Schlag den Bond

12. November 2012, 15:07 Uhr

Kevin James ist als knuddeliger Käfigkämpfer James Bond dicht auf den Fersen. Und dann ist da noch dieser Dämon in der Mundhöhle.

Platz 10 (-) "Possession - Das Dunkle in Dir"

Regie: Ole Bornedal
Darsteller: Natasha Calis, Jeffrey Dean Morgan, Kyra Sedgwick

Mal wieder ein verdammt neugieriges Kind, mal wieder ein verdammt alter Dämon und mal wieder so eine verdammte Kiste, die geöffnet wird, obwohl doch groß draufsteht, dass das keine gute Idee ist. Die Katastrophe folgt auf dem Fuße, in der Hand, in den Augen und ekeligerweise auch im Mund.

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Platz 9 (7) "Mann tut, was Mann kann"

Regie: Marc Rothemund
Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Jan Josef Liefers, Jasmin Gerat

Selbstverliebter Macho lebt in den Tag, bis er seine Traumfrau trifft und den Sinn der wahren Liebe erkennt... hört sich an wie Til Schweigers Kuscheltierverstümmlungsfilme? Ist aber ganz Schweiger-los, obwohl auch noch "Kokowäh"-Objekt-der-Begierde Jasmin Gerat mitspielt. Mann der anderthalb Stunden ist Wotan Wilke Möhring, "Tatort"-Kommissar wie Schweiger, der zusammen mit seinen ebenfalls herzgestörten Kumpels über das Wesen der Liebe philosophiert, bis er sich schließlich für sie zum Affen macht. Das ist leider immer noch meilenweit entfernt von der Entspanntheit eines "About a Boy".

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Platz 8 (5) "Paranormal Activity 4"

Regie: Henry Joost, Ariel Schulman
Darsteller: Katie Featherston, Kathryn Newton, Matt Shively

Hat jemand mitgezählt? "Paranormal Activity" geht in die vierte Runde. Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Gruselattacke vom Low-Budget-Überraschungshit in "Blair Witch Project"-Selfmade-Manier zur Multimillionen-Dollar-Reihe gewandelt. Allerdings ist dabei die Glaubwürdigkeit flöten gegangen, denn mittlerweile ist nun wirklich genug Geld da, um einen anständig ausgestatteten Horrorfilm zu drehen oder auch mal ein bekanntes Gesicht ins Rennen um den schlimmsten Schreckmoment zu schicken. Doch nach wie vor sind es unbekannte Nachwuchsschauspieler und verwackelte Webcam-Bilder, die uns das Fürchten lehren sollen, wenn eine Familie das Böse in den eigenen vier Wänden oder bei den freundlichen Nachbarn entdeckt. Und es hilft wirklich nicht, wenn die dramatisch anschwellende Musik so klar und deutlich (wie keines der Bilder es je ist) macht, dass gleich etwas total Schlimmes passiert. Das grenzt an paranormale Passivität.

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Platz 7 (6) "96 Hours - Taken 2"

Regie: Olivier Megaton
Darsteller: Liam Neeson, Famke Janssen, Maggie Grace

2008 hat Liam Neeson die Kinowelt in Schnappatmung versetzt: Niemand hatte damit gerechnet, dass der damals 56-jährige "Schindlers Liste"-Star mal eben zum härtesten aller Actionhelden aufsteigt. "Taken - 96 Hours" hieß der Film, in dem ein Ex-CIA-Agent seine Tochter aus den Klauen eines albanischen Mädchenhändlerrings befreien muss. Und das tat er so gradlinig, schmerzfrei und wortwörtlich fantastisch, dass man die 93 Minuten Film auf der Stuhlkante verbrachte. Gegen Bryan Mills wirkte Jack Bauer wie ein Anfänger. 226.830.568 Kinokassen-Dollar später folgt die Fortsetzung, denn bekanntermaßen sind Albaner rachsüchtig, und nun muss Mills nicht nur seine Tochter, sondern auch seine frisch zurückgewonnene Frau retten. Logik wie immer ausgeschlossen, dafür hirnlose Action in Reinform. In den USA führt "Taken 2" bereits die Charts an. Teil drei ist in Arbeit.

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Platz 6 (4) "Die Vermessung der Welt"

Regie: Detlev Buck
Darsteller: Florian David Fitz, Karl Markovics, David Kross

Daniel Kehlmanns Buch "Die Vermessung der Welt" verfilmen zu wollen, ist gelinde gesagt harter Tobak. Dieses Werk der indirekten Rede, der dschungelgleich wuchernden Fantasie, der Brillanz mathematischer Lösungswege, der Suche nach Menschlichkeit in einer Zeit, als diese mit Schwäche gleichgesetzt wurde, oder nur eine kalte Handlungsausführung war... Die Binse, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte, hat Kehlmann immer wieder auf den Kopf gestellt. Insofern war es logisch, das Regisseur Detlev Buck die dritte Dimension zu Hilfe genommen hat, um einen Film aus den verschlungnen Lebensgeschichten der Ausnahme-Gelehrten Alexander von Humboldt (1769 - 1859) und Carl Friedrich Gauß (1777 - 1855) zu machen, die der damals gerade mal 30-jährige Autor so spielerisch wie genial zu Papier gebracht hatte. Die 3D-Brille hilft, die Distanz zu wahren, die die Figuren einfordern, um sie ihnen gleich wieder zu nehmen. Im Buch wie im Film sind die großen Denker Freaks - der eine am Schreibtisch, der andere am Amazonas. Der eine erforscht das Universum mathematisch in seinem Kopf, der andere greift nach Schlingpflanzen, piekst Schmetterlinge auf und stiehlt Mumien. Bucks Film ist das volle Risiko eingegangen, der Wort- mit einer Bildgewalt zu antworten. Nur berühren tun einen diese beiden Männer, die der Welt große Dienste erwiesen haben, kaum. Aber haben sie das im Buch getan? Die opulente Verfilmung verlässt man ein wenig ratlos, aber um ein paar fantastische Bilder reicher.

