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Wir sind doch nicht wegen der Filme hier

Sie gelten als wichtigster Filmpreis nach den Oscars. Vor allem aber sind die Golden Globes ein knallbunter Star-Karneval. 2016 durfte Ricky Gervais wieder ätzen, Leonardo DiCaprio kichern und Lady Gaga die Weltkugel küssen. 

Von Sophie "The Big Short" Albers Ben Chamo

Leonardo DiCaprio - Ankunft bei der Golden-Globe-Verleihung

Leonardo DiCaprio - Ankunft bei der Golden-Globe-Verleihung 

Seriöse Filmliebhaber halten die Verleihung der Golden Globes vorsichtig ausgedrückt schon lange für Mumpitz, weil es der ausrichtenden Hollywood Foreign Press Association sowieso nur um Star-Gefunkel, nicht im Geringsten aber um wirklich gute Filme gehe. Unverrückbare Tatsache der alljährlichen Award-Saison ist, dass eine goldene Weltkugel noch keinen Oscar macht. Ein großartiges Spektakel sind die Globes trotzdem. Wo sonst sieht man Leonardo DiCaprio über Lady Gaga kichern oder den Gastgeber des Abends Mel Gibson einen mitgeben. Die 73. Golden Globes hatten es in sich: Das lag natürlich an Ricky Gervais, aber auch an ein paar Überraschungen und Abfuhren und natürlich Hollywoods gutgelaunter A-Liga.


(Leonardo DiCaprios Reaktion auf Lady Gagas Globe für die beste TV-Darstellerin in "American Horror Story")

"Sugar tits" PIEP 

Fangen wir an mit Ricky Gervais: Nach drei Jahren durfte der britische Comedian ("The Office") wieder ran und rieb sich genüsslich an der eigenen "Kratzbürtigkeit", die dann allerdings gar nicht so heftig ausfiel wie erhofft. Es gab ein paar Frotzeleien in Richtung Glitzer-Publikum, die schlechtere Bezahlung für weibliche Stars war Thema und Matt Damon ("'Der Marsianer' ist nur in der Kategorie Komödie, damit Matt Damon auch kommt"). Als Mel Gibson neben Gervais stand, wurde sogar kurz der Ton weggepiept, weil der Gastgeber den gefallenen Star mit "sugar tits" begrüßte. Der Ausdruck war Bestandteil von Gibsons berüchtigten Ausfällen gegenüber einem Polizisten 2006. Weil sich Gibson damals auch nicht antisemitischer Beschimpfungen entblödet hatte, schickte Gervais am Ende noch ein "Schalom" hinterher - "von mir und Mel Gibson".

Gewinner des Abends waren erwartet und trotz aller Kritik an den Globes verdientermaßen Leonardo DiCaprio und Alejandro González Iñárritu, die für "The Revenant" als bester Darsteller (Drama) und bester Regisseur ausgezeichnet wurden. Außerdem gewann die Mensch-gegen-Natur-Tour-de-Force den Königspreis als bester Film. Es ist DiCaprios dritter Golden Globe, was ihm noch fehlt ist sein erster Oscar

Verlierer des Abends

Überraschend kamen die Globes für Kate Winslet (verdient, aber unerwartet für "Steve Jobs") und Sylvester Stallone (für den "Rocky"-Aufguss "Creed"), die mit den Abfuhren an Nachwuchs-Star Alicia Vikander ("Ex Machina") und vor allem den göttlichen Mark Rylance in "Bridge of Spies" einhergingen. Dagegen wohlverdient ist der Hauptdarstellerinnen-Preis für Brie Larsons Auftritt im Familiendrama "Room".

Größter Verlierer des Abends ist das gefeierte Liebesdrama "Carol" mit Cate Blanchett und Rooney Mara. Kein einziger Globe trotz fünf Nominierungen. Die Oscars müssen's richten. Das Gleiche gilt für den genialen Finanzkrisen-Krimi "The Big Short", den wichtigsten Film der letzten Dekade, der unter anderem Selena Gomez Börsenfachbegriffe am Spieltisch in Vegas erklären lässt und nicht nur Ryan Gosling und Brad Pitt auffährt, sondern der einfach nur brillant, aber eben nichts für Dummies ist. Außerdem übergangen wurde Tom Hoopers Meisterwerk "Danish Girl".  

Echte Einsichten

Der Preis für das beste Drehbuch ging an Aaron Sorkin für den großartigen und mutigen "Steve Jobs", der so gar keine Biografie-Erwartungen erfüllt, dafür aber mit echten Einsichten überrascht. Quentin Tarantinos "Hateful 8" gewann einzig in der Kategorie bester Soundtrack, der Ennio Morricone zu verdanken ist. Als bester ausländischer Film wurde der ungarische "Son of Saul" geehrt, ein zutiefst beeindruckendes Holocaustdrama, das auf dem Filmfest von Cannes für ehrfürchtige Sprachlosigkeit gesorgt hat. Als beste Animation wurde verdientermaßen Disneys Gefühlstheater "Alles steht Kopf" ausgezeichnet, obwohl die "Minions" mindestens genauso viel Spaß machen.     

Und sonst so? Papa Stallone bekam standing ovations, J.Lo machte einen auf J.Law, und Brad Pitt sah fast jünger aus als Ryan Gosling. Und natürlich ist die Freundschaft von Jennifer Lawrence und Amy Schumer nicht in Gefahr, nachdem Lawrence mit (dem echt nicht berauschenden) "Joy" das Rennen gemacht hat gegen Schumers "Trainwreck". Wartet, bis es dunkel wird...


What a duo... And does Brad look younger than Ryan? #bradpitt #ryangosling #goldenglobes

Ein von Patrick Heidmann (@patrickheidmann) gepostetes Foto am


I'm J.Law. And I'm A.Shu. #amyschumer #jenniferlawrence #bestfriends #goldenglobes

Ein von Patrick Heidmann (@patrickheidmann) gepostetes Foto am


Wir sehen uns alle wieder bei den Oscars am 28. Februar. Dann sind Channing Tatums Haare auch wieder in Ordnung. Hoffentlich.

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