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25. Februar 2008, 13:21 Uhr

"Ich mag Hollywood nicht besonders"

Paul Dano spielt in dem Ölsucherdrama "There Will Be Blood" an der Seite von Daniel Day-Lewis, dem für seine Hauptrolle der Oscar verliehen wurde. stern.de sprach mit dem Jungstar, der auch schon in "Little Miss Sunshine" brillierte: Über seine schnelle Karriere und über die Gefahr, in Hollywood jung und erfolgreich zu sein.

Da geht's nach oben. Paul Dano (links) mit "There will be Blood"-Regisseur Paul Anderson© John Macdougall/AFP

In "There Will Be Blood" spielen Sie den charismatischen Laienprediger Eli Sunday. Wie sind Sie an diese Rolle gekommen?

Paul Thomas Anderson, Regisseur und Autor von "There Will Be Blood", hatte den Film "The Ballad of Jack and Rose" gesehen, in dem Daniel Day-Lewis die Haupt- und ich eine Nebenrolle spielte. Ihm gefiel die Figur und wie ich sie spielte und als er eines Tages in New York war, wo ich wohne, haben wir uns verabredet. Anfangs hat er nichts von dem Film erwähnt, ich wusste gar nichts davon. Es ging etwas Zeit ins Land - wahrscheinlich mussten sie erst die Finanzierung klären - aber dann haben wir uns noch mal unterhalten und ich habe mit Paul und Daniel ein paar Szenen gelesen - und zum Glück habe ich die Rolle bekommen.

Aber ursprünglich war doch jemand anderes für die Rolle vorgesehen, oder?

Ja, zuerst sollte ich nur Paul Sunday spielen, der bloß am Anfang des Films einen kurzen Auftritt hat. Aber dann sollte ich nach Texas fahren und Paul entschied aus irgendeinem Grund, dass ich Eli spielen sollte. Ich habe mich riesig gefreut, denn es ist eine unglaublich tolle Rolle.

War das am Anfang nicht ein bisschen viel für Sie? Zuerst dieser kleine Auftritt und dann auf einmal diese gewaltige Rolle...

Na ja, das war wirklich etwas viel, und die Rolle ist ja auch sehr anspruchsvoll, aber ich glaube man muss einfach ins kalte Wasser springen, Augen zu und durch. Sonst macht man sich bloß verrückt. Und das konnte ich mir nicht leisten.

Bei dem Film geht es ja ziemlich zur Sache. War der Dreh sehr anstrengend für Sie?

Ja, es war anstrengend. Und ich glaube, das haben alle so empfunden. Aber es hat auch viel Spaß gemacht. In Texas haben wir sechs Tage die Woche gearbeitet. Und das bei dieser brutalen Wüstenhitze. Es war also nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional sehr anstrengend. Aber im Nachhinein verschwimmt das alles. Du tauchst ein paar Monate später wieder auf und weißt eigentlich gar nicht so richtig, was da passiert ist… weil du dich die ganze Zeit so auf deine Arbeit konzentriert hast.

Wie haben Sie sich in die richtige Stimmung versetzt, um diesen Prediger spielen zu können?

Die Rolle war sehr gut geschrieben, wie überhaupt das ganze Drehbuch - Paul ist ein großartiger Drehbuchautor. Wenn man das Skript zum ersten Mal liest, hat man schon einen ersten Eindruck und irgendwie so ein Bauchgefühl. Du weißt zwar noch nicht genau, wie du die Rolle anlegen wirst, aber du weißt, du kriegst es hin und beginnst, dir was zu überlegen. Du versuchst, die Welt mit den Augen dieser Figur zu sehen. Wie das genau vor sich geht, kann ich gar nicht sagen. Es ist nichts Greifbares. Wenn Recherche hilft, recherchiert man eben, wenn was anderes hilft, macht man das, manchmal hilft auch Musik… auf irgendeine Art kommt man dahin, wo man hin will..

Haben Sie viel für Ihre Rolle recherchiert?

Ja, ich habe versucht, etwas über diese Zeit herauszufinden - also Amerika um das Jahr 1911 herum - und über den Lebensstil während der Jahrhundertwende. Ich habe viel zum Thema Religion gelesen, mich mit evangelikalen Predigern befasst, solche Sachen

"There Will Be Blood" ist inspiriert von Upton Sinclairs Roman "Öl!" aus dem Jahre 1927. Haben Sie den Roman gelesen?

Ja, ich habe "Öll!" gelesen - aber nur zum Vergnügen, da steckt einfach viel Geschichtsstoff drin. Während der Dreharbeiten habe ich mich dann aber nicht mehr damit beschäftigt. Will sagen: der Film ist ganz anders als der Roman. Ich habe mich vor allem mit dem Drehbuch befasst

Wie war es, mit Daniel Day-Lewis zu spielen? War er für Sie eine Vaterfigur?

Daniel ist einfach großartig und ich empfinde sehr viel Respekt vor ihm, nicht nur als Schauspieler sondern auch als Mensch. Während des Drehs haben wir eine gewisse Distanz zueinander gewahrt und nicht so viel miteinander geredet. Wir waren nicht so kumpelig miteinander, einfach weil das der Beziehung zwischen unseren Figuren entsprach. Mit Daniel zu arbeiten ist fantastisch, es ist ein Privileg. Und weil er einfach so gut ist, fällt die eigene Arbeit manchmal leichter. Aber genau das macht es auch zu einer so großen Herausforderung, denn man muss ihm ständig Paroli bieten.

Stimmt es, dass er so tief in seine Rolle eingetaucht sei, dass er auch nicht besonders freundlich zum Kamerateam war?

Er ist wirklich sehr in seiner Rolle aufgegangen, aber ich habe nie erlebt, dass er zu jemandem unfreundlich war, nein. Ich glaube eher, er hat das mit sich alleine ausgemacht.

Was waren eigentlich Ihre Karriereziele? Wie haben Sie angefangen? Sie sind ja noch sehr jung und haben schon so viel gemacht, zum Beispiel "Little Miss Sunshine", der ja auch zwei Oscars gewonnen hat.

Ja, mein ganzes Leben lang habe ich geschauspielert, schon in der Schule und auch beim Gemeindetheater. Und dann habe ich in einem ziemlich jungen Alter angefangen, professionell Theater zu spielen, auch auf dem Broadway. Es war wie ein langsamer Schneeballeffekt: Ich habe für ein paar Filme vorgespielt und drehte meinen ersten Film mit 16 Jahren.

Also kommen Sie nicht aus einer dieser Hollywood-Dynastien, in denen schon Vater und Mutter große Schauspieler oder Regisseure waren?

Nein, niemand in meiner Familie hat was damit zu tun, gar nichts. Ich weiß auch nicht, wie ich da rein gestolpert bin. Die Schauspielerei hat mir einfach gefallen. Ich bin in Manhattan aufgewachsen und habe später eine lange Zeit in Connecticut gewohnt - jetzt wohne ich wieder in Manhattan.

Nach Hollywood würden Sie nicht gehen?

Nein, ich liebe New York und deshalb bleibe ich, solange ich auch dort Schauspieler sein kann. Meine Familie und alle meine Freunde wohnen da. Ich kann Hollywood nicht besonders viel abgewinnen. Es ist nicht so, dass ich was gegen Hollywood habe, aber New York gefällt mir einfach besser.

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
unheilig (27.02.2008, 18:05 Uhr)
ps
diesen film gabs schon mal da nannte man diesen film giganten mit jeams dean!
unheilig (27.02.2008, 18:00 Uhr)
man man
die sollen lieber froh sein das sie für diese retortenscheisse noch ein oscar bekommen haben
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