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Eine Trophäe für "12 Years a Slave", zwei für "Breaking Bad"

Fünf Mal nominiert, ein Mal gewonnen: "12 Years a Slave" wird bei den Golden Globes bestes Filmdrama. "American Hustle" sichert sich drei Trophäen. Daniel Brühl ging mit leeren Händen nach Hause.

Die deutschen Hoffnungen wurden bei der 71. Globe-Gala in der Nacht zum Montag enttäuscht. Daniel Brühl, der für seine Nebenrolle in dem Motorsportdrama "Rush - Alles für den Sieg" nominiert war, unterlag dem US-Schauspieler Jared Leto ("Dallas Buyers Club"). Auch Star-Komponist Hans Zimmer ging mit seiner Untermalung von "12 Years a Slave" leer aus.

Fünf mal war das Sklavendrama von Regisseur Steve McQueen nominiert - und hat eine goldene Erdkugel gewonnen, die für das beste Filmdrama. "American Hustle", eine Kriminalkomödie über Trickbetrüger und korrupte Politiker, siegte in der Sparte Beste Filmkomödie. Der Film von Regisseur David O. Russell bekam außerdem zwei weitere goldene Kugeln. Die gingen an die Darstellerinnen Amy Adams und Jennifer Lawrence.

Eine Auszeichnung, mehrere Enttäuschungen

"12 Years a Slave" gewann seit seiner Weltpremiere im Herbst bereits wichtige Filmpreise und könnte an diesem Donnerstag gleich mehrere Oscar-Nominierungen bekommen. Dennoch ist es zumindest teilweise eine Niederlage, dass das Werk mit Michael Fassbender und Brad Pitt in Nebenrollen bei den Globes lediglich eine Trophäe gewann. So musste sich der herausragende Chiwetel Ejiofor in der Kategorie bester Schauspieler Matthew McConaughey geschlagen geben, der für seine Rolle als Aidskranker in "Dallas Buyers Club" ausgezeichnet wurde. Der Preis für die beste Regie ging ebenfalls nicht an "12 Years a Slave" und McQueen, sondern an den Mexikaner Alfonso Cuarón für dessen visuell bahnbrechendes 3D-Weltraumdrama "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney.

Cate Blanchett als beste Schauspielerin geehrt

Wenig Überraschung gab es bei der Auszeichnung für die beste Schauspielerin in einem Filmdrama: In dieser Kategorie wurde die bei Kritikern als große Favoritin gehandelte Australierin Cate Blanchett (44) geehrt. Sie überzeugte mit ihrem Part als psychisch instabile Frau in Woody Allens "Blue Jasmine".

Auch Leonardo DiCaprio (39) konnte sich über einen Preis in Form einer Goldenen Weltkugel freuen. Er gewann mit seiner Darstellung als überheblicher Börsenmakler in Martin Scorseses Finanzwelt-Satire "The Wolf of Wall Street" den Preis als bester Komödien-Darsteller.

"Breaking Bad" mit Doppelerfolg

Die Fernsehserie "Breaking Bad" ist mit mehreren Golden Globes ausgezeichnet worden. Sie gewann den Preis als beste Drama-Serie. Hauptdarsteller Bryan Cranston wurde als bester Schauspieler in einer TV-Serie geehrt. Es ist seine erste Goldene Weltkugel. In der Serie spielt Cranston (57) den Chemielehrer Walter White, der sich nach einer Krebsdiagnose entscheidet, synthetische Drogen herzustellen, um so seiner Familie finanziell zu helfen. Die letzte Folge, die im Herbst in den USA lief, stellte noch einmal einen neuen Zuschauerrekord auf. Im deutschen Free-TV wird das Serienfinale erst noch zu sehen sein.

Die Preise werden von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), dem Verband der Auslandspresse, in 25 Film- und Fernseh-Kategorien verliehen. Sie sind nach den Oscars Hollywoods bedeutendste Filmpreise.

swd/DPA/DPA

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Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo