Abba und kein Ende: Das Musical Mamma Mia! kommt ins Kino. Bilder vom Film - und ein Gespräch mit Benny und Björn, den zwei Bs von Abba, über Reichtum, Respekt und die alten Hits.

Dancing Queen: Donna (Meryl Streep) macht vor ihren Freundinnen auf junger Hüpfer© Universal Studios
Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die zwei Bs von Abba, stehen sich gerade nicht so nahe wie in ihrem Bandnamen. Sie sollen den ganzen heißen Tag über Interviews geben in einem griechischen Luxusresort, der "Mamma Mia!"-Film wurde etwas weiter entfernt gedreht. Doch Benny, grauer Vollbart, gemütlicher Bauch und Sonnenbrille, der über viele Jahre so gut wie nie mit den Medien gesprochen hatte, genießt das Ganze plötzlich so sehr, dass der asketischere Björn, seit Jahren als Abba-Botschafter unterwegs, kaum zu Wort kommt. Björn fordert: ab jetzt nur Einzelgespräche. Nach einiger Überredungskunst setzen sich die Schweden dann aber doch zusammen an einen Tisch.
Björn (lacht): Das ist ziemlich schwierig
nach all dieser Zeit. Aber wenn ich höre,
wie Meryl Streep "The Winner Takes It All"
singt, bewegt mich das doch sehr.
Benny: Ich mag es sehr, wie Amanda,
Meryls Filmtochter, "Thank You For The
Music" interpretiert. Nur sie und ich am
Klavier. Wir hatten das eigentlich nur zum
Spaß aufgenommen. Aber logisch: Da geht
man mit der gleichen alten Abba-Band
in ein Tonstudio und nimmt die gleichen
alten Songs noch mal auf. Die immer noch
großartig klingen. Aber wir sind eben nicht
mehr innovativ, da kommen keine neuen
Ideen, das vermisse ich.
Björn: Dieser wunderbare Moment, wenn
jemandem etwas Frisches einfällt. Oh yeah,
das ist gut! Merk dir das, um Himmels
willen! Dieser Kick fehlt.
Benny: Eine Bühnenshow lebt, jeden Augenblick kann einer hinfallen und sich ein Bein brechen. Und selbst nach neun Jahren Laufzeit kann man noch Sachen ändern. Ein fertiger Film bleibt für immer, deswegen müssen alle Details so perfekt wie möglich sein. "Mamma Mia!" ist Teil des Vermächtnisses von Abba, deswegen wollten wir da niemand anderen ranlassen und haben mit dem Filmstudio um die totale künstlerische Kontrolle gerungen.
Björn: Nein, die haben mit "Mamma Mia!" nichts zu tun.
Björn: Wer hat das gezählt?
Benny: Da ist kein Ende in Sicht, das
erstaunt mich immer wieder. Aber ich
könnte unmöglich sagen, welche Einkünfte
aus welcher Quelle kommen.
Benny: Wir geben nichts aus. Wir sparen
alles für schlechte Zeiten (Björn lacht).
Aber klar: Genug Geld erleichtert das
Leben. Ich hätte zwar auch ein Boot, wenn
ich arm wäre, aber jetzt kann ich mir eben
ein größeres Boot leisten. Das ist der
Unterschied. Ende der 60er, Anfang der
70er Jahre mussten wir wirklich kämpfen,
um unsere Miete bezahlen zu können.
Björn: Eine sehr unglückliche, unsichere
Zeit, sowohl finanziell als auch künstlerisch.
Wir traten alle vier mit einer Art Cabaret-Show in einem Restaurant auf und versuchten,
witzig zu sein. Schrecklich! Gut,
dass Youtube damals noch nicht existierte.
Gefunden in...
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Stern
Ausgabe 29/2008