HOME

Ein Kessel Buntes Hollywood

"Hail, Caesar!" ist eine funkelnde Nummernrevue für Freunde des Kinos. Die Besetzung lässt keine Wünsche offen: George Clooney bis Scarlett Johansson, Channing Tatum bis Tilda Swinton. Die Coen haben wieder zugeschlagen.

Von Sophie "Thora Thacker" Albers Ben Chamo

Scarlett Johansson in "Hail, Caesar!"

Ein bisschen Esther Williams und ganz viel Spaß: Scarlett Johansson in "Hail, Caesar!"

Das Großartige an Joel und ist, dass die US-Regisseure sich einen Dreck um die sonst so fein gewogenen, durchanalysierten Erwartungen scheren. Und dass Hollywood sie lässt. Das macht die nerdigen Brüder herrlich unberechenbar: "Big Lebowski" scheint so wenig mit "No Country for Old Men" zu tun zu haben wie "A Serious Man" mit "True Grit". Mit fast Woody Allen'scher Regelmäßigkeit werfen die Coens neue Kinofantasien auf den Markt. Und überraschen jedes Mal aufs Neue.


"Hail, Caesar!" ist ihr 18. Film, hat auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin Premiere gefeiert und läuft seit Donnerstag in den Kinos. Und wenn Sie Lust auf eine Nummernrevue der guten Laune im Gewand der Traumfabrik der 50er Jahre haben, ist "Hail, Caesar!" genau Ihr Film. 


Scarlett Johansson mit Fischschwanz

Durch die Show führt Eddie Mannix (Josh "männlicher Unterkiefer" Brolin), Fixer bei den Capitol Studios, der dafür sorgt, dass "es läuft". Ob juristische Kniffe zur Ehrenrettung einer unverheiratet schwangeren Schauspielerin oder Lösegeld für den entführten Superstar, Mannix macht's. An seiner Seite begegnen wir hysterischen Journalisten (Danke auch!), retten eine kettenrauchende Cutterin und schlagen uns mit künstlerischen Ansprüchen von Regisseuren herum.

macht mit glitzerndem Fischschwanz einen auf Esther Williams, Channing Tatum wirbelt als stepptanzender Gene Kelly durchs Bild (wenn auch deutlich langsamer), Ralph Fiennes leidet wunderschön als unverstandener Filmemacher und - die feierliche Neuentdeckung: Alden Ehrenreich bezaubert als Lasso-schwingender, singender, glorios Schnute-ziehender Cowboy. Der Mikrokosmos Studio als grandiose Nummernrevue. Und der Blick ist dabei immer von überwältigender Zärtlichkeit. 

"Hail, Caesar!" ist brillante Unterhaltung

Der einzig wahre emotionale Tumult findet in Mannix selbst statt, der ein großzügiges Angebot für einen Job in der Rüstungsindustrie bekommen hat - um mal "was Seriöses" zu machen. Das treibt den coolen Hund bis in den Beichtstuhl.

", Caesar!" ist natürlich ganz anders als alles andere, was die Coens bisher gemacht haben, aber großartig leichte Unterhaltung. Wäre es nur immer so einfach.


Wenn Sie mehr von den Coens sehen wollen, allerdings deutlich düsterer: "Barton Fink": 

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo