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Hängebauchschweine in Auerochsen-Kostümen

In "Beasts of the Southern Wild" kämpfen ein sechsjähriges Mädchen und die Bewohner der Siedlung "Bathtub" im Süden von New Orleans um ihr nasses Zuhause. Eine mystische Fabel, zum Weinen schön.

Den Filmemacher Benh Zeitlin ließ die Frage einfach nicht mehr los: Warum bleiben die Einheimischen in Regionen wohnen, die immer wieder von Naturgewalten bedroht sind, anstatt in sicherere Gebiete zu ziehen? Wie die Bewohner in der Umgebung der Stadt New Orleans. Bis heute leiden sie unter den Folgen des Wirbelsturms Katrina, der die Region 2005 verwüstete. Was Menschen wie sie bewegt, das hat der 30-jährige Regisseur aus New York in seinem Film "Beasts of the Southern Wild" erspürt. Mit Erfolg: Für sein Drama wurde Zeitlin in Cannes mit der Caméra d'Or für das beste Debüt ausgezeichnet, beim renommierten Sundance Festival in den USA gewann er den großen Preis der Jury in der Sparte Spielfilm.

Die Kamera im Film "Beasts of the Southern Wild" schaut mit den Augen eines sechsjährigen Mädchens in die Welt: Hushpuppy lebt mit ihrem Vater in einer Baracke in den Sumpfgebieten im Südosten des US-Staats Louisiana. Wenn ihr Papa, der oft zu viel trinkt, nicht da ist, sind die Tiere, die bei ihnen wohnen, Hushpuppys liebste Gefährten. Ihr fantasievoller Blick auf die Natur umfasst auch deren gewaltvolle Seiten. Denn immer wieder wird ihr Heimatort Bathtub, "Badewanne", von Stürmen und Überschwemmungen verwüstet.

Dann überrollt wieder eine schwere Unwetterwelle die Marsch, und die Regierung evakuiert die Bewohner. Ist es jetzt an der Zeit, der Wildnis den Rücken zu kehren? Oder sollen Hushpuppy, ihr Vater und ihre Freunde lieber aus dem Auffangzentrum zurück in die Sümpfe fliehen und um ihr Zuhause kämpfen?

Zwischen Magie und Wirklichkeit

Benh Zeitlin hat mit seiner staunenswert starken Hauptdarstellerin, der achtjährigen Quvenzhané Wallis in der Rolle der Heldin Hushpuppy, ein wunderbar warmherziges Märchen geschaffen. Die fantastischen Vorstellungswelten des Mädchens sind von urtümlichen Wesen bevölkert: Gefährlichen Auerochsen, die ihr im Traum immer wieder nachjagen. Doch dann fasst sich Hushpuppy ein Herz - und stellt sich den Monstern mutig entgegen.

Das Besondere am Fantasy-Film "Beasts of the Southern Wild" ist seine fast dokumentarische Treue zur Wirklichkeit: Alle Szenen des Dramas wurden an realen Drehorten inszeniert, als Darsteller Laien aus der Region verpflichtet, digitale Effekte waren tabu, für die Inszenierung der Auerochsen wurden Vietnamesische Hängebauchschweine trainiert und in Kostüme gesteckt. Diese ästhetischen Entscheidungen sind Teil eines bewussten Programms: Der Regisseur gehört zum Künstlerkollektiv "Court 13", dessen Mitglieder es sich auf die Fahne schreiben, so nah wie möglich an der Realität zu arbeiten, selbst in einer märchenhaften Leinwandgeschichte wie dieser. So holen Zeitlin und sein Team den magischen Realismus, der vor allem die lateinamerikanische Kultur prägt, in die Vereinigten Staaten.

Das ist ein großes Glück. Denn statt auf eine große, technische Ausstattung setzt Zeitlin allein auf die Menschen und ihre Gefühle. "Beasts of the Southern Wild" feiert den Kampfesgeist, die Standhaftigkeit und die Heimatliebe der Sumpfbewohner auf der ungeschützten Seite der Hochwasserdämme von New Orleans. Ihre emotionale Stärke ist berührend. So hat der junge Regisseur mit seinem Debütfilm ein kleines Meisterwerk erschaffen, eine ganz eigene mystische Welt, eine bewegende Fabel von surrealer Schönheit.

Franziska Bossy, DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo