Geheimagent James Bond hat die Lizenz zu Glamour und jeglicher Übertreibung - und das haben Filmemacher in den vergangenen 50 Jahren ausgiebig genutzt. Was dabei herausgekommen ist, zeigt jetzt eine Ausstellung in London.
Vom legendären Ursula-Andress-Bikini über mit Sprengstoff präparierte Zahnpastatuben bis hin zu Pierce Brosnans Smoking - in London sind seit Freitag Objekte aus 50 Jahren James-Bond-Filmen zu bestaunen. In der britischen Hauptstadt sind mehr als 400 Objekte und Dokumente zu sehen, die seit Beginn der Filmreihe um den britischen Agenten 007 im Jahr 1962 zusammenkamen. Und natürlich wird auch sein Erfinder Ian Fleming geehrt.
Die Ausstattung, die Kostüme und die technischen Spielereien seien für die Filme "ebenso typisch wie der Mann selbst", sagte Kuratorin Bronwyn Cosgrave. Sie und ihre Kollegen konzipierten die Ausstellung im Barbican-Zentrum unter dem Titel "Designing 007: 50 Years Of Bond Style" bewusst nach den Filmen. So betritt der Besucher in Anspielung auf das legendäre Film-Intro die Ausstellung durch einen überdimensionalen Gewehrlauf, um dann in eine Welt aus Glamour, Luxus und technischen Raffinessen einzutauchen.
Zu Beginn des Rundgangs steht eine täuschend echte Nachbildung des Schauspielers Sean Connery vor dem eleganten silberfarbenen Aston Martin DB5, der dem ersten James-Bond-Darsteller in "Goldfinger" als fahrbarer Untersatz diente. Madonnas sexy Lederanzug, den sie in "Stirb an einem anderen Tag" von 2002 trug, wird ebenso gezeigt wie die goldene Waffe des Auftragskillers Scaramanga in "Der Mann mit dem goldenen Colt".
Auch ein Modell der durch Ganzkörper-Vergoldung getöteten Frau aus dem Film "Goldfinger" und der Hut mit Metallkrempe, den der Bösewicht Oddjob in dem Streifen trägt, ist in der Ausstellung zu sehen. Und fehlen darf natürlich auch nicht der Bikini, mit dem Ursula Andress in "007 jagt Dr. No" als Bond-Girl aus dem Wasser stieg. Gleich daneben gibt es den orangenfarbene Zweiteiler, den Halle Berry in offensichtlicher Anspielung auf die Andress-Szene in "Stirb an einem anderen Tag" trug. Zudem flackern unvergessliche Szenen aus den Filmen über die Wände der Ausstellung, die noch bis zum 5. September in London gezeigt wird.
Und wer schließlich von dem ganzen Augenkitzel genug hat, der setzt sich in eine Bar, die den Besucher zum Abschluss des Rundgangs erwartet. In ihr kann natürlich auch ein Wodka-Martini nach Art von James Bond bestellt werden: "Geschüttelt, nicht gerührt."