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Platz 5 (-) "Argo"

Regie: Ben Affleck
Darsteller: Ben Affleck, Bryan Cranston, John Goodman

"Argo" ist ein ordentlicher Thriller alter Schule, so auf den Punkt und so stylish wie einst "Die drei Tage des Condors". Die meiste Zeit verbringt man auf der Stuhlkante oder Fingernägel-knabbernd, wenn Ende der 70er Jahre ein zugewachsener CIA-Agent namens Tony Mendez (Ben Affleck) einen Hollywood-Streifen in arabischem Flair erfinden lässt, um US-Geiseln aus dem frisch islamistisch revolutionierten Iran zu befreien. Aufgestachelt vom neuen Herrscher Kohmeini haben Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt. Sechs Angestellte haben sich in die kanadische Botschaft flüchten können. Doch ihre Entdeckung und Hinrichtung droht, deshalb muss schnell eine Lösung gefunden werden, wie die Frauen und Männer sicher in die Heimat zurückgebracht werden können. Mendez' Plan, sie als kanadische Filmleute auszugeben, ist so hanebüchen, dass er tatsächlich funktionieren könnte. Doch bis dahin heißt es Mitzittern. Nach "Gone Baby Gone" und "The Town" beweist Affleck ein weiteres Mal, dass er ein wirklich begnadeter Regisseur ist. Kein Gramm Fett, kein überflüssiger Schnörkel, kein Wort zuviel lenkt die Aufmerksamkeit ab von der unfassbaren Geschichte. Zumal Alan Arkin als Hollywoodproduzent Lester Siegel und John Goodman als Make-Up-Experte John Chambers für reichlich zynische Lacher mit Herz sorgen. Neben der guten Unterhaltung bleibt am Ende allerdings ein leicht ungutes Gefühl zurück: Muss ausgerechnet Iran, das Land, über dem ganz real das Damoklesschwert eines Krieges schwebt, als neuer Gegner eines neuen Kalten Krieges inszeniert werden? Als Höllenloch der Menschenverachtung? So Schwarz-Weiß war die Welt schon lange nicht mehr.

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Platz 4 (3) "Madagascar 3: Flucht durch Europa"

Regie: Eric Darnell, Tom McGrath, Conrad Vernon
Mit den Stimmen von: Rick Kavanian, Jan Josef Liefers, Bastian Pastewka

Da sind sie wieder: Nun gibt es den bossigen Löwen Alex, das sture Nilpferd Gloria, die Hypochonder-Giraffe Melman und das irre Zebra Marty auch noch in 3D zu bewundern. Dabei stehlen ihnen allerdings die Pinguin-Gang, der übergeschnappte Lemur und die Truppe eines Wanderzirkus fast die Show. Nachdem die Helden von "Madagascar" endlich ihre afrikanische Heimat gefunden haben, wollen sie nun zurück nach Amerika. Dazu schwimmen (!) sie erst einmal nach Europa, genauer gesagt Monte Carlo, und lassen sich von einer wahnsinnigen Tierfängerin mit beeindruckend haltbarem Lippenstift an den Sehenswürdigkeiten der alten Welt vorbeijagen. Ein wilder, zuweilen psychodelischer Trip - "Tupfen, Tupfen, Tupfen"!

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Platz 3 (2) "Hotel Transsilvanien"

Regie: Genndy Tartakovsky
Mit den Stimmen von: Rick Kavanian, Josefine Preuß, Elyas M'Barek

Nach der Monster-im-Schrank-Fabrik von "Monsters Inc." bietet "Hotel Transsilvanien" den Werwölfen, Mumien und Vampiren sogar ein Hotel mit Spa. Dort hofft Papa Dracula, seine geliebte Tochter bei sich halten zu können, die es mit zunehmender Pubertät in die Welt hinaustreibt. Doch dann taucht ausgerechnet in diesem monstermäßigen Ressort ein Mensch auf, in Person eines naiv-fröhlichen Backpackers, in den sich die Vampirtochter verknallt. Da kriegt sogar Dracula graue Haare. Ohne jeden beißenden Humor kommt diese gutgelaunte Familienunterhaltung recht harmlos daher. Aber manchmal muss auch das sein.

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Platz 2 (-) "Das Schwergewicht"

Regie: Frank Coraci
Darsteller: Kevin James, Salma Hayek, Henry Winkler

In den USA hat der "Käfigkampf" Ultimate Fighting dem Boxkampf längst den Rang abgelaufen. Nach einem Käfig-"Rambo" wie in "Fighting" ist die Drescherei mittlerweile auch in der Komödie für die ganze Familie angekommen. Man muss eben nur den richtigen Helden finden: Der kuschelige "King of Queens"-Liebling Kevin James spielt einen idealistischen Lehrer, der sich, um die höhere Kunst zu retten, immer wieder zu Boden prügeln lässt. Sogar das kann bei James niedlich aussehen. Und Salma Hayek spielt übrigens auch mit.

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Platz 1 (1) "James Bond 007 - Skyfall"

Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem

Der beste Bond aller Zeiten? Jedenfalls war Daniel Craig noch nie so überzeugend wie in "Skyfall". Der MI6 wird angegriffen, genauer gesagt M (Judi Dench) persönlich, und 007 bietet wirklich alles auf, um für England da zu sein. Dieser Bond darf endlich auch mal lächeln, und das tut ihm verdammt gut.

Die ausführliche Kritik zu "Skyfall" lesen Sie hier.

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