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6. Mai 2010, 17:48 Uhr

Der Eisenmann rostet

Im ersten Teil von "Iron Man" war Robert Downey Jr. als arroganter Superheld brillant. Doch die Fortsetzung der Comicverfilmung beschränkt sich darauf, ein Brückenteil zu sein. Da hilft auch Scarlett Johansson im Lederoutfit nichts. Von Sophie Albers

Iron Man 2, Robert Downey Junior, Scarlett Johansson, Gwyneth Paltrow, Mickey Rourke, Marvel Comics

Scarlett Johansson sieht wie immer toll aus - das war es aber leider auch schon© Concorde

Seitdem Robert Downey Jr. seine Drogenphase hinter sich gelassen hat, möchte man ihn am liebsten in jedem Film sehen. Diesen wunderbar sarkastischen, präzisen, doch genauso verspielten Mimen Hollywoods, der jede Produktion zu adeln scheint. Doch wie bei richtig gutem Schokoladeneis gibt es offensichtlich auch bei richtig guten Schauspielern eine Überdosis. Die von Downey Jr. heißt "Iron Man 2".

Dabei schien vor zwei Jahren noch alles möglich: Da machte Downey Jr. in der Rolle des Tony Stark einen arroganten Normalsterblichen zum Superhelden und schenkte dem Kino sogar einen liebenswerten Waffenhändler. Dieser sonst auf die dunkle Seite der Macht abonnierte Job ermöglichte Stark, eine multifunktionale Kampfrüstung zu bauen, mit der er mal eben die Welt rettete. Wunderbar war das Gefrotzel zwischen Iron Man/Stark und seiner herrlich unterkühlten Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow). Charmant bis brachial komisch die Ironie in jedem Spruch und jeder Geste dieses menschlichsten aller Superhelden. Aber gerade die hat in "Iron Man 2" gewaltig an Magie verloren.

Mickey Rourke als Vollpsychopath

Klar ist es witzig, wenn der Mann mit dem Überego einem dumm-feisten Senator, der von Stark die Iron-Man-Rüsting einfordert, erklärt, dass man ihm gefälligst dankbar sein solle, schließlich habe er "den Weltfrieden privatisiert". Aber Starks Selbstverliebtheit wird dann sehr schnell langweilig, weil sie keine Pause macht. Schließlich wirkt sie fast pathologisch, und man wartet auf die Entmündigung des Mannes, der zwischen Lasern und sonstwas für Waffen wohnt und vor sich hinbastelt. Nicht einmal die Tatsache, dass Stark mit dem Tode ringt, weil der Mini-Reaktor in seiner Brust, dank dem er Teil eins überhaupt nur überlebt hat, ihn zu vergiften droht, macht ihn sympathischer.

Nächstes Problem neben diesem Antihelden, der einen kalt lässt, ist eine Fülle an Nebenfiguren und Seitensträngen, in der "Iron Man 2" fast versinkt. Kein Charakter hat genug Zeit, in dieser Geschichte Stellung zu beziehen, geschweige denn sie zu halten. Man kann nur ahnen, was alles dem Schnitt zum Opfer gefallen sein muss. Sam Rockwell als Starks Branchenkollege und Widersacher Justin Hammer macht seine Sache - wie nicht anders zu erwarten - wirklich gut. Aber schon Mickey Rourke als Elektropeitschen-schwingender Voll-Psychopath hat so viel Tiefe wie eine Pfütze. Aber es sind doch eben die Untiefen der Comichelden, die sie so spannend machen. Man denke nur an Frank Millers gezeichneten Wiedergänger "Batman".

"Darf ich eins haben?"

Selbst die eigentlich selbstlaufende Sexnummer Scarlett Johansson wirkt wie ein schlecht programmierter Roboter auf Stelzen. Eigentlich hätte sie schon bei "The Spirit" (2008) merken müssen, dass ein cooles Outfit nicht reicht. Bereits damals stand die Form über dem Inhalt, und eben das schadet auch ihrer Nathalie in "Iron Man 2". Da sitzt immerhin Starks Kommentar, als er die rotgefärbte Johansson das erste Mal sieht, wie angegossen: "Darf ich eins haben?"

Vielleicht schlägt auch hier der Fluch des zweiten Teils zu, der schon so viele Filmreihen ereilt hat, sei es "Matrix" oder auch "Spider-Man". Wenn am Ende ein ganz dicker Pfeil auf Teil drei hinweist, fühlt sich der Zuschauer immer auch ein wenig betrogen. Schließlich hat er doch Geld bezahlt, damit die Geschichte endlich mal ein Ende hat und man nicht schon wieder Schokoladeneis löffeln muss.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Julian2225 (08.05.2010, 13:45 Uhr)
Einfach enttaeuschend!
Und viel mehr ist nicht zu sagen. Dieser Film ist ein Beispiel dafuer weshalb sequels meist daneben gehen. Er wird dennoch sein Geld einspielen, weil halt die Kids halt keine Story im Film brauchen....leider!

