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Zum Abschluss volle Härte

Nach zehn Jahren endet die Kino-Ära "Harry Potter". "Die Heiligtümer des Todes 2" ist der achte und letzte Film. Und der härteste. Das Opus Magnum ist vollendet. Und nun?

Von Sophie "Weasley" Albers

  In "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" kämpft der Zauberschüler seine letzte Schlacht gegen das Böse

In "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" kämpft der Zauberschüler seine letzte Schlacht gegen das Böse

Es war ein Fest. Nicht nur für Tausende Fans, die zur Premierenfeier in London die City überschwemmten. Nicht nur für JK Rowling, die dank ihrer literarischen Erfindungsgabe mittlerweile zu den reichsten Frauen der Welt zählt - sondern mindestens genauso für das Filmstudio Warner Bros.: Die Harry-Potter-Filme gelten als die erfolgreichste aller Kinoreihen - vor "James Bond", vor "Krieg der Sterne", vor "Pirates of the Caribbean". Rund 6,4 Milliarden Dollar haben die Abenteuer von Harry, Ron und Hermine bisher eingespielt. Das macht ein Durchschnittsergebnis von 914 Millionen Dollar pro Film. Mit "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" kommt nun der letzte in die Kinos. Es ist ein wirklich heftiger Abschluss geworden für eine Saga, die vor zehn Jahren eigentlich ganz freundlich begonnen hat.

Erinnern Sie sich noch an die niedlich-kuschelig-fröhlich-bunt-magische Zeit in der Hogwarts-Schule für Zauberei und Hexerei? Kerzen fliegen, Kinder lachen, Hüte sprechen, Gemälde bewegen sich, und ein rauschebärtiger netter alter Mann gibt einem kleinen Waisenjungen mit runder Brille ein Zuhause? Das können Sie alles komplett vergessen! Die Zeiten sind schon länger hart, aber diesmal stecken Harry Potter und seine Freunde in einem ausgewachsenen Kriegsfilm. Der lässt den Titelhelden zuweilen aussehen wie eine Nerd-Version von Bruce Willis.

Harte Zeiten

Zerstörung, Tod und blanke Verzweiflung zeichnen die Bilder des achten und letzten Films, bei denen man sich häufiger fragt, wie ein Zwölfjähriger damit klarkommen soll, wenn schon Erwachsene verstört sind. Voldemort ist vom Monster unterm Bett zu elaboriertem Albtraummaterial avanciert.

  Harry Potter (Daniel Radcliffe) im Clinch mit Voldemort (Ralph Fiennes)

Harry Potter (Daniel Radcliffe) im Clinch mit Voldemort (Ralph Fiennes)

Harry, Ron und Hermine jagen die letzten Horcruxe, um den, dessen Name endlich ausgesprochen wird, zu zerstören, während ebenjener einen Zauberstab an sich bringt, mit dem er Harry töten will. Am Ende steht das große, alles entscheidende Duell zwischen Harry und Voldemort, zwischen Gut und Böse. Dem gehen zig Kämpfe voraus: in den Tresorkammern der Gringotts-Bank, in Hogwarts, in Harrys Kopf. Trolle, Riesenspinnen, steinerne Ritter, Drachen, Zauberer, Hexen und andere Fantasiegestalten fallen übereinander her - wie in besten "Der Herr der Ringe"-Zeiten. In Dumbledores Schule bleibt kein Stein auf dem anderen, so wie auch die Erwartungen an die einzelnen Charaktere ordentlich auf den Kopf gestellt werden. Was ist gut, was böse? Vor allem eine Menge dazwischen. Und Regisseur David Yates hat dafür bombastisch opulente Bilder gefunden.

Potter-müde

Ein Jahr ist es her, dass Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint den letzten Film abgedreht haben. Die Darsteller wirken beim Treffen in London ein bisschen müde. Während Emma Watson sagt, dass sie schon lange mit Hermine abgeschlossen habe, sind sich Rupert Grint und Draco Malfoy-Darsteller Tom Felton nicht sicher, ob es nächstes Jahr nicht einfach weitergehen wird. Sie hätten noch gar nicht begriffen, dass es wirklich vorbei ist, sagt Felton. Vielleicht brauche er einen Psychologen, um von Ron loszukommen, scherzt Grint.

Derweil sorgt Radcliffe für Schlagzeilen, nachdem er in einem Interview bekannte, ein Alkoholproblem zu haben. Das ist die andere Seite des Potter-Märchens: Die Helden mussten vor laufender Kamera erwachsen werden. Und dieser Übertritt ins Erwachsenenleben, dieser Kampf ums eigene Ich, ist fast so heftig wie der um Hogwarts.

Mehr ausgepottert geht nicht.

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