale, sondern auf die fliegende Sky High, die nur sonderbegabte Kinder aufnimmt. Das Problem ist nur: Bei Will (Michael Angarano) haben sich noch überhaupt gar keine Superheldenkräfte bemerkbar gemacht.

So landet Will auch nicht bei den Helden, sondern wird den Sidekicks zugewiesen - den Heldenhelfern, die meistens über keine oder nur über sehr unnütze Kräfte verfügen. So findet sich Will plötzlich bei den Losern wieder.

"Sky High" ist ein bonbonbunter Mix aus Superheldenepos und klassischem Teenager-Schuldrama. Gewissenhaft hakt es nacheinander alle Klischees ab, sodass Will sich sofort einen ganz üblen Feind macht, sich in das falsche Mädchen verliebt und am Ende fast seine wahren Freunde verrät, um eben doch kein Loser mehr zu sein. Überraschungen gibt es keine, sodass jeder Zuschauer über zehn Jahren sofort weiß, wie der Film ausgeht: Will findet seine Kräfte, kriegt sein Mädchen und steht zu seinen Freunden.

Teenager-Drama ohne Tiefgang

Wer Spaß an eben solchen Teenager-Dramen ohne Tiefgang hat, wird auch von "Sky High" bestens unterhalten. Der Film bietet mit seinen zahllosen Superhelden-Stunts immer wieder toll anzusehende Spezialeffekte, die so manches uninspirierte Loch in der Handlung zuspachteln. Keine Frage: "Sky High" ist kein großer Wurf. Es ist aber ein völlig harmloser Spaß für die ganze Familie, der sich bedenkenlos anschauen lässt.

Zu den DVD-Extras zählen ein alternativer Anfang, Pannen vom Dreh, ein Blick hinter die Kulissen, die besten Stunts und ein Musikvideo.

Die Hochzeits-Crasher

John und Jeremy freuen sich auf den Beginn der Hochzeitssaison, denn das verspricht ihnen wieder jede Menge amouröse Abenteuer. Die beiden Junggesellen schleichen sich als Hochzeits-Crasher in jede Feier ein, futtern das Buffet leer, sorgen anschließend für ordentlich Stimmung und graben am Ende mit gekonnter Strategie die Brautjungfern an, um mit ihnen die Nacht zu verbringen.

Owen Wilson und Vince Vaughn geben hier das Sprüche klopfende Dreamteam, das herrlich politisch unkorrekt auf Frauenfang geht und sich somit einen Platz im Olymp der Buddy-Pärchen sichert.

Doch der Spaß findet ein jähes Ende, als sich John ausgerechnet in die Tochter des amerikanischen Finanzministers (Christopher Walken) verliebt und Jeremy deren durchgeknallte, nymphomanische Schwester auf den Schoß stemmt - mit fatalen Folgen. Die beiden Hochzeits-Crasher brechen eine ihrer wichtigsten Regeln und lassen sich nach der Hochzeit noch zu einer Nachfeier auf den Sommersitz der Familie einladen. Hier stellt sich sofort die Frage: Wie lange können sie ihre Tarnexistenz als angeblich Anverwandte eigentlich aufrechterhalten?

Zotige Frivolitäten und lustige Sprüche

"Die Hochzeits-Crasher" ist eine romantische Kumpel-Komödie mit einer völlig neuen Idee und mit begeistert aufspielenden Schauspielern. Für Owen Wilson ist seine Rolle nur die konsequente Fortsetzung der Figuren, die er auch sonst immer mit Bravour spielt. Komödien-Neuling Vince Vaughn lässt sich aber nichts vormachen und ist fast noch überzeugender als Wilson. Kurzum: "Die Hochzeits-Crasher" ist ein Muss für alle Heimkinobesitzer, die Spaß an zotigen Frivolitäten, zarten Liebesbanden und lustigen Sprüchen haben. Die knapp zwei Stunden sind auf keinen Fall vergeudet.

Auf der DVD finden sich bei den Extras ein Audiokommentar des Regisseurs David Dobkin und den beiden Hauptdarstellern, ein Spaßinterview, vier nicht verwendete Szenen, ein Making of und ein Musikvideo.

