. .
Film, Kino, DVD
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. Mai 2009, 10:06 Uhr

Der Vatikan als Actionrampe

"Illuminati" heißt die neueste Verfilmung von Dan Browns Verschwörungsgeschichten. Tom Hanks ist wieder als Professor Robert Langdon unterwegs, um die dunkelsten Ecken des Glaubens auszuleuchten. Und Ewan McGregor ist der erotischste Leinwand-Priester seit "Dornenvögel". Von Sophie Albers

Illuminati, Angels and Demons, Tom Hanks, Dan Brown, Ewan McGregor, Vatikan

Diesmal muss Robert Langdon die Illuminati jagen, die sich angeblich an der Kirche rächen wollen© Sony Pictures Releasing GmbH

Der Unterschied ist groß zwischen dem, was die Öffentlichkeit der gängigen Meinung nach aufregen sollte, und dem, was sie dann tatsächlich in Rage bringt. Ein Thema, das als Aufschrei-Garant gilt, beim Bürger auf der Straße aber meist gerade mal für ein müdes Schulterzucken sorgt, ist der Glaube - Jesus, Papst und Kirche. Dabei schämen sich die Deutschen ein bisschen für ihren Benedikt, 75 Prozent von ihnen benutzen fleißig Kondome, und 79 Prozent schätzen sich laut einer Allensbach-Umfrage von 2008 weder als religiös noch als gläubig ein. In diesem Sinne ist das neueste Kirchen-Abenteuer von Robert Langdon, Symbolik-Professor aus Harvard und fiktionaler Held der Romanbestseller von Dan Brown, nicht nur sehr deutsch, sondern auch wunderbar konsequent.

"Illuminati" heißt der zweite Film nach "Sakrileg" - der vor drei Jahren ein zumindest medialer Aufreger war, weil Langdon damals herausfand, dass Jesus nicht nur Sex mit Maria Magdalena hatte, sondern auch eine Tochter - und er geht in die Vollen. Das Texte auswerten und Bilder interpretieren beschränkt sich diesmal auf eine Art Kartenlesen, um Langdon auf der Jagd nach einem Mörder durch Rom zu lenken. Der Rest ist Actionkino vom Feinsten: Explosionen, Blut, gruselige wissenschaftliche Wunderwaffen und wahnsinnige Bösewichte. Papst und Vatikan kommt dabei ungefähr so viel Bedeutung zu wie der CIA in der "Bourne Verschwörung". Es ist die große Organisation mit zu viel Macht und vor allem machtbesessenen Lenkern. Leinwandheld Langdon, wunderbar unaufgeregt gespielt von Tom Hanks, ist unkorrumpierbar, nur dass es diesmal nicht ums Geld, sondern eben das vermeintliche Seelenheil geht. Auf die Frage, ob er an Gott glaube, antwortet der Professor ohne Zögern mit Nein: "Ich bin Akademiker."

Auf- und abgedreht

In "Illuminati" ruft ein alter Krieg zur neuen Schlacht: Glaube gegen Wissenschschaft. Der Papst stirbt, das Konklave tritt zur Neuwahl an, währenddessen werden die favorisierten Kardinäle entführt und eine Bombendrohung geht ein. Das Bekennerschreiben trägt das Symbol der "Illuminati". Auftritt Langdon. Und weil der Autor Dan Brown heißt, ist es nicht irgendeine Bombe, sondern Antimaterie, die aus dem Kernforschungszentrum CERN bei Genf gestohlen wurde. Die drohende Explosion der "Gottpartikel" würde halb Rom zerstören, sagt atemlos die schöne Forscherin (Ayelet Zurer), die Langdon diesmal zur Seite steht. Und so rennen sie durch Roms Kirchen und Katakomben auf der Suche nach dem Vollstrecker der Illuminaten, die sich laut Langdon an der Kirche rächen wollen, die sie einst verfolgte und tötete.

Regisseur Ron Howard, der jüngst mit dem Politkammerspiel "Frost/ Nixon" überraschte wie überzeugte, liefert mit "Illuminati" ordentliche Actionunterhaltung ab. Ein Mix aus dem Besten, was Hollywood zu bieten hat: ein bisschen "24", ein bisschen "Seven" und eben ganz viel Tom Hanks. Die Traumfabrik hat diesmal richtig auf- und glücklicherweise auch durchgedreht. Vor allem hat Howard mit Ewan McGregor, der den Camerlengo spielt - des Papstes Stellvertreter, so lange kein neuer gewählt ist -, einen unglaublichen Glücksgriff getan. Während Hanks der aberwitzigen Geschichte Klasse verleiht, sorgt McGregor trotz schwarzer Kutte bis zum Hals für ambiguen Sexappeal. Und das mitten im Vatikan. Das kann ja nicht gut gehen.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
oberharz1980 (15.05.2009, 12:00 Uhr)
@Mikeorganizer
Mmh, womit haben sie denn die Kirche finanziell unterstützt, obwohl sie noch nicht volljährig wahren?
Spenden sind doch freiwillig und Kirchensteuer fällt erst an, wenn man Steuern (Einkommenssteuer, Soli etc.) zahlen muss. Und Steuern zahlt man nicht in der Ausbildung, da da nur die Sozialversicherungsbeiträge anfallen.
oberharz1980 (15.05.2009, 11:56 Uhr)
0815 Film
Der Film ist 0815. Die Geschichte ist platt gemacht und es reißt einen wahrlich nicht vom Hocker.
Und dabei ist es egal, ob man das Buch gelesen hat oder nicht.
Man geht aus dem Kino und sagt sich:Ja, netter Film, mehr aber auch nicht." Meine Empfehlung: warten, wenn es in der Videothek steht oder im Fernsehen läuft.
Mikeorganizer (14.05.2009, 12:26 Uhr)
Recht hat er ..
Auf die Frage, ob er an Gott glaube, antwortet der Professor ohne Zögern mit Nein: "Ich bin Akademiker."
Endlich mal jemand der das Kind beim Namen nennt. Wo wären wir heute, wenn es die Machthungrige, verlogene Kirche nicht gegeben hätte ? Auf jedenfall haben wir in Wissen und Technologie Jahrhunderte durch die Kirche verloren die mit allen Mitteln um Ihre Machtposition kämpft. Dabei ist Ihr jedes schmutzige Mittel recht - mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass ich diesen Verein bis zu meiner Volljährigkeit finanziell unterstützen musste. Ich muss damit leben, dass ich mich an Blutvergießen, und anderen Menschenverachtenden Dingen mit meinem Beitrag letztendlich beteiligt oder zumindest unterstützt habe. Wenn ich an die homosexuellen Übergriffe an Schutzbefohlen seitens dieser Religionvertreter sehe ist dies wohl nur die Spitze des Eisbergers aber ein Indiz dafür, dass es letztendlich nur Menschen sind, die Ihre Machtposition ausnutzen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Ewan McGregor im Interview "Ich wurde nicht erleuchtet"

Ewan McGregor hat mit kleinen, wilden Filmen wie "Trainspotting" angefangen. Nun gehört er zu Hollywoods Standardausrüstung. Neuester Streich: die Dan-Brown-Verfilmung "Illuminati". Im Gespräch mit stern.de verriet der Schotte, woran er glaubt und wurde ein bisschen wütend. mehr...

Welt-Premiere Tom Hanks auf Illuminati-Jagd

Als der wohl berühmteste Symbolforscher der Welt kehrt Tom Hanks in dem Verschwörungsthriller "Illuminati" auf die Leinwand zurück. Es ist die Fortsetzung von "Da Vinci Code", der weltweit rund 560 Millionen Euro eingespielt hat. Direkt vor dem Vatikan feierte Hanks Weltpremiere mit seiner adretten Assistentin Ayelet Zurer. mehr...

"Illuminati" Explosive Wissenschaft gegen den Vatikan

Ein Forscher, der Wissenschaft und Religion versöhnen wollte, liegt tot im Labor - gebranntmarkt mit dem Zeichen der Illuminaten. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, um den Rachefeldzug des Geheimbundes zu stoppen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft