"Ziemlich beste Freunde" sitzt auf dem Chart-Thron wie Obelix im Zaubertrank. Doch Kate Beckinsale als blutarme Todeshändlerin in "Underworld" nagt am Stuhlbein.
Regie: Mike Mitchell
Darsteller: Jason Lee, David Cross, Jenny Slate
Sie singen wieder: Alvin, Simon und Theodore, die drei Streifenhörnchen, deren erste beiden Abenteuer weltweit rund 800 Millionen Dollar eingespielt und in Deutschland mehr als 3,5 Millionen Zuschauer ins Kino gelockt haben. Mal ganz abgesehen von den DVD-Verkäufen, CDs und Computerspielen: eine Melkmaschine, wie Hollywood sie liebt. Nun also Teil 3, in dem die computeranimierten Nager erst einen Luxusdampfer aufmischen, dann auf einer verlassenen Insel in den Tropen landen und schließlich getrennt werden. Und dann kommt auch schon Teil vier.
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Platz 9 (-) "Zettl"
Regie: Helmut Dietl
Darsteller: Michael Bully Herbig, Ulrich Tukur, Harald Schmidt
Es war einmal eine TV-Serie, die mit bayrischer Frotzeligkeit zum Kult aufstieg. Der Klatschreporter Baby Schimmerlos und sein Tauchen in den Untiefen der Münchner Schickeria in "Kir Royal" ist ein deutscher Fernsehstandard. Nun gibt es die Berliner Fortsetzung. Weil Schimmerlos-Star Franz Xaver Kroetz nicht so wollte wie Regisseur Helmut Dietl, hat der sich eine hanebüchene Geschichte um "Zettl" ausgedacht, der vom ehemaligen Fahrer von Schimmerlos zum Chefredakteur aufsteigt und in der Hauptstadt keinen besseren Politskandal auftun kann als die angebliche Geschlechtsumwandlung der Bürgermeisterin. Ziemlich klamaukig kommt der Ausflug aufs politische Parkett daher. Da liest man doch lieber die neueste Meldung über Wulff.
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Platz 8 (-) "Dame, König, As, Spion"
Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy
Haben Sie Gary Oldman auch vermisst? Der Mann, der dem Titel Kinobösewicht mit Auftritten wie in "Bram Stoker's Dracula", "True Romance", "Léon", "Das fünfte Element", "Air Force One" oder neben Anthony Hopkins in "Hanibal" neuen Glanz verliehen hat? Es war ruhiger um ihn geworden. Trotz Rollen in "Harry Potter" als dessen Patenonkel Sirius Black oder als schnauzbärtiger Polizist James Gordon in Nolans Neuauflage der "Batman"-Saga. Und irgendwie wirkte er auch milder, weniger getrieben. Doch nun kehrt Oldman mit solch schauspielerischer Wucht zurück, dass es gleich eine Oscar-Nominierung gegeben hat. Als pensionierter Agent George Smiley spielt er in der John-le-Carré-Verfilmung "Dame, König, As, Spion" so intensiv und gewaltig wie in besten Bösewichttagen. Und das ohne großen Körpereinsatz, wenn er in der Spitze des britischen Geheimdienstes der 70er-Jahre nach einem Doppelagenten sucht. Der Mann ist noch immer ein Mysterium der Leinwand. Schön, dass er wieder da ist!
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Platz 7 (5) "Die Muppets"
Regie: James Bobin
Darsteller: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper
"Jetzt tanzen alle Puppen" wieder, Gonzo fliegt durch die Luft, Miss Piggy brüllt "moi", und Kermit knautscht verzweifelt die Schnute. Die "Muppet Show" ist lange her, aber weg waren die Puppen des genialen Jim Henson eigentlich nie. Jedenfalls nicht in den Köpfen der Generation, die mit dem Tier am Schlagzeug und dem irren skandivischen Koch am Hackbrett groß geworden ist. Für den Rest gibt es nun eine Kinolehrstunde in Sachen erfrischend harmloser Humor. "Die Muppets" erzählt von Puppen und Menschen, die zwischen Gut und Böse entscheiden müssen, wobei ein Muppet eigentlich kaum eine Wahl hat. Und wenn alle zusammenhalten und dabei am besten noch singen, wird sowieso alles gut. "Jetzt woll'n wir aber starten/ wie lang soll'n wir noch warten/ Keine Sekunde mehr/ mit der fabelhaftesten, sensationellsten, blödelhaftesten, muppetionellsten/ Ja, jetzt kommt die Super-Muppet-Show!"
