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20. Juli 2008, 13:28 Uhr
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"Meryl Streep bewegt mich sehr"

Abba und kein Ende: Das Musical Mamma Mia! kommt ins Kino. Bilder vom Film - und ein Gespräch mit Benny und Björn, den zwei Bs von Abba, über Reichtum, Respekt und die alten Hits.

Dancing Queen: Donna (Meryl Streep) macht vor ihren Freundinnen auf junger Hüpfer© Universal Studios

Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die zwei Bs von Abba, stehen sich gerade nicht so nahe wie in ihrem Bandnamen. Sie sollen den ganzen heißen Tag über Interviews geben in einem griechischen Luxusresort, der "Mamma Mia!"-Film wurde etwas weiter entfernt gedreht. Doch Benny, grauer Vollbart, gemütlicher Bauch und Sonnenbrille, der über viele Jahre so gut wie nie mit den Medien gesprochen hatte, genießt das Ganze plötzlich so sehr, dass der asketischere Björn, seit Jahren als Abba-Botschafter unterwegs, kaum zu Wort kommt. Björn fordert: ab jetzt nur Einzelgespräche. Nach einiger Überredungskunst setzen sich die Schweden dann aber doch zusammen an einen Tisch.

Ihre Hits wie "Dancing Queen" oder "Mamma Mia" werden auf der ganzen Welt geliebt, sie wurden in ein Musical verpackt und nun in einen Hollywood-Film. Können Sie Ihre eigenen Lieder überhaupt noch hören?

Björn (lacht): Das ist ziemlich schwierig nach all dieser Zeit. Aber wenn ich höre, wie Meryl Streep "The Winner Takes It All" singt, bewegt mich das doch sehr.
Benny: Ich mag es sehr, wie Amanda, Meryls Filmtochter, "Thank You For The Music" interpretiert. Nur sie und ich am Klavier. Wir hatten das eigentlich nur zum Spaß aufgenommen. Aber logisch: Da geht man mit der gleichen alten Abba-Band in ein Tonstudio und nimmt die gleichen alten Songs noch mal auf. Die immer noch großartig klingen. Aber wir sind eben nicht mehr innovativ, da kommen keine neuen Ideen, das vermisse ich.
Björn: Dieser wunderbare Moment, wenn jemandem etwas Frisches einfällt. Oh yeah, das ist gut! Merk dir das, um Himmels willen! Dieser Kick fehlt.

Trotzdem wollten Sie bei der Filmfassung Ihres Erfolgsmusicals unbedingt an Bord sein.

Benny: Eine Bühnenshow lebt, jeden Augenblick kann einer hinfallen und sich ein Bein brechen. Und selbst nach neun Jahren Laufzeit kann man noch Sachen ändern. Ein fertiger Film bleibt für immer, deswegen müssen alle Details so perfekt wie möglich sein. "Mamma Mia!" ist Teil des Vermächtnisses von Abba, deswegen wollten wir da niemand anderen ranlassen und haben mit dem Filmstudio um die totale künstlerische Kontrolle gerungen.

Agnetha und Anni-Frid, die Damen von Abba, wurden aber nicht gefragt?

Björn: Nein, die haben mit "Mamma Mia!" nichts zu tun.

Angeblich haben Sie allein mit dem Musical mehr Geld verdient als mit allen Abba-Platten zusammen.

Björn: Wer hat das gezählt?
Benny: Da ist kein Ende in Sicht, das erstaunt mich immer wieder. Aber ich könnte unmöglich sagen, welche Einkünfte aus welcher Quelle kommen.

Was stellen Sie mit dem vielen Geld an?

Benny: Wir geben nichts aus. Wir sparen alles für schlechte Zeiten (Björn lacht). Aber klar: Genug Geld erleichtert das Leben. Ich hätte zwar auch ein Boot, wenