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5. April 2003, 12:24 Uhr

"Ally McBeal" sagt Adieu

Wenn am Dienstagabend die letzte Folge von "Ally McBeal" über den Bildschirm läuft, dürfte sich die Wehmut der Fans in Grenzen halten: Zu schwach war die Serie zum Schluss geworden.

Calista Flockhart in der Rolle der Anwältin Ally McBeal

Der Dienstagabend war heilig. Ab 22.00 Uhr wurden hartnäckig Telefon und andere Störungen ignoriert - die quirlige Anwältin aus Boston forderte die ganze Aufmerksamkeit der (meist weiblichen) Fernsehzuschauer. Das ist jetzt vorbei: "Ally McBeal", jahrelang Quotenknüller des kleinen Fernsehsenders Vox, feiert am kommenden Dienstag nach fünf Staffeln ihren Abschied. Ein Quoteneinbruch in den USA hatte im vergangenen Jahr Allys Ende besiegelt.

Zenit überschritten

Doch was damals in deutschen Fan-Kreisen für Entsetzen sorgte, lockt mittlerweile kaum noch ein Schulterzucken hervor. Der Eindruck auf den Internetseiten der Fanclubs täuscht nicht: Irgendwie ist die Luft raus. Und auch wenn hier zu Lande bei einem Marktanteil von zurzeit 8,1 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen noch nicht von einem Quoteneinbruch gesprochen werden kann, ist der Zenit der Serie von Erfolgsproduzent David E. Kelley doch längst überschritten. Die durchschnittlichen 9,1 Prozent der vorletzten Staffel werden nicht mehr erreicht.

John Bon Jovi langweilt nur

Die Gründe liegen auf der Hand: Die beliebtesten Figuren der vorherigen Staffeln - allen voran der wegen Kokainkonsums aus der Serie geworfene Robert Downey jr. (Larry) - kommen nicht mehr oder nur noch sporadisch vor. Ob John "das Gummibärchen" Cage (Peter MacNicol) oder die scharfzüngige Ling (Lucy Liu): Vollwertiger Ersatz wurde nicht gefunden. Der Popstar Jon Bon Jovi (Victor) sorgte vor allem für gähnende Langeweile - nicht nur in Allys Liebesleben, sondern auch auf dem Bildschirm. Ganz zu schweigen von dem lila-gefärbten australischen Komiker Dame Edna, der als Schreckschraube Claire Otoms vielen Fans den letzten Nerv raubte.

Immer neurotischer und immer weniger liebenswert

Zusätzlich sorgten die seltsamen Wendungen im Leben der liebenswert-neurotischen Anwältin für Verwirrung: Ally kauft sich ein Haus, Ally hat plötzlich eine 12-jährige Tochter, Ally verliebt sich in einen langweiligen Handwerker, Ally wird Partner in der Kanzlei, Ally wird irgendwie immer neurotischer und immer weniger liebenswert.

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