18. Januar 2012, 10:32 Uhr

Psycho-Thriller mit Clive Owen und Daniel Brühl

Am meisten fürchten wir das, was wir nicht erklären können. In "Intruders" bangt Clive Owen als Vater um seine Tochter, die von einem gesichtslosen Dämon terrorisiert wird. Herausragend besetzter Psycho-Thriller mit Daniel Brühl in einer Nebenrolle.

Der Regisseur Juan Carlos Fresnadillo ist in seinen Filmen auf der Suche nach dem Ursprung der Angst. Das zeigte der Spanier bereits vor einigen Jahren, als er weltweit bekannt wurde mit dem Zombie-Film "28 weeks later", der Fortführung von Danny Boyles Kassenschlager "28 days later". Ähnlich wie Fresnadillos von der Kinokritik gelobte Apokalypse ist auch "Intruders" alles andere als eine platte Horrorshow. Das Psycho-Drama zeigt in einem spannend verwickelten Plot, wie sich die Spuren der schlimmsten Alpträume in die Kindheit zurückverfolgen lassen und wie solche Erinnerungen noch Erwachsene terrorisieren.

Fresnadillo erzählt seinen Thriller mit klassischen Mitteln. In einer regnerischen Nacht starrt der kleine Spanier Juan in die Dunkelheit. "Dass du mir jetzt nicht von Monstern träumst", sagt seine Mutter. Die Katze ist noch draußen. Sie miaut herzzerreißend. Das Fenster steht offen, der Vorhang weht unheilvoll. Es tropft von der Zimmerdecke mitten in Juans Gesicht hinab, ein düsteres Kapuzenmonster erscheint. Es kommt immer näher. Juan schreit. Verzweifelt versucht seine Mutter, den Geist, der Juan plagt, mit Hilfe des Pfarrers Antonio (Daniel Brühl) zu bannen.

In England hat die zwölfjährige Mia ähnliche Horrorvisionen. Im Astloch eines alten Baumes findet sie die Geschichte eines Geists ohne Gesicht, der sich das eines Kindes zu eigen machen will. Ihres! Erst glauben ihre Eltern, sie träume nur schlecht. Aber eines Nachts sieht ihr Vater John (Clive Owen), wie der Eindringling sich ihrer Tochter bemächtigen will. Die Panik greift auf die Erwachsenen über (Mias Mutter Susanna wird verkörpert von Carice van Houten).

Spannungsgeladener Psycho-Terror

Das Drama "Intruders" blickt zunächst mit den Augen der Kinder auf die Eindringlinge. Die unheilvollen Erscheinungen auf der Leinwand wirken tatsächlich manchmal ein wenig so, als seien sie einem Geisterbuch für junge Leser entstiegen.

Fresnadillo setzt aber weniger auf die Kraft des Horrors und des angstvollen Herzklopfens, als vielmehr auf die spannungsgeladenen Verstrickungen des Psycho-Terrors. Die Eltern können ihre Kinder nicht vor den furchterregenden Eindringlingen in ihren Köpfen schützen - und sind diesen deshalb genauso hilflos ausgeliefert wie sie.

Der Film "Intruders" ist ein atmosphärisch dichtes Mysterienspiel mit einer überragenden internationalen Besetzung. Die Spannung sowie die starke Psychologisierung der Charaktere leben davon, wie die kindliche Verletzlichkeit auf die Erwachsenen übergreift. Denn die größten Ängste lassen sich letztlich nicht mit rationalen Argumenten erklären. Wie ein Geist ohne Gesicht.

Franziska Bossy, DPA
 
 
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