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Das Publikum buhte, Kritiker verließen den Saal: Die Premiere von "Jud Süß - Film ohne Gewissen", in der Oskar Roehler erzählt, wie der Hetzfilm der Nazis entstand, geriet zum Aufreger der Berlinale.
Oskar Roehlers "Jud Süß - Film ohne Gewissen" erzählt von der Entstehung des größten Nazi-Propagandafilms. Doch Mechanismen von Stigmatisierung und Ausgrenzung wirken auch heute.
In Stuttgart steht der Nazi-Propagandafilm "Jud Süß" auf dem Programm, die Vorstellungen sind restlos ausgebucht. Grund zur Sorge? Nein. Ein Museum bemüht sich, das antisemitische Hetzwerk von 1940 zu enttarnen und den Missbrauch des Mediums Film in der NS-Zeit zu erklären.
Die Kritik an Jud Süß - Film ohne Gewissen ist immens: Geschichtsfälschung wirft man dem Werk vor, und Moritz Bleibtreu eine zu unreflektierte Darstellung von NS-Propadandaminister Joseph Goebbels - für den Schauspieler ein unberechtigter Vorwurf.
Journalisten nerven ihn, sein Privatleben ist tabu - so kennt man Götz George. In einer Biografie bricht er jetzt sein Schweigen. Und huldigt auch seinem Vater Heinrich, der in die Propagandamaschine des Dritten Reichs eingebunden war - eine kritische Auseinandersetzung sieht allerdings anders aus.
Die sich immer mehr ausbreitende Nazi-Propaganda auf Youtube hat unter jüdischen Organisationen und Politikern in Deutschland eine Welle der Empörung ausgelöst. Im stern.de-Interview kündigt Kay Oberbeck, Sprecher von Google, zu dessen Konzern die US-Videoplattform gehört, eine schnelle Klärung an.
Die 61. Berlinale ist fast vorbei. Preise gibt es morgen, allerdings interessieren die kaum jemanden. Deshalb vergibt stern.de einfach andere.
Die 60. Berlinale ist mit einem schönen, harmlosen Sieger und dem Bekenntnis zum "Sohn" Roman Polanski zu Ende gegangen. Im Wettbewerb ging es vor allem um die Familie als Kern einer zerfallenden Gesellschaft. Das ist eher konservativ als spannend.
Die Berlinale wird 60. Stars von Jessica Alba bis Hanna Schygulla müssen auf dem roten Teppich frieren, wenn das größte Publikumsfestival der Welt mitten im eisigen Berliner Winter das Kino feiert. Trotz Krise gibt es mehr Filme als je zuvor.
Der antisemitische Nazi-Hetzfilm "Jud Süß" lässt sich auf Youtube ebenso finden, wie zig weitere rechte Propagandafilme. Dagegen wollen nun Politik und der Zentralrat der Juden gerichtlich vorgehen - und das nicht nur in Deutschland.
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