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4. Februar 2010, 14:31 Uhr

Kinderschreck mit Spießerträumen

In zehn Jahren hat ein Kleinkrimineller seinen Namen zu einer millionenschweren Marke gemacht. Nun gibt es Bushido auch als Film. Die Geschichte einer Geldmaschine auf der Jagd nach Anerkennung. Von Sophie Albers

Bushido, Zeiten ändern dich, Rap, Bernd Eichinger, Film, Kino

Bushido: gehasster, gefeierter Millionär© Joerg Koch/DDP

Bushido: Dieser Name steht in Deutschland für begeisterte Fans und schockierte Eltern, aber auch für eine Geldmaschine, die einen Schulabbrecher aus Berlin-Tempelhof zum Millionär gemacht hat. Nun hat Mainstream-Produzent Bernd Eichinger Bushidos gerade mal 31 Jahre währendes Leben verfilmt. Und eines ist klar: Dieser Mann mit dem Hundewelpenblick hat uns alle "gefickt", was in seinem Sprachgebrauch bedeutet, dass wir nach seiner Pfeife tanzen.

Anis Mohamed Youssef Ferchichi hatte alles, was es braucht, um in diesem Land kaputtzugehen. Er sieht aus wie ein Araber, ist ohne seinen tunesischen Vater aufgewachsen, war von Anfang an allein, weil seine deutsche Mutter putzen gehen musste, um ihre beiden Söhne durchzubringen. Er hat die Schule geschmissen, Drogen verkauft, Wände besprüht. Er hat geschlagen und wurde geschlagen, er hatte Ärger mit der Polizei. Und er hatte nichts Besseres zu tun, als tagtäglich mit anderen Jungs, denen es genauso ging wie ihm, zu beweisen, dass der Stärkere die Macht hat. Doch dann wurde aus Anis Ferchichi Bushido. Und es begann ein deutsches Märchen. Eines der zynischen Art.

Der Ursprung war authentisch

Anfang des Jahrtausends vom Untergrundlabel Aggro Berlin und dessen Mastermind Specter auf Spur gebracht, wurde aus einem Jungen, der in einem Zimmer der Wohnung seiner Mutter wütende Raps in ein selbstgebasteltes Mikrofon bellte, eine Showbiz-Figur. Mit einer gewaltigen Ladung Düsternis, inspiriert vom französischen Rap der Banlieue, wurde ein eleganter Bösewicht von der Straße geboren, Teil eines Figurenkabinetts, in dem sich auch der "Rap-Clown" Sido und der "hässliche Deutsche" Fler fanden. Specter drückte ihnen seinen Stempel sogar ins Fleisch: Sido die Maske ins Gesicht und Bushido das von Specter entworfene B-Logo an den Hals. Doch wegen Geld und zuviel Testosteron kam es zum Streit, und Bushido wechselte 2004 zum Unterhaltungsriesen Universal. Ein berüchtigter arabischer Familienclan half ihm dabei, aus dem Vertrag mit Aggro zu kommen. Seitdem steht der Rapper "unter Schutz".

"Vor Bushido gab es niemanden im deutschen Rap, der so hart und kompromisslos gerappt hat - und dabei mit so viel Tiefgang", erinnert sich einer seiner Entdecker, der nicht mit Namen genannt werden will. Bushido hat seit damals viele Freunde und Förderer verprellt. "Er war so hungrig, er wollte es unbedingt schaffen. Er hat vielen Menschen das Gefühl gegeben 'Da rappt einer von uns.' Für ihn war der Rap kein Spaß. Er wollte nicht gefallen. Er hat versucht zu beschreiben, was er sieht, was er fühlt, was er erlebt hat. Der Ursprung war authentisch."

Skandale, Vorwürfe, Verunsicherung

Und er änderte sich nicht. Bushido stand wegen Körperverletzung vor Gericht. Seine Alben landeten wegen menschenverachtender Texte auf dem Index. Politiker forderten ein Auftrittsverbot. Skandale, Vorwürfe, Verunsicherung. Doch er hatte Fans, die ihn liebten, und sie wurden immer mehr. Ja, Bushido war ein Prolet, doch ein erfolgreicher, und so musste sich die Öffentlichkeit mit ihm beschäftigen - ob sie wollte oder nicht. Und natürlich war der Bad Boy auch ein Faszinosum. So folgte dem Hass derer, die nichts verstanden, das Analysieren derer, die verstehen wollten.

"Zeiten ändern dich" Als glattgebügeltes Märchen von Sex, Drugs und Rap erzählt Bernd Eichinger die Erfolgsgeschichte des Berliner Rappers Bushido. Moritz Bleibtreu ist genauso mit dabei wie Hannelore Elsner, wenn ein Kleinkrimineller die Charts erklimmt. Herausgekommen ist ein etwas holperiges, dennoch rundes Bild einer Ikone von unten.

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KOMMENTARE (10 von 13)
 
Administrator (04.02.2010, 16:59 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Diskussion an dieser Stelle.

herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
suleiman (04.02.2010, 16:54 Uhr)
halloooo
die meisten asiaten und araber sind spiesser, na klar darf der junge spaß haben, die mädels müssen sich als gelhrte hausfrau präsentieren,er hätte die chance, den ghetto-kids hirn beizubringen und besonders den vätern + müttern,das ihre echte heimat die bessere wäre, wenn sie dort das gute hin übertragen und dafür dort politisch u. kulturell ..kämpfen............
Dewerth (04.02.2010, 16:48 Uhr)
Wer sich den Mist antut ...
... hat?s nötig. Aber bitte: Lasst euch nicht aufhalten.
johnniedeamonic (04.02.2010, 16:38 Uhr)
der...
...lächerliche Versuch eines Abitureinten von der Waldorfschule sein Leben möglichst Gewinnbringend auf Ghetto-Gangster umschreiben zulassen,
wenn ich nur schon den Trailer sehen
"von den machern von "Bahnhof Zoo"

*lach* die brauchten wohl auchmalwieder etwas Kohle
bR4iNST0RM (04.02.2010, 16:28 Uhr)
Schade!
Viele harte Worte, aber wenig dahinter. Wenn es mal richtig Knallt, sind solche Menschen die ersten, die schnell weg rennen und nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Schade, bei soviel (viel zuviel) medialer Aufmerksamkeit.
Trotzdem ich solche Menschen nicht mag, gönne ich ihnen ihren "Erfolg". Es ist nur leider auch gleichzeitig ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass solch "Erfolg" überhaupt möglich ist.
Ein Phänomen ist es allerdings, dass es immer erst heißt: "schaut wie hart ich bin!" und wenn es dann genug ist, oder ausartet ? 180 Grad Wende ? "das war ja alles gar nicht so gemeint, bin doch ganz lieb, hatte halt ´ne schwere Kindheit!" Und es verkauft sich, immer und immer wieder.
Irgendwie langweilig. Das gilt nicht nur für diesen "Star".
Marineo (04.02.2010, 16:23 Uhr)
ESTABLISHMENT !
Er wollte Anarchist sein .......SEX , DRUGS AND ROCK N ROLL und was ist daraus geworden ? Er ist angepasster als angepasst und gehört längst zum Establishment ! Eigendlich ist er ein trauriger Proll , der sich wahrscheinlich nur durch Geld definieren kann , halt eben ein klassischer Neureicher .
Roman25 (04.02.2010, 16:13 Uhr)
Langweiler
Ich finde Bushido ist ein Langweiler - er ist nicht der Rede wert. Er ist absolut inszeniert, war niemals das, was er vorgibt (der toughe Outlaw von der Straße), kann nicht gut rappen und hat auch sonst keine besonderen Fähigkeiten - wenn man ihn nicht ständig durch künstlichen Medien-Hype pushen würde. Universals Promotion-Abteilung scheint Gold wert zu sein.


Wie gesagt, vergesst den Typ einfach, er ist nur heiße Luft.
iosono (04.02.2010, 16:03 Uhr)
Viva-Sternchen
Ein Star der 12-18 Jährigen und mancher die sich mit 25 wie mit 14 Jahren verhalten-
Einer tut den anderen nachäffen im Reden,miteinander Umgehen,Mode.....was er vorher im Fernsehen gesehen.
Und dann glauben die noch Sie wären Persönlichkeiten die respektiert werden wollen.
TV-Kopien
Codiana (04.02.2010, 15:49 Uhr)
ist das nicht der typ...
der arbeitslose arme Würstel verklagt die sich Songs runtergeladen haben? Merkt man ganz deutlich das der nur auf das Geld aus ist, den "Müll" den er produziert muss man ja nicht mal wegräumen, der wird von den Jugendlichen aufgesogen... yeah dicke Hardcore Gangstaaaa wuzar.

Scheisse.. ich schreibe wie ein Rentner und das mit 29 Jahren. Naja bin sicherlich nicht seine Zielgruppe. Die dürfte eher so von 12-16 liegen...
sportartmakler (04.02.2010, 15:31 Uhr)
diese type verdient diese
aufmerksamkeit ganz gewiß nicht. wenn solche leute in der form gepriesen werden, brauchen wir uns nicht zu wundern was mit teilen der jugend los ist.
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