Und an den Musikschreiberling des Sterns, der zum Soundtrack meinte das "Shoot to thrill" ein neues STueck von AC/DC ist....als Strafe am besten den Film 10mal ansehen und vielleicht Filmkritiker werden denn von AC/DC und dem Highway to Hell ALbum hat die Person sicherlich noch nichts gehoert.
krajaber (07.05.2010, 13:22 Uhr)
Schlechter Film
Ich war gestern mit meiner Frau den Film ansehen, da ich vom ersten Teil total begeistert war und immer noch bin.
Aber dieser zweite Teil war einfach nur enttäuschend.
Viele Ideen und Witze aus dem ersten Film stark überdreht nachgemacht und immer wiederholt.
Handlung geht gegen Null. Es tauchen Figuren auf von denen niemand weiss woher sie kommen und was sie eigentlich da sollen.
Ausserdem alles abgeflacht. Soll das wie bei der neueren StarWars-Filmen ab jetzt für Kinder sein? Dagegen sprechen ein ekelhafter, fettbäuchiger Mickey Rourke und ein Tony Stark, der auf seiner Party im Iron Man-Anzug besoffen Champagnerflaschen und Melonen zur Freude der bauchnabegepiercten Tussis abballert.
Ich war von diesem 2. Teil genauso enttäuscht wie damals bei Transformers: Technisch perfekt - aber eine Handlung, die sogar BILD-Leser einschlafen lässt.
murkelei (07.05.2010, 13:20 Uhr)
Peng - daneben!
Das Problem mit zweiten Teilen, die all zu oft mit dem Handicap zu kämpfen haben, die Originalität und Spritzigkeit des ersten nicht zu erreichen, ist altbekannt. Als Beleg dafür nun aber gerade Spider Man 2 anzuführen ist ein Schuss in den Ofen, denn der bestätigt nun eher als Ausnahme die Regel und schlägt den lahmen und langweiligen Erstling an Rasanz und Dichte um Längen.
Vielleicht mal etwas weniger dem Hype nachhecheln, Frau Albers ...
crvnshkr (07.05.2010, 10:01 Uhr)
was soll das?
@faculdoc: exakt! ich denke aber, der stern ist wohl die falsche adresse für ihren appell. übrigens: gestern bild-zeitung: komplette letzte seite: helmut kohl lobhudelei, sooo schön schmalzig, anrührig, echt zum kotzen. natürlich kein wort über spendenaffäre etc. und die meldung über schreibers verurteilung war ca. 2x2 cm groß. das ist kein journalismus, das ist merkels propaganda-abteilung bei der arbeit!
---
toll, frau albers! muss n super gefühl sein, wenn man seine (einzel-)meinung einem so großen publikum ungefragt um die ohren hauen kann. ich finde den film klasse, wie den 1. teil, das ist meine meinung.
facility (06.05.2010, 23:28 Uhr)
same precedure
Typischer Sophie Albers - Verriss
Obstmann (06.05.2010, 20:34 Uhr)
@ Alexander0815
Ganz klar: Ich
Auch wenn ich gelegentlich durchaus Frau Albers Filmgeschmack teile...
Ich fand Teil 1 gut und allein dafür haben sich die Macher es verdient, dass ich Teil 2 auch nochmal die Chance geb...
faculdoc (06.05.2010, 20:03 Uhr)
Nicht der Eisenman rostet ,sondern die Journalie !
Verehrte Redaktion,
ich habe mich bereits für einige gute Beiträge ,für wirklich gute Arbeit von Euch desöfteren bedankt . O.K.-- ABER : es ist mitnichten nachvollziehbar ,wie man sich angesichts der gegenwärtigen schweren
deutschen und europolitischen Ereignisse in diesem Gadget bei insgesamt 20 Beiträgen mit 9 Beiträgen zur Ölpest - bei aller menschlicher Anteilnahme ! - und 3 Beiträgen mit Krimi u.a. derartigen Unfug sowie mit 2 Beiträgen zu APPLE`s Sorgen widmen bzw. dem Leser anbieten kann . Mit keiner Silbe zu Vorgängen zu einem zu erwartenden finanziellem GAU und Flächenbrand für uns Deutsche und für die europäischen Bürger ,welche derzeit nicht zu Spanien und Portugal gehören ! Ist denn dem Stern.de garnicht bekannt, dass man sich bereits mit neuen Banknoten für " unsere EU " ernsthaft beschäftigt . Ich frage mich erschüttert ,wo bleibt Eure analytische journalistische Arbeit und Unterrichtung unserer Bürger ? Habt Ihr denn schon die Kohl`schen Lügen vom damaligen Umtausch der : DM>> EURO einhergehend mit Preissteigerungen nach Waigel`scher Art vergessen ? Seht Ihr denn nicht die Notwendigkeit darauf hinzuweisen, wie damals Kohl und heute Merkel - ohne das deutsche Volk zu fragen ,das Volksvermögen verzocken und am Ende " Armut gar für alle " induzieren ? Das sind doch unsere Themen . Die Inflation steht bereits an unserer Türschwelle - dazu brauchen wir keinen Plaßberg u.a. weiblich Komiker,


Wir brauchen EUCH -gerade jetzt !
Alexander0815 (06.05.2010, 12:27 Uhr)
Genau wegen solchen Filmen ...
.... boomt der Markt für Raubkopien. Wer würde denn für sowas freiwillig auch noch die überhöhten Eintrittspreise an der Kinokasse zahlen?
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