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So gut ist die Verfilmung von Hape Kerkelings Bestseller

Pünktlich zu Weihnachten kommt "Ich bin dann mal weg" ins Kino. stern hat sich die Bestsellerverfilmung schon einmal angesehen. So gut ist Devid Striesow als Hape Kerkeling. So schön ist der Kino-Camino. Und darum lohnt sich das Kinoticket. 

Von Sophie Albers Ben Chamo

Devid Striesow als Hape Kerkeling auf dem Camino in "Ich bin dann mal weg"

Erkenntnis des Tages? Devid Striesow als Hape Kerkeling auf dem Camino in "Ich bin dann mal weg"

Mehr als fünf Millionen Mal hat sich Hape Kerkelings Pilgertagebuch "Ich bin dann mal weg" verkauft. Da war die Verfilmung dieser inneren und äußeren Reise auf dem berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela nur eine Frage der Zeit. Die Wahl fiel auf die Jungregisseurin Julia von Heinz ("Hannas Reise"). Die Rolle von Kerkeling hat Devid Striesow ("Die Fälscher", "Yella") übernommen.

"Ich bin dann mal weg" kommt just am Weihnachtsabend in die Kinos. Im stern-Kurzcheck erfahren Sie, ob das Verlassen der Weihnachtsgemütlichkeit sich überhaupt lohnt, und ob der Film vielleicht sogar etwaige Familienkrisenwogen glätten kann.


Der Kino-Hape: Das Großartige an Devid Striesow ist, dass man sehr bald vergisst, dass er Hape Kerkeling sein soll. Was bleibt, ist ein beleibter, unsportlicher, kettenrauchender Entertainer, den sein selbstausbeuterischer Lebensstil von den Brettern haut. Und dann hat er eben diese verrückte Idee, den Camino zu laufen. Durch Sonne, durch Regen, durch Fußschmerz und Kurzatmigkeit. Striesow ist dabei so angenehm unaufdringlich, dass man sich entspannt zurücklehnt und ihn laufen lässt.    

Die Geschichte: Natürlich musste der Film sich etwas vom Buch entfernen, die Geschichte verdichten und zuspitzen. Aber genau das ist Julia von Heinz und den Drehbuchautoren Jane Ainscough und Christoph Silber wunderbar gelungen. Hier passt alles, läuft alles rund. Jeder einzelne Charakter mit seinen Schrullen und Talenten wird ein Freund für eineinhalb Stunden. Und man freut sich jedes Mal auf Hapes "Erkenntnis des Tages", um sie gegen das abzugleichen, was wohl die eigene wäre.

Der Camino: Die Landschaftsaufnahmen sind einfach nur atemberaubend. Berge, Felsen, Wüste, Felder, und darüber steht ein knallblauer Himmel. Natürlich regnet es abundzu - und dann aus Kübeln -, aber in Erinnerung bleibt die Sonne. Und das ist zur kalten Jahreszeit nicht das Schlechteste. In diesen Bildern steckt ganz viel von innen wärmende Sehnsucht.


Hapes Begleitung: Die göttliche Martina Gedeck und eine zickig-freundliche Karoline Schuch bieten Devid Striesow ordentlich Paroli. Die gesamte Besetzung des Films ist gelungen, bis ins Detail. Mal sehen, ob Sie die Wildecker Herzbuben erkennen.

Die Erleuchtung: Die gibt es natürlich auch, aber nicht mit dem Vorschlaghammer. Es geht um ganz normale Menschen, die über das Leben, den Tod und das Danach nachdenken - und dabei wandern, bis die Zehen glühen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, und jeden erwischt es anders. "Ich bin dann mal weg" stellt keinerlei Allgemeingültigkeitsanspruch.

Das Gesamtpaket: Ist optimal gelungen! Sie werden sich im Kino so gut aufgehoben fühlen wie auf dem Sofa. Und möglicherweise trägt der Film mit seinen Fragen nach dem Sinn sogar dazu bei, dass die eine oder andere Anspannung auf Grund der zwangsweisen Familienzusammenführung nachlässt. Kommt natürlich auf Sie an. Aber was auch immer passiert: "Ich bin dann mal weg" ist großes, gelungenes Unterhaltungskino mit Humor, Tiefgang und ganz viel Wärme.

Buen Camino! 


 

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