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Französische Filmlegende Jeanne Moreau ist tot

Jeanne Moreau konnte alles spielen: Liebende, Hure, Nonne und "Femme fatale". In mehr als 120 Filmen kreierte sie unvergessliche Rollen und ließ weltberühmte Regisseure sprachlos zurück. Jetzt ist der französische Leinwandstar und Männerschwarm gestorben.

Schauspielerin Jeanne Moreau im Film "Eva" von Regisseur Joseph Losey

Jeanne Moreau spielte 1961 die Rolle der "Eva" im gleichnamigen Melodram von Joseph Losey

Liebeshungrig, rachsüchtig, unnahbar und verletzlich - wusste jedes Register zu ziehen. In mehr als 120 Filmen überraschte sie mit ihrer Verwandlungsfähigkeit. "Ich lebe in den Filmen, in denen ich spiele. Die Rollen bewohnen mich", erklärte Moreau ihre einzigartige Karriere. Die Diva, die im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben ist, hat jedoch nicht nur als Schauspielerin fasziniert. Mit ihrer Kratzstimme, den vollen Lippen und heruntergezogenen Mundwinkeln war sie der Schwarm einer ganzen Männergeneration.

Moreau spielte mit Überzeugung und Hingabe. Unvergesslich ist ihre Rolle in dem Film "Fahrstuhl zum Schafott" von Louis Malle. Der Krimi, in dem sie mit ihrem Geliebten ihren Ehemann beseitigt, brachte ihr den Durchbruch als Schauspielerin. Ein legendäres Spieldebüt war der Film aus dem Jahr 1957 auch für Malle, einen der wichtigsten Mitbegründer der Nouvelle Vague - einer Stilrichtung, die die eingefahrene Bildsprache des Kommerzkinos ablehnte.

Die Karriere von Jeanne Moreau begann früh

Malle hatte Moreau in Williams Theaterstück "Die Katze auf dem heißen Blechdach" des Regisseurs Peter Brook entdeckt. Denn die grazile Pariserin war bereits ein Star des französischen Theaters, bevor ihre Leinwandkarriere begann. Mit 20 Jahren war sie eine der jüngsten Schauspielerinnen, die in die ehrwürdige Comédie française aufgenommen wurde.

Zum internationalen Star machte sie fünf Jahre später François Truffaut, ein weiterer Nouvelle Vague-Vertreter. In seiner Dreiecksgeschichte "Jules und Jim" spielt sie grandios die Catherine, eine unabhängige Frau, die zwei liebt.

Moreau brauchte das Kino - und das Kino sie. Sie drehte mit allen großen internationalen Regisseuren: angefangen von Michelangelo Antonioni, Orson Welles bis hin zu Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder und François Ozon. Moreaus Verwandlungsfähigkeit hat sie alle fasziniert.

"Die Verkörperung des Ewig-Weiblichen"

Der Regisseur Joseph Losey nannte ihr Talent, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen, sogar ein Wunder. "Sie ist eine Frau, die sich einer Unzahl von Hindernissen gegenüber sieht und sie überwindet, indem sie all ihre Fähigkeiten einsetzt." Der US-Amerikaner drehte 1962 mit ihr "Eva". Es war eine ihrer gewagtesten Rollen. In dem Film verkörpert Moreau eine anspruchsvolle verheiratete Prostituierte, der ein Schriftsteller sexuell verfällt.

Jeanne Moreau bei der 33. Verleihung des César, einem französischen Filmpreis

Jeanne Moreau im Jahre 2008 bei der 33. Verleihung des französischen Filmpreises "César"


Moreau spielte alles, je nach Film und Drehbuch. Sie war melancholisch, unnahbar, verführerisch, unabhängig, lebensfroh, verletzlich, gerissen und heimtückisch. Am meisten haftete ihr jedoch das Klischee der "Femme fatale" an. "Wie kaum einer anderen Schauspielerin gelingt es Jeanne Moreau, die Verkörperung des Ewig-Weiblichen mit der "verruchten" Ausstrahlung einer "Femme fatale" zu kombinieren und das Spannungsfeld zwischen beiden Polen auszuloten", sagte der ehemalige Berlinale-Direktor Moritz de Hadeln im Jahr 2000. In Berlin wurde Moreau auf dem Filmfestival mit einem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. 

Ein Leben für die Unabhängigkeit

Und so ließ Malle sie in "Die Liebenden" eine großbürgerliche Ehefrau spielen, die ihren Mann wegen eines Studenten verlässt, den sie am Abend zuvor kennengelernt hat. In "Tagebuch einer Kammerzofe" spielt Luis Buñuel ihre Erotik aus, und als Puffmutter tritt sie in Fassbinders Liebes- und Sozialdrama "Querelle - Ein Pakt mit dem Teufel" auf.

Ihr breitgefächertes Repertoire offenbart ihr Talent, aber auch einen ihrer wichtigsten Charakterzüge: ihre Unabhängigkeit. "Ich lebe auf meine Weise, ich bin unabhängig (...)". Und so wechselte die Tochter eines französischen Gastronomen und einer britischen Tänzerin im Jahr 1976 das Metier und feierte mit "Lumière" ihr Regie-Debüt, einem Drama, das die Lebensgeschichten von vier Freundinnen erzählt.

Jeanne Moreau besiegte den Krebs

Mehr als 20 Jahre später wiederholte sie ihre Regie-Erfahrung im Theater. Mit 72 Jahren präsentierte sie in im Jahr 2000 eine Neuinszenierung des Stücks "Wit" der Amerikanerin Margaret Edson. Das Werk handelt von dem Schicksal einer krebskranken Frau, die weiß, dass sie nur noch zwei Monate zu leben hat. Es war kein Zufall, dass sich Moreau für dieses Stück entschieden hatte. Sie selbst hatte als junge Frau einen Gebärmutterkrebs überwunden. 

Moreau hatte sich nie auf vorgeschriebenen Bahnen bewegt - auch privat nicht. Sie war zweimal verheiratet und hatte viele Liebhaber. Sie habe viele Männer verführt. Sie habe sich jedoch immer von Männern mit Talent angezogen gefühlt, gestand sie einst. Denn das Wichtigste im Leben sei - zu leben.  

sve/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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