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Vor 50 Jahren wurde "Sissi" geboren

Am 21. Dezember 1955 feierte der erste "Sissi"-Film Premiere. Die Schmonzette eroberte quasi über Nacht ganz Europa - und machte die erst 17-jährige Romy Schneider zum Idol.

1955 wurden zwei Filmlegenden geboren, die auch nach einem halben Jahrhundert noch zu faszinieren vermögen: Am letzten Septembertag jenes Jahres war Amerikas erst 24-jähriger Kinorebell James Dean tödlich mit seinen Porsche verunglückt. Dieser frühe Tod machte Dean zur Kultfigur, die über all die Jahre präsent geblieben ist. Und kurz vor Weihnachten 1955 gab es die Uraufführung einer Historienschnulze, die das Publikum in ganz Europa zu Millionen vor die Leinwände lockte: "Sissi" hieß der Film, der die erst 17-jährige Romy Schneider in der Titelrolle zum Star und Idol machte.

Der Wiener Routinier Ernst Marischka, Regisseur und Drehbuchautor des Films, zeigte in "Sissi" die Geschichte der bayerischen Prinzessin Elisabeth, in die sich der österreichische Kaiser Franz Joseph verliebt und die der Monarch des Vielvölkerreichs 1854 unter dem Jubel seiner Untertanen im Wiener Stephansdom ehelicht. Ein glückliches Ende hat es weder mit der realen "Sissi" genommen, die 1898 in Genf von einem Anarchisten ermordet wurde, noch mit Romy Schneider, die nur 43-jährig 1982 unter tragischen Umständen an gebrochenem Herzen starb.

Nur Karlheinz Böhm lebt noch

Doch der Kinohit über die unglückliche Kaiserin mit dem privat nicht vom Glück verfolgten Star ist noch immer ein Publikumsmagnet auf den TV-Kanälen. Die ARD zeigt an Heiligabend zur besten Sendezeit den Film in alter Farbenpracht und all den Stars von einst. Von denen lebt nur noch Karlheinz Böhm, der damals den jungen Kaiser verkörperte und nun 77 Jahre alt ist. Der unermüdliche Spendenwerber für die von ihm begründete Äthiopienhilfe stand im Mittelpunkt einer Jubiläums-Gala, die unter dem Titel "Servus Sissi" bereits am 3. Dezember im Stuttgarter Apollo-Theater stattgefunden hat.

Die Fernsehaufzeichnung der Gala wird an den Weihnachtstagen von verschiedenen Sendern ausgestrahlt. Mit von der Partie war übrigens auch Erzherzog Markus Salvator von Habsburg, der Urenkel des einstigen kaiserlichen Traumpaares. Böhm erinnert sich an den deutschen Kinostart des ersten von drei "Sissi"-Filmen in München am 23. Dezember 1955: "Das war in einem Kino am Stachus, und ich weiß auch noch, dass wir beide auf der Bühne nachher gewesen sind und dass ein riesiger Applaus war. Was sich daraus entwickelt hat, also das hätte, glaube ich, keiner zu denken gewagt."

Ein Stückchen heile Welt

Die Welturaufführung hatte am 21. Dezember in Wien stattgefunden. Schon bald danach gab es in Österreich kaum noch jemanden, der den Film nicht gesehen hatte. Das "Sissi"-Fieber griff schnell auf Deutschland über, vor den Kinos bildeten sich lange Warteschlangen. Doch auch in Nizza, Madrid, Amsterdam und Helsinki wurden alle Besucherrekorde gebrochen. Es waren erst zehn Jahre seit Kriegsende vergangen, die Zeiten waren trotz des hart erarbeiteten "Wirtschaftswunders" nicht leicht, und die Massen suchten auf der Leinwand jene heile Welt, die in zwei Weltkriegen zerbrochen war.

Es ist allerdings ein Phänomen der besonderen Art, wie populär die "Sissi"-Filme geblieben sind und wohl auch bleiben. Karlheinz Böhm glaubt den Grund dafür zu kennen: "Ernst Marischka, der Regisseur, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hat drei hervorragende Unterhaltungsfilme gedreht. Und das hat sich eben als ein kleines Wunder so erwiesen, dass es die dritte Generation junger Menschen gibt, denen diese Filme Freude machen, und das ist für mich auch eine Freude in meinem Leben."

Wolfgang Hübner/AP

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