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Große Gefühle, großer Spaß, große Kunst

"Die ganz, ganz große Liebe" ist die Fortsetzung von "Männerherzen" und verströmt ganz, ganz viel Spaß. Die üblichen Verdächtigen von Ulmen bis Fitz suchen das große Gefühl. Und sogar Til Schweiger findet es.

Von Sophie Albers

  Florian David Fitz geht die Liebe unter die Haut: Der zweite Teil von "Männerherzen" traut sich mehr

Florian David Fitz geht die Liebe unter die Haut: Der zweite Teil von "Männerherzen" traut sich mehr

Es gibt tatsächlich auch Fortsetzungen, die besser sind als das Original. "Die ganz, ganz große Liebe" setzt locker und sympathisch zum Überholen der erfolgreichen Komödie "Männerherzen" aus dem Jahr 2009 (fast 2,2 Millionen Zuschauer) an. Wieder geht es um verliebte Jungs, verballerte Männer und Situationen, die jeder nur zu gut kennt. Aber Regisseur und Drehbuchautor Simon Verhoeven gelingt es, die Schraube noch ein ganzes Stück weiter zu drehen, ohne dabei in Klischees oder Karikaturen abzurutschen. Und das - wie uns die deutsche Komödie immer wieder schmerzhaft lehrt - ist eine große Kunst.

Die notwendige Leichtigkeit ist vor allem den Schauspielern zu verdanken: Ganz oben in der Sympathieliste steht ausgerechnet der Mann, der keinen abkriegt: Justus von Dohnàny als hinreißende "Schlagerschwuchtel" Bruce Berger. Als fleischgewordener Christopher-Street-Day-Umzugswagen nimmt er alle Homosexuellen-Klischees und dreht sie durch den Wolf der liebevollen Menschlichkeit. Im austrainierten Herzmuskel von Bruce laufen die roten Fäden der einzelnen Liebesgeschichten zusammen. Und der Mann mit der etwas anderen Schmerzgrenze strickt, häkelt, fusselt daraus ein wunderschönes Gesamtgemälde, das einen mal schmunzeln, mal laut losprusten lässt. Gefühle eben.

Stoffel Ulmen und Mamasöhnchen Schweiger

Günther (Christian Ulmen) ist mit seiner zartkeimenden Liebe für Susanne (Nadja Uhl) noch immer nicht weitergekommen als bis zur Bundesgartenschau. Ulmen beherrscht den Stoffel zwar schon auf Autopilot, aber glücklicherweise hält sein Günther im richtigen Augenblick einfach mal die Klappe. Niklas (Florian David Fitz) wird verlassen und macht sich für seine alte Liebe Maria zum Affen. Fitz' Talent ist von solch wunderbarer Natürlichkeit, wie sie sonst vor allem in US-Komödien zu sehen ist.

  Der großartige Justus von Dohnàny in Höchstform

Der großartige Justus von Dohnàny in Höchstform

Jerome (Til Schweiger) heißt in Wirklichkeit Hansi und schöpft bei Mama und Papa auf dem Land neue Hoffnung, dass auch auf ihn die große Liebe wartet. Verhoeven hat das Wunder vollbracht, Schweiger Schweiger sein zu lassen, doch ihm die in seinen eigenen Filmen häufig so plakative Selbstverliebtheit zu nehmen. Bleibt Philip (Maxim Mehmet), der mit Nina (Jana Pallaske) Zwillinge erwartet und lernen muss, wie man eine Familie ernährt, und dass man in Schwangerschaftskursen nicht lachen darf. Wirklich jede Rolle in diesem Film hat ihren perfekten Darsteller gefunden.

Träne im Lachen

Für die Träne, die das Lachen braucht, um glaubwürdig zu bleiben, sorgt Wotan Wilke Möring. Sein Roland ist der Verlierer in den Irrungen, Wirrungen und Sackgassen der Liebe. Als Ex-Mann von Susanne (Uhl) fürchtet er nichts mehr, als die Liebe seines kleinen Sohnes zu verlieren. Nachdem er Günther (Ulmen) aus Eifersucht angegriffen hat, sitzt er - ganz, ganz real - im Gefängnis.

Das ist die andere Seite der Liebe. Die, die wehtut. Und dass die Fortsetzung von "Männerherzen" das weder auslässt noch auswringt, macht den Film so gut.

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