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14. August 2007, 15:25 Uhr

Superhelden in der Midlife Crisis

Diesen Sommer macht sich ein Planeten verschlingender Weltraumwurm auf, die Erde zu vernichten. Die "Fantastic Four" rüsten sich zum zweiten Mal für den Kampf gegen eine dunkle Übermacht. Und versagen auf ganzer Linie. Von Felix Disselhoff

Wollen die Welt vor dem Untergang retten: Human Torch, Mr. Fantastic, Invisible Woman und The Thing© Constantin Film

Filmstarts werden nicht oft verschoben. Der verspätete Starttermin von "Fantastic Four - The Rise of the Silver Surfer" kann nur einen Grund haben: Der Filmverleih Constantin hatte Angst, seine Superhelden-Familie gegen Michael Bays erfolgreiche "Transformers" antreten zu lassen. Mit einem Blick auf die Qualität der Filme eine weise Entscheidung.

Klingelnde Kinokassen trotz niederschmetternder Kritik

Seit Jahren dominieren Comic-Adaptionen den Filmemarkt. Pionier und Spitzenverdiener ist die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft - " Spiderman". Andere Verfilmungen nahmen ihre bunten Vorbilder nur als Anlass, um etwas völlig Neues zu erschaffen. So wurde Tim Burtons knallbunter Batman der Neunziger in "Batman Begins" zum dunklen Ritter. Beinahe als ästhetischer Gegenentwurf zu dieser düsteren Heldensaga erblickte im Jahr 2005 die bis dato erfolgreichste Comicserie aller Zeiten die Leinwand.

Regisseur Tim Story trat mit "Fantastic Four" in diesem Jahr den Beweis an, dass niederschmetternde globale Kritik nicht unbedingt mit kollektivem Misserfolg an den Kinokassen geahndet wird. Bei einer Einspielsumme von rund 330 Millionen Dollar war eine Fortsetzung der fantastischen Familiensaga kaum zu vermeiden. Mit "Fantastic Four - The Rise of the Silver Surfer" bekommt das Publikum nun eine Fortsetzung der lieblosesten Comic-Action aller Zeiten vorgesetzt.

Depressives Silver und jede Menge Blech

Diesmal treffen die Fantastischen auf den Silver Surfer. Der wiederum fungiert als Herold von Galactus, dem Verschlinger der Welten. Der Silver Surfer gilt als eines der interessantesten Geschöpfe der Marvel-Welt. Als Vorbote von Galactus, einer Furcht einflößenden und ganze Sonnensysteme verschlingenden Kreatur, sucht er nach neuen Planeten, die sich dieser einverleiben kann. Um seine eigene Welt vor diesem Schicksal zu retten, trat der Silver Surfer in Galactus Dienste und streift seither auf seinem von kosmischer Energie betriebenen Board durch die Galaxien. Von der lässigen Surfer-Attitüde hält der manisch-depressive Comic-Held allerdings nicht sehr viel.

Der Silberstürmer schickt sich an, unseren schönen Planeten dank allerlei Feuerkraft mit Kratern zu überziehen. Einen Grund dafür lässt das Drehbuch vermissen. Und was, fragt man sich, ist aus dem riesigen Menschengott Galactus geworden? In Tim Storys Comic-Abklatsch folgt dem Silver Surfer eine stumme, kosmische Staubwolke. Dieser intergalaktische Staubsauger lässt erahnen, dass die CGI-Experten nicht fähig genug oder das Budget nicht groß genug war für etwas mehr Detailtreue. Obwohl der Film in der Vorbereitung eine Ressource im Überfluss hatte: Zeit. Treue Fans der Comicreihe kennen bei solchen Patzern kein Erbarmen.

Produzent Bernd Eichinger begeisterte sich schon in jungen Jahren für die Marvel-Helden und sicherte sich bereits 1983 die Rechte an den "Fantastischen Vier". "Ich habe bereits sehr früh, mit zwölf oder dreizehn Jahren, angefangen, die Comics der 'Fantastic Four' und des 'Silver Surfer' zu lesen und sie haben mich immer fasziniert", schwärmt Bernd Eichinger. "Später, als ich dann Produzent wurde, stellte ich den ersten Kontakt zu Zeichner Stan Lee her, der in meinen Augen der 'Gott von Marvel Comics' ist. 1983 flog ich dann nach Los Angeles, mit der Idee, aus den 'Fantastic Four' und auch aus dem 'Silver Surfer' einen Film zu machen." Nur scheint es sich mit Comics nicht zu verhalten wie mit gutem Wein. Die Umsetzung korkt an alle Ecken und schmeckt trotz langer Reifezeit abgestanden.

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KOMMENTARE (8 von 8)
 
duesburg (16.08.2007, 23:43 Uhr)
Richtig
Habe das mit den ersten Batmanfilmen nochmal nachrecherchiert. Ihr habt recht. Werde mal schauen, ob sich das noch ändern lässt
barryallen (15.08.2007, 01:55 Uhr)
60er
Egal ob bunt oder nicht. Burtons Batman war Müll in meinen Augen. Er hätte vielleicht vorher mal die Comics lesen sollen. F4-TKKG. Sehe hier nicht unbedingt einen Bezug, da F4 um einiges differenzierter ist. Ausserdem ist F4 aus den sechzigern und die Moralvorstellungen und Rollenverteilungen dieser Zeit waren anders.
hq79 (14.08.2007, 23:37 Uhr)
Tim Burtons knallbunter Batman??
da hat jemand nicht richtig geguckt und stellt dann falsche behauptungen in den raum.
die knallbunten batmanversionen waren von joel schuhmacher (nippel, poprothesen, riesensuspensorien, viel farbiges geblinke und dumme witze). tim burton war für die ersten zwei teile zuständig (morbid-verstörende irrenhauscomicästhetik).
abgesehen davon ist rise of the silver surfer wohl eine der erbärmlichsten ausreden dafür leute irgendwie ins kino locken zu wollen. und weil filme sowieso nicht mehr besser werden wird sich wohl auch kaum jemand über diese farce beschweren.
hiro42 (14.08.2007, 18:41 Uhr)
Siver Sufer
F4 die zweite kann wirklich nicht viel. Aber ALEX PROYAS wird einen eigenen Siver Surfer Film machen - das wird zweifelsfrei DER Film 2008.
js110010 (14.08.2007, 16:49 Uhr)
@Malt
Jaja, die unsichtbare Pfote :-)
Recht hast Du.
Musst mal alte Comics von denen aus den 60ern sehen. Ich sage nur, ein Rausch von hochtoupierten Haaren
Freaker (14.08.2007, 16:46 Uhr)
naja geht so
also vom trailer her, hätte man sich mehr versprochen...
Malt (14.08.2007, 16:45 Uhr)
Für mich...
waren die Fantasitischen Vier immer sowas wie die MARVEL Ausgabe von TKKG... oberflächlich und Klischeehaft! Und Gaby, äh ich mein Invisible Woman darf doch eh nur mitmachen wiel se die Alte vom Chef ist....
js110010 (14.08.2007, 16:33 Uhr)
kann ich "leider" nicht zustimmen
ok, der erste Teil war grottenschlecht.
und es gibt sehr wohl eine viel schlechtere Comic-Verfilmung der letzten Jahre: Superman Returns! Tataaa! Na, hab' ich gewonnen?
Ok, mir gefiel der zweite Teil der F4 ganz gut. Warum?
Erstens nur 90 Min und nicht wie Spiderman&Co 130.
Gute Gags. Ok, kein Woody Allen, aber auch kein Adam Sandler.
Die Tricks. Alle sehr gut geworden. Ok, Ben sieht vielleicht etwas schlapp aus, ist aber an der Grenze.
Und zum Glück redet der silver Surfer nicht zu viel. Im Gegensatz zu den meisten selbst ernannten Kennern mochte ich diesen wortkargen Gesellen nur, wenn er vom Hulk die Hucke voll bekam.
Und außerdem, bin ich froh, dass Galactus nicht wie in den Comics dargestellt wurde. Solche im Weltall schwebenden Riesenfiguren, die mal so groß wie ein Hochhaus und auf der nächsten Seite so groß wie ein Kontinent sind, kommen in Realfilm nicht gut rüber. Und kurz sind die Umrisse von Galactus' Helm zu erkennen. Müsst mal drauf achten.
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