Siegfried Premium Edition

Nach seinem Otto-Film "7 Zwerge - Männer allein im Wald" legt Regisseur Sven Unterwaldt gleich noch einmal nach. Er hat die Nibelungen-Saga fürs große Kino verfilmt - mit dem Krawall-Humoristen Tom Gerhardt als ebenso blonden wie leicht debilen Helden Siegfried.

Tom Gerhard ist es zu verdanken, dass der Film trotz seiner Besetzung annehmbar bleibt. Er übertreibt es mit seinem üblichen Debil-Humorismus nicht zu sehr. So kann die ganze Familie permanent amüsiert verfolgen, wie das Findelkind Siggi beim Schmied Mime (Michael Brandner) aufwächst. Die immensen Kräfte des Findelkinds sorgen schon bald dafür, dass das ganze Dorf von Herzen erleichtert ist, als der tollpatschige Siggi endlich aufbricht, um sein Glück woanders zu suchen. Das ist auch schnell gefunden: Die schöne Kriemhild (Dorkas Kiefer) soll es sein, die Siggi beim Pinkeln im Wald erwischt. Da die holde Kriemhild aber keinen struntzdoofen Bauerndeppen ehelichen möchte, bekommt Siegfried so manche Sonderprüfung aufgebrummt. So muss er das Rheingold suchen und es mit einem Drachen aufnehmen.

Jede Menge Extras

Constantin Film spendiert dem Film eine Premium Edition mit einer zweiten DVD im Pappschuber. So bleibt neben der DTS-Tonspur genug Platz für jede Menge Extras. Dazu zählen ein Making-of, Stunts und spannende Interviews. Dokumentationen über die Schweinedressur, die Entstehung der Spezialeffekte, das Kostümdesign und über die Arbeit der Maskenbildnerin gehören ebenfalls zu den Highlights der Extras.

Harold & Kumar

Regisseur Danny Leiner hat mit der Teenie-Komödie "Ey Mann, wo ist mein Auto" einen überaus kurzweiligen Streifen gedreht, in dem Ashton Kutcher und Seann William Scott der verlorenen Erinnerung an eine völlig durchgeknallte Nacht hinterher jagen - verfolgt von Transvestiten, großbusigen Schönen und irren Außerirdischen. "Harold & Kumar" ist so etwas wie die inoffizielle Fortsetzung mit anderen Mitteln.

Der Inder Kumar (Kal Penn aus "Party Animals") und der Koreaner Harold (John Cho aus "American Pie") sind in den USA aufgewachsen, gehören aber nicht zu den wirklichen Gewinnern. Ihren Frust bekämpfen sie am Abend gerne mit einem Joint. Der gewaltige Fresshunger, der sich dem Inhalieren anschließt, und eine TV-Werbung für den Burger-Tempel White Castle führen dazu, dass Harold und Kumar kurz entschlossen in ihr Auto springen, um sich ein paar Dutzend Burger zu leisten.

Genug Gags für drei Filme

Doch natürlich geht auf dem Weg zum Burger-Tempel alles schief - und zwar so gründlich, dass es für knapp anderthalb Stunden Teenie-Spaß reicht. Die beiden Drogen-Trottel bekommen es auf ihrer Reise mit einem überaus hässlichen Automechaniker und seiner Gruppensex süchtigen Frau, zwei Durchfall geplagten Studentinnen von der Uni, einem überaus bissigen Waschbären, zahlreichen Polizisten und natürlich einer Horde aggressiver Skinheads zu tun.

"Harold & Kumar" bedient alle Klischees der Teenager-Filme aus den letzten Jahren. Er legt dabei aber so ein irres Tempo vor, dass sich der Zuschauer glatt anschnallen muss, um nicht vom Sofa zu kippen. Drogen, Sex, Fäkalhumor und schräge Sprüche sorgen hier dafür, dass jedes Niveau unterschritten wird. Aber genau das zeichnet die Filme dieses Genres ja aus, oder? Die Drehbuchanfänger Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg haben jedenfalls genug Gags zusammengetragen, dass es für drei Filme gereicht hätte.

Honeymooners

Die "Honeymooners", das war eine in den Fünfzigern sehr beliebte Serie aus dem US-Fernsehen, die hierzulande leider überhaupt nicht bekannt wurde. Jackie Gleason und Art Carney spielten in der Serie zwei schwarze Hoffnungsträger, die immer wieder versuchten, den ganz großen Erfolgscoup zu landen - und die dann doch immer wieder versagten.

In der Hollywood-Kinoversion der TV-Serie aus dem Jahr 2005 übernimmt Cedric the Entertainer die Rolle des dicken Busfahrers Ralph Krambden, während Mike Epps den Part des Stadtreinigers Ed Norton spielt. Ralph und Ed wohnen zusammen mit ihren Frauen in einem heruntergekommenen Mietshaus. Die Frauen träumen von einem eigenen Doppelhaus, doch die Männer bringen jeden gesparten Dollar mit ihren irren Projekten gleich wieder durch.

Nachdem Gürteltaschen aus Tigerfell-Imitat und Kuschelkakteen aus Plastik nicht das gewünschte Resultat gebracht haben, investieren die beiden in einen Straßenhund, der hoffentlich zum Rennhund taugt. Ihr allerletztes Geld stecken sie einem dubiosen Trainer mit zweifelhaften Methoden zu. Das erste Hunderennen sollte besser ein Erfolg werden, denn die Mädels sind schon ganz schön sauer. Zumal sich eine Chance auftut, endlich das gewünschte Haus zu kaufen.

Harmloser Slapstick

"Honeymooners" ist ein ganz harmloser Hollywood-Familienfilm mit einem guten Quäntchen Romantik, viel Humor und Slapstick, einem vorprogrammierten Happy End und viel Verständnis für unterbegabte Erfinder, die auf die eine Chance im Leben warten, wo sich alles auszahlt. Ganz in diesem Sinn darf man von dem Film keine große Qualität erwarten und auch keinen Tiefgang. Er unterhält aber von Anfang bis Ende und langweilt den Zuschauer kein Stück. So gesehen überzeugt er als Familienfilm, der anstelle von Gewalt auf Ideale, Hoffnungen und die Liebe setzt.

My Baby's Daddy

Groove-Alarm am Wickeltisch: Drei junge Schwarze, die völlig ungezwungen das verkiffte Junggesellenleben genießen, hängen zusammen in einer WG ab, frönen dem Faulsein und geben sich höchstens einmal einem Gelegenheitsjob hin, um etwas Geld in die eigene Brieftasche zu bekommen. Alle drei haben Freundinnen, die sich ein wenig mehr von ihren Kerlen erhoffen. Vielleicht kommt ja jetzt die große Wende: Alle drei erfahren fast gleichzeitig, dass sie ein wenig zu sorglos in der Liebe waren. Ihre Freundinnen sind schwanger. Das ist natürlich eine echte Katastrophe für die drei Loser.

Sollen sie jetzt Verantwortung übernehmen? Neiiiiinnn, natürlich nicht. Sie winden sich stattdessen mit faulen Ausreden aus ihrer Vaterrolle, verweigern das Windelnwechseln und geben sich in der Folge noch weniger Mühe, sich um ihre Jobs und Frauen zu kümmern.

Doch auch für Lonnie, G und Dominic kommt die Zeit, wo das Abhängen ein Ende haben muss. Doch es ist gar nicht so einfach, ein guter Vater zu sein. Und so müssen sich die Freunde nicht nur mit koreanischen Vätern und plötzlich lesbisch gewordenen Freundinnen beschäftigen, sondern auch mit ihren eigenen Gefühlen.

Laue Scherze

Keine Frage: "My Baby's Daddy" ist ein absolut harmloser Familienfilm mit einem vorhersehbaren Ende, lauen Scherzen und einer riesigen Portion Moral. Eddie Griffin, der die Hauptrolle spielt, das Drehbuch geschrieben hat und auch produziert, hätte sich besser noch ein paar bessere Gags einfallen lassen sollen. Wer trotzdem so viel Spaß mit dem Film hat, dass er sich gar nicht mehr von ihm loseisen kann, findet auf der DVD einen Blick hinter die Kulissen, 18 zusätzliche oder erweiterte Szenen und eine Sammlung mit den lustigsten Pannen vom Dreh vor.

Deuce Bigalow: European Gigolo

Rob Schneider, ein weiterer Komiker aus dem Stall der legendären TV-Sendung "Saturday Night Live", erleidet als Kinoschauspieler ein unverdientes Schicksal. In seinen Nebenrollen wertet er jeden Film auf. In seinen Hauptrollen beschränkt er aber jeden Streifen aufs Mittelmaß. Das ist in "European Gigolo" nicht anders. In der Fortsetzung zum Sleeper-Hit "Rent-A-Man" spielt Rob Schneider wieder die Rolle des Gigolos Deuce Bigalow, der die Frauen beglückt.

Bigalow reist nach Amsterdam, um einem Freund beizustehen, der Angst vor einem Killer hat, der männliche Prostituierte jagt. Rob Schneider schlüpft einmal mehr in die Rolle des emotionalen Callboys, der den hässlichsten Frauen in ganz Amsterdam beisteht und weniger mit seiner Potenz denn mit seiner gefühlvollen Anteilnahme für ein neu erblühtes Glück sorgt.

"European Gigolo" ist ein schräger Film, der sich ganz dem schlechten Geschmack hingibt und der einen Scherz nach dem anderen bringt, der in den USA wahrscheinlich heftig zündet, weil dort alle so prüde und verklemmt sind. In Europa kommen die Gags leider nicht so gut an, da hier Prostitution, Kiffer und sich schlecht benehmende Touristen keine wirkliche Besonderheit mehr sind.

Zum Vergessen

Bei "European Gigolo" bleibt man als Zuschauer bei der Stange, weil das Geschehen im Film so unglaublich schräg ist, dass man einfach nicht wegsehen kann. Ob nun Till Schweiger als Heinz Hummer - der Mann mit dem dicksten Rohr - auftritt oder Deuce auf eine Frau mit einem Penis anstelle einer Nase trifft; das ist Wahnsinn pur. Leider beschränkt sich der Film auf einen reinen Verbalhumor und zeigt weder nackte Tatsachen noch andere wirklich schräge Dinge. Das hätte den Streifen vielleicht noch gerettet und ihm einen gewissen Grunge-Charme des schlechten Geschmacks gegeben. So vergisst man den Film, kaum dass der DVD-Player ausgestellt wird.

Viva Las Vegas

Die Griswolds treiben den Zuschauer mit ihren dysfunktionalen Familienabenteuern bereits seit Jahren ins heitere Gefühlchaos. Filme wie "Die schrillen Vier auf Achse", "Hilfe, die Amis kommen" und der ewige Kult "Schöne Bescherung" schickten die verrückte Familie auf einen unvergesslichen Europatrip oder ließ sie das Weihnachtsfest mehr schlecht als recht überstehen. Die humorigen Trash-Filme sind so gut gemacht, dass man sie sich immer wieder neu anschauen kann. Schließlich kann man sich nur allzu oft vorstellen, dass es zu ähnlichen Chaos-Erlebnissen auch in der eigenen Familie kommen könnte.

Recht überraschend inszenierte Regisseur Stephen Kessler im Jahr 1997 noch einen vierten Teil des Griswold-Dreiteilers. Dieses Mal schickte er die Familie nach Las Vegas - zum Zocken. Zwar ist der Streifen vom Witz und vom Chaos her nicht ganz so zündend wie die ersten drei Filme - er amüsiert aber trotzdem noch immer ungemein.

Lustiger Film ohne Tiefgang

Jedes Familienmitglied erlebt dabei in Las Vegas etwas anderes. Leiden muss vor allen Dingen Familienoberhaupt Clark (Chevy Chase), der spontan der Spielsucht erliegt und das ganze Ersparte der Familie auf den Kopf haut. Zu allem Unglück trifft er auch noch Cousin Eddie (Randy Quaid), der dank seiner Metallplatte im Kopf immer in Ohnmacht fällt, sobald er niesen muss. Mutter Ellen (Beverly D'Angelo) erliegt derweil dem Charme eines schmierigen Las-Vegas-Sängers, während Tochter Ordry sich als GoGo-Tänzerin in einem Club verdingt. Richtig gut trifft es nur Sohn Rusty, der durch dumme Zufälle zum High Roller mit eigener Luxussuite wird und mit einer Clique neureicher Zocker die tollsten Sachen erlebt.

Am Ende steckt die ganze Familie in der Krise. Da dies aber für die Griswolds der Normalzustand ist, halten sie nur noch mehr zusammen und lösen alle Probleme. Ein lustiger Film ohne besonderen Tiefgang.

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Wie heißt der Film?
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