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Platz 6 (4) "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"
Regie: Alexander Payne
Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges
Mmmmmmmmmmmmmmm, George Clooney. Der Mann ist so lustvoll harmlos wie ein Schluck Baileys oder auch der geschmolzene Schokoladenkern eines Muffins. Die Zeiten des tätowierten Halses aus "From Dusk till Dawn" sind lange vorbei. Und nun gibt es die Kirsche der Kuscheligkeit auf besagtem Muffin: Clooney als zerknirschter, aber wertesolider Vater, der Liebe finden muss, wo sie sich längst verabschiedet hat. Seine Frau liegt nach einem Sportunfall im Koma. Plötzlich muss sich der arbeitswütige Anwalt im Hawaiihemd - er darf das, er wohnt auf der Insel - der Erziehung seiner beiden Töchter stellen sowie dem Leben, das seine Frau führte, wenn er mal wieder keine Zeit für sie hatte. Clooney ist in Alexander Paynes positivem Familiendrama trotz hochgezogenem Hosenbund so angenehm entspannt, dass dieser Film selbst zum Schokomuffin wird. Allerdings fragt man sich schon, warum das gleich nach einem Oscar schreit.
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Platz 5 (-) "Sex on the Beach"
Regie: Ben Palmer
Darsteller: Simon Bird, Joe Thomas, James Buckley
In Großbritannien hat "Sex on the Beach" den etwas subtileren Titel "The Inbetweeners" (in etwa "Die Loser"). Dann hat es sich allerdings auch schon mit der Subtilität. Kurz gesagt geht es in dieser Filmversion der gleichnamigen TV-Serie um vier Teenager, die gern endlich Sex hätten. Da der in Großbritannien gern im Doppelpack mit Alkohol zu haben ist, zeigt der Film häufig alkoholisierte notgeile Jungs, die mehr oder weniger schöne Frauen anstarren. "American Pie" mit britischem Akzent.
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Platz 4 (2) "Jack und Jill"
Regie: Dennis Dugan
Darsteller: Adam Sandler, Katie Holmes, Al Pacino
In den USA ist der Simpelhumor von "Jack und Jill" bei der Kritik mit vollem Anlauf durchgefallen. Adam-Sandler-Fans haben die Geschichte vom ungleichen Zwillingspaar trotzdem auf Platz zwei der Kinocharts gehoben. Vielleicht weil Katie Holmes und Al Pacino mitspielen? Muss man nicht verstehen. Trotzdem war "Meine erfundene Frau" um Längen besser!
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Platz 3 (3) "Fünf Freunde"
Regie: Mike Marzuk
Darsteller: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen
Ob "Dolly", "Hanni und Nanni" oder die "Abenteuer"-Reihe: Die britische Autorin Enid Blyton hat einige der bekanntesten Kinderbuch-Serien des 20. Jahrhunderts erschaffen. Schon vor rund 70 Jahren haben Jungen wie Mädchen gleichermaßen die Detektivgeschichten um George, Julian, Dick, Anne und den Hund Timmy verschlungen - nun haben es die "Fünf Freunde" auch ins Kino geschafft. In ihrem ersten Leinwandabenteuer bekommen es die Kinder auf der Felseninsel mit geheimen Forschungen und fiesen Gangstern zu tun, und müssen obendrein eine Entführung verhindern. Das ist nicht immer spannend oder sonderlich originell, aber angenehm unaufgeregt.
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Platz 2 (-) "Jack und Jill"
Regie: Måns Mårlind, Bjorn Stein
Darsteller: Kate Beckinsale, Stephen Rea, Michael Ealy
"Twilight" mit der Axt, könnte man sagen. Und die Werwölfe haben wirklich jede Wuscheligkeit verloren. Der vierte Teil der "Underworld"-Reihe hat immerhin wieder Kate Beckinsale zu bieten. Und anfangs ist ihre Vampirin Selene noch kälter als sonst, denn sie wurde in einem Versuchslabor eingefroren. Dann wacht sie auf und entdeckt, dass mehr als ein Jahrzehnt vergangen ist und die Menschen Vampire und Werwölfe so gut wie ausgerottet haben. Auf der Suche nach ihrem Liebsten muss Selene zudem feststellen, dass sie Mutter geworden ist. Und da auch Töchter von Untoten und Werwölfen in die Pubertät kommen, fangen die Probleme jetzt erst so richtig an. Auch wenn in "Underworld Awakening" ziemlich ausführlich gesplattert wird, bleibt die Frage, ob sich die Geschichte von Selene nicht längst erledigt hat.
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Platz 1 (1) "Ziemlich beste Freunde"
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny
In Frankreich ist dieser Film über einen reichen Franzosen im Rollstuhl, dem ein dunkelhäutiger, kleinkrimineller Zivi die Freude am Leben zurückbringt, ein Renner. Tatsächlich macht das Zusammenspiel von François Cluzet und Omar Sy großen Spaß und rückt mal wieder ein paar Alltagsprioritäten zurecht. Der Humor ist wunderbar düster, und der Respekt so groß, wie die Leute ihn tatsächlich verdienen. "Ziemlich beste Freunde" ist Feel-good-Kino mit Anspruch - und verteidigt nun auch in Deutschland zum wiederholten Male den ersten Platz der Kinocharts.
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