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"Was wirklich zählt, sind Liebe und Arbeit"

In den "X-Men"-Filmen weiß Professor X immer, wie die Welt zu retten ist. Mit stern.de sprach Darsteller Patrick Stewart über einen "Einsatz" der Superhelden in der Ukraine - und das Ende.

Von Frank Siering, Los Angeles

Aus armen Verhältnissen im Norden Englands zu einem der markantesten Gesichter Hollywoods: "X-Men"-Star Patrick Stewart bei der US-Premiere des jüngsten Superhelden-Sequels.

Aus armen Verhältnissen im Norden Englands zu einem der markantesten Gesichter Hollywoods: "X-Men"-Star Patrick Stewart bei der US-Premiere des jüngsten Superhelden-Sequels.

Mr. Stewart, die X-Men sind wieder da. Was können wir diesmal erwarten?
Es ist wie immer ziemlich spektakulär. Wir sehen, dass Beziehungen, die jahrelang gut funktioniert haben, plötzlich in Frage gestellt sind. Wir erleben, wie unsere Welt an ihre existenziellen Grenzen stößt.

Ein klassisches arg übertriebenes Hollywood-Szenario also?


Hollywood hat eine Tendenz zu übertreiben (lacht). Aber die Botschaft des Films ist dennoch sehr anwendbar auf die heutige Zeit. Die zentrale Frage des Films lautet: Werden wir uns gegenseitig zerstören, oder können wir uns als Volk vereint dagegen wehren?

Ein Gedanke, der heute wichtiger denn je erscheint und weit über die Leinwände hinausreicht, oder?


Absolut. Sicher, es handelt sich in "X-Men" um eine Superhelden-Geschichte, aber wenn wir uns die Situation in der Ukraine anschauen zum Beispiel, da passt diese Fragestellung ganz genau. Zerstören wir uns als Volk oder lernen wir, miteinander umzugehen?

Vielleicht braucht die Ukraine im Moment eine Gruppe wie die "X-Men"?


Wenn es doch bloß so einfach wäre. Wenn ein Skript die Krisenherde dieser Welt befrieden könnte, dann wäre das sicherlich im Moment sehr wünschenswert.

Haben Sie ein Problem damit, dass Politik im Hollywood-Kino immer wieder eine große Rolle spielt?
Nein, habe ich nicht. Gerade im "X-Men"-Franchise waren Themen wie Vorurteile und Diskriminierung gegen sogenannte Außenseiter immer ein Thema. Ich finde es gut, dass Kinofilme in dieser Form auf solch ernste Themen aufmerksam machen.

Glauben Sie an das Schicksal?


Ich kann nicht sagen, dass dieses Wort häufig über meine Lippen kommt. Ich glaube, dass unser Glück oder Unglück in unseren eigenen Händen liegt. Ich glaube an keine Kraft, die uns von außen auf irgendeine Art und Weise kontrolliert.

Was würden Sie verändern, wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten?


Nun, jeder kann heute sagen, dass es sicherlich gut gewesen wäre, wenn Nero oder Hitler nicht auf die Welt gekommen wären. Aber ich sehe das eher persönlich. Ich würde wohl versuchen, mich selbst auf dem richtigen Weg zu halten, Sachen in Ordnung zu bringen, die nicht gut gelaufen sind in meinem Leben.

Sie selbst stammen aus sehr armen Verhältnissen. Was ist das für ein Gefühl, heute als einer der größten Hollywood-Stars auf diesem Planeten zu gelten?


Es vergeht kein Tag, da ich nicht daran denke. Ich bin auf ewig dankbar und bin mir auch bewusst, dass ich sehr viel Glück hatte.

Was ist das Geheimnis einer langen Karriere?


Ich habe vor sehr langer Zeit von einem Deutschen gelernt, dass die einzigen Dinge, die wirklich zählen im Leben, Liebe und Arbeit sind. Es war Sigmund Freud, der das gesagt hat. Ich habe noch heute eine große Leidenschaft für meine Arbeit.

Welche Rolle ziehen Sie eigentlich vor, den Kapitän von "Star Trek" oder den "X-Men"-Professor?
Es gibt keinen Wettkampf zwischen diesen beiden Charakteren. Beide haben mir unglaubliche Zufriedenheit gegeben. Picard hat mein Leben für immer verändert. Seit der Rolle ist nichts mehr so, wie es früher war. Und die "X-Men" sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mir heute ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen kann.

Denken Sie jemals darüber nach, irgendwann in die Rente zu gehen?


Wenn, dann nur für ein paar Sekunden. Ich liebe meinen Job einfach zu sehr. Die Neugierde, was der heutige Tag bringen kann, zieht mich jeden Morgen aus dem Bett. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass ich mich jeden Tag auf meine Arbeit freue. Und somit ist eine baldige Pension im Moment einfach keine Option für mich.

Haben Sie einen persönlichen Superhelden im Leben?


Meine Mutter. Sie war es immer, sie wird es immer sein!

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