HOME

"Herr der Ringe"-Finale in Berlin

Mit höflichem Beifall hat das Publikum den dritten Teil des Filmepos "Herr der Ringe" bei der Berliner Europapremiere bedacht. Begeisterungsstürme wie bei der Weltpremiere in Neuseeland blieben jedoch aus.

Die glanzvolle "Herr der Ringe"-Europapremiere in Berlin hat zwar viel Anerkennung bekommen, Begeisterungsstürme wie kürzlich bei der Weltpremiere in Neuseeland blieben aber für das Filmereignis des Jahres aus. Nach der dreistündigen Premiere vor 1600 geladenen Gästen - darunter viele Stars der Mega-Produktion von Regisseur Peter Jackson - gab es am Mittwochabend in allen Kinosälen Beifall für den letzten Teil "Die Rückkehr des Königs" der Fantasy- Saga von J.R.R. Tolkien.

Gold glänzend baumelte der teuflische Ring zur Europapremiere als Riesenrequisite über dem roten Teppich. Doch dies war kein böses Omen: Hunderte Fans bereiteten ihren Stars einen begeisterten Empfang, als die Leinwand-Helden aus Mittelerde sich in der Hauptstadt zeigten.

Liv Tyler elfenhaft

Die wartenden Fans in der Dezemberkälte waren glücklich: Schauspielerin Liv Tyler kam - ganz Elbendame - mit wehenden langen Haaren zur Premiere. Gollum-Darsteller Andy Serkis rief mit quäkender Filmstimme "Berlin ist mein Schatz" in die Menge. Schauspieler Viggo Mortensen, der sich im Film zum König Aragorn mausert, gab sich dagegen politisch: "Ich danke Euch, dass Ihr den Irak nicht angegriffen habt", sprach er ins Prominenten-Mikrofon.

Gandalf-Mime Ian McKellen schritt seiner Zauberer-Rolle gerecht mit weisem Blick würdigen Schrittes auf das Kino zu. Der wahre Herr der Ringe, Regisseur Peter Jackson, eilte - dem resoluten Zwerg Gimli äußerlich nicht unähnlich - über den Potsdamer Platz.

Promis aus Film und Politik

Für ein Lächeln sorgte Schauspielerin und Premierengast Felicitas Woll (Berlin, Berlin), die sich zur Feier des Tages spitze Elben-Ohren ansteckte. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte sich gut vorbereitet: Er sah sich die ersten sechs Studen des Film-Epos auf der heimischen Couch als Video an. "Sehr gut", lobte er den Film dann nach den Abspann. "Aber jetzt ist erst mal Schluss damit." Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) outete sich dagegen als Rings Muffel, der bisher sowohl die Tolkien-Bücher als auch Jacksons Filme verschmähte. "Aber mein Sohn hat mir alles Nötige erzählt", beschwichtigte er die Gemüter.

Kampf um Gut und Böse

Im dritten und letzten Filmteil "Die Rückkehr des Königs" erlebt das Kinopublikum die größte Schlacht um Mittelerde. Monster-Armeen laufen auf, während die beiden Hobbits Frodo und Sam mit letzter Kraft versuchen, den mächtigen Ring im Feindesland zu vernichten - dicht gefolgt vom schizophrenen Wesen Gollum. Wie in den ersten Filmteilen geht es jenseits des Kriegsgetümmels um Gut und Böse, enge Familienbande und die schweren Prüfungen der Freundschaft.

Das Ende des Filmepos traf nicht den Nerv des gesamten Premierenpublikums: Zu langatmig und zu kitschig, befanden manche Zuschauer. Dafür zeigte sich die deutsche Filmprominenz begeistert. "Das war großartig, einfach toll umgesetzt", lobte Regisseur Leander Haußmann. Und Schauspielerin Christiane Paul bekannte sich als "'Herr der Ringe'-süchtig". Die nächste Gelegenheit für Süchtige gibt es am 17. Dezember - dann kommt der Film weltweit ins Kino.

Ulrike von Leszczynski, dpa/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo