30. April 2012, 17:21 Uhr

"Titanic" verpasst Sprung nach ganz oben

"Die Tribute von Panem" regieren weiterhin die Charts. Die dreidimensionale Wiederauflage von "Titanic" schaffte aus dem Stand den Sprung in die Top 3. Aber auch die Nazis auf dem Mond haben Fans.

Platz 10 (7) "Die Frau in Schwarz"

Regie: James Watkins
Darsteller: Daniel Radcliffe, Janet McTeer, Ciarán Hinds

Da isser wieder - und ganz ohne Zauberstab. Das Leben nach "Harry Potter" geht für Daniel Radcliffe mit einem klassisch-guten, irgendwie auch modernen Kostüm-Horrorfilm weiter. Großbritannien, 19. Jahrhundert: Der junge Witwer und Anwalt in Finanznöten Arthur Kipps (Radcliffe) soll in sumpfiger Einöde ein Haus verkaufen. Das entpuppt sich als Quelle eines Fluchs, der auf dem ganzen Dorf zu lasten scheint. Wann immer die titelgebende schwarze Frau auftaucht, stirbt ein Kind. Und Kipps sieht die Geistererscheinung häufiger. Wenn er das Haus verkaufen will, muss er herausfinden, was ihr Problem ist. Das ist zum Fingernägelabknabbern spannend.

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Platz 9 (6) "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen"

Regie: Peter Lord, Jeff Newitt
Darsteller: Hugh Grant, Salma Hayek, Jeremy Piven

Die Konkurrenz für Punkrock-Pirat Jack Sparrow ist aus Knete. Im Stil von "Wallace und Gromit" und "Chicken Run - Hennen Rennen" lässt die Aardman-Produktion Piraten in See stechen und dem Wunsch nachjagen, zum "Besten Piraten des Jahres" gekürt zu werden. Auftritt der seltsamsten Freibeuter der Weltmeere, unter anderem gesprochen von Hugh Grant und Salma Hayek. Fehlt eben nur noch Jack Sparrow.

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Platz 8 (-) "Iron Sky - Wir kommen in Frieden!"

Regie: Timo Vuorensola
Darsteller: Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier

Es hätte so wild, so böse, so verrückt werden können. Wurde es dann aber nur bedingt. Die finnische, großteils Fan-finanzierte Science-Fiction-Satire "Iron Sky" spielt mit der aberwitzigen Prämisse, dass sich ein paar Nazis am Ende des Zweiten Weltkrieges auf der dunklen Seite des Mondes verschanzt haben. Sie vermehren sich, bauen eine hakenkreuzförmige Basis und planen, auf die Erde zurückzukehren, um sich doch noch den "Endsieg" zu holen. Außerdem geht es um skrupellosen Wahlkampf in den USA, Basketball und eine ultimative Zerstörungsmaschine namens "Götterdämmerung". Und die Musik stammt natürlich von Laibach. Großes Plus sind zudem Schauspielernamen wie Udo Kier als Hitler-Nachfolger Kortzfleisch und Götz Otto als Brutalokarrierist, der es der Erdbevölkerung endlich heimzahlen will. Extrem positiv fällt auch Julia Dietze auf, die sich vom dümmlichen Super-BDM zur geläuterten Kämpferin für das Gute wandelt. Problem der mit zig wunderbaren Details und liebevollen Referenzen gespickten Geschichte, die in einer beeindruckenden Luftschlacht über New York endet - (Warum eigentlich nicht Berlin?) - ist, dass es noch viel wilder hätte sein können. Die Ecken und Kanten des Anfangs, die ganzen "nicht wirklich?!"-Augenblicke werden zunehmend glattgebügelt. Was schade ist, denn die Optik ist grandios. Es wird aber ganz sicher nicht der letzte Film von "Star Wreck"-Regisseur Timo Vuorensola gewesen sein.

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Platz 7 (4) "Russendisko"

Regie: Oliver Ziegenbalg
Darsteller: Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke, Christian Friedel

Vielleicht ist es einfach so: Matthias Schweighöfer ist fürs deutsche Kino, was Hugh Grant für die Briten und Jennifer Aniston für die Amerikaner sind. Er verbreitet gute Laune. Und wenn dann das Drehbuch auch noch so sehr stimmt wie in "Friendship" oder nun eben "Russendisko", kann man sich auf liebevoll lustige, minimal schenkelklopfende (gehört in der deutschen Komödie wohl einfach dazu) 100 Minuten freuen. Drei russische Jungs, Vladimir (Schweighöfer), Mischa (Friedrich Mücke) und Alex (Christian Friedel), wollen nach dem Mauerfall in Berlin ihr Glück versuchen. Das Leben im Flüchtlingsheim ist ein großer Spaß, genauso der Verkauf von Dosenbier auf dem Alex. Alles eine Frage der Perspektive. Und dann trifft Vladi auch noch "die schönste Frau der Welt". Vergessen Sie die schlechte Laune! Frühling jetzt auch im Kino.

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Platz 6 (-) "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"

Regie: Tarsem Singh
Darsteller: Julia Roberts, Lily Collins, Armie Hammer

Keine Ahnung warum, aber Schneewittchen liegt gerade im Trend. Gleich zwei Filme über das Mädchen mit den Lippen so rot wie Blut, den Haaren so schwarz wie Ebenholz und der Haut so weiß wie Schnee kommen dieses Jahr in die Kinos. "Twilight"-Bella kommt später, den Anfang macht Lily Collins als etwas naives aber schlagfertiges Prinzesschen, das sich mit einer Julia Roberts als Stiefmutter herumschlagen muss, bevor es Aufnahme bei surrealen Zwergen findet. Hatte Regisseur Tarsem Singh mit seinem seltsamen Märchen "The Fall" (2006) noch begeistert, holzt "Spieglein, Spieglein" leider ein bisschen unentschieden hinter den sieben Bergen herum. Ja, Roberts ist ein großer Spaß als verbittert-verbissene Ex-Schönheitskönigin. Aber man vermutet sie eher auf der 5th Avenue mit einer "Vogue" unterm Arm als im Märchenland. Collins bleibt daneben eher farblos. "Snow White and the Huntsman" verspricht einfach so viel mehr.

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Platz 5 (3) "Zorn der Titanen"

Regie: Jonathan Liebesman
Darsteller: Sam Worthington, Liam Neeson, Rosamund Pike

Nachdem Disneys megalomaner Monsterschinken "John Carter" an der Kinokasse so jämmerlich abgesoffen ist, startet "Zorn der Titanen" den nächsten Versuch, in der schönen neuen Welt des CGI zu punkten. Es ist der zweite Teil der Perseus-Geschichte, in der "Avatar"-Schatz Sam Worthington gegen die ultimativen Monster antreten darf. Liam Neeson ist noch immer Gottvater, und die hübsche, schlagkräftige Blondine ist diesmal Rosamund Pike. Auch der Soundtrack ist mit Marilyn Manson echt monstermäßig.

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Platz 4 (5) "Ziemlich beste Freunde"

Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny

In Frankreich ist dieser Film über einen reichen Franzosen im Rollstuhl, dem ein dunkelhäutiger, kleinkrimineller Zivi die Freude am Leben zurückbringt, ein Renner - mittlerweile auch in Deutschland. Tatsächlich macht das Zusammenspiel von François Cluzet und Omar Sy großen Spaß und rückt mal wieder ein paar Alltagsprioritäten zurecht. Der Humor ist wunderbar düster, und der Respekt so groß, wie die Leute ihn tatsächlich verdienen. "Ziemlich beste Freunde" ist Feel-good-Kino mit Anspruch.

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Platz 3 (-) "Titanic 3D"

Regie: James Cameron
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Billy Zane, Kate Winslet

Es gibt ein Vor und ein Nach "Titanic". James Cameron ist 1997 nicht nur krasser Realismus gelungen, der trotzdem Kino bleibt, sondern auch die perfekte Fusion aus Schnulze und Actionfilm. Es gab elf Oscars, Leonardo DiCaprio und Kate Winslet wurden zu Superstars, und Cameron rief sich selbst - entsprechend der Szene im Film - zum "König der Welt" aus. König der Kinowelt ist er allemal. Für damals unglaubliche 200 Millionen Dollar wurde die Geschichte vom ultimativen Untergang erzählt. Unglaubliche 1,85 Milliarden hat die Liebesgeschichte mit tödlichem Ausgang eingespielt. Nach dem gigantischen Weiterdreh der 3D-Technik mit "Avatar" hat Technik-Visionär Cameron in jahrelanger Arbeit auch "Titanic" die Dreidimensionalität geschenkt. Das Ergebnis ist megaloman wie verblüffend. Die Tiefe des Raums wirkt nach kurzer Zeit natürlich, die Brille auf der Nase ist vergessen, wenn der Ozean sich das riesige, "unsinkbare" Schiff holt. Man ist einfach beeindruckt davon, was Kino kann. Und jedes Mal wieder hofft man, dass die "Titanic" vielleicht doch nicht untergeht.

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Platz 2 (2) "Türkisch für Anfänger"

Regie: Bora Dagtekin
Darsteller: Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Anna Stieblich

Ja, die TV-Serie ist ein Riesenerfolg. Ja, der Kinofilm war nur eine Frage der Zeit. Und ja, der Brutalhumor an allem pc-Geheule vorbei macht zuweilen ordentlich gute Laune. Doch "Türkisch für Anfänger" ist eben nicht Harald Schmidt, und deshalb ist die Klischeedauerschleife zuweilen ermüdend. Aber was soll's. Wenn Sie Lust haben zu sehen, wie eine "Ökoschlampe" und ein "Goldkettenproll" aus Berlin sich nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Palmeninsel zusammenraufen, go for it. Wie, das ist ja das Serien-Konzept, nur an einem anderen Ort? Eben!

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Platz 1 (1) "Die Tribute von Panem - The Hunger Games"

Regie: Gary Ross
Darsteller: Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth, Elizabeth Banks

"Die Tribute von Panem" hat schon vor dem Start alle Hochrechnungsrekorde gebrochen. Mehr als 100 Millionen Dollar versprechen sich die Filmverleiher vom ersten Teil der Verfilmung der gleichnamigen Bestseller-Trilogie von Suzanne Collins. Der Hype kommt geballt, könnte aber auch daran liegen, dass die Filmbranche nach "Harry Potter" und "Twilight" nach einem neuen auspressbaren Aufreger sucht. Oder es ist doch diese Geschichte, die in ihrer Härte ihresgleichen sucht: "Die Tribute von Panem" spielt in einem postapokalyptischen Amerika. Das Land ist in zwölf Distrikte aufgeteilt, deren Bevölkerung Arbeitssklaven der luxuriösen Hauptstadt sind. Um Aufstände zu verhindern, muss jeder Distrikt einmal im Jahr zwei Kinder - Junge und Mädchen - an die Metropole liefern, wo diese 24 dann in einer Art Wald-und-Wiesen-Arena auf Leben und Tod gegeneinander antreten. Das Ganze wird als Show im Fernsehen übertragen - à la "Panem sucht den Splatterstar". "Winter's Bone"-Überraschung Jennifer Lawrence spielt Katniss, eine Mädchen aus einem besonders armen Distrikt, dass sich freiwillig meldet, um seine kleine Schwester zu retten. Der Film erzählt von ihrem Weg in die Hauptstadt, der Ausbildung, dem Überlebenskampf in der Arena sowie dessen mediale Ausschlachtung. Regisseur Gary Ross ("Big", Pleasantville") wagt einen beeindruckenden Blick in eine verdammte Zukunft.

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sal
 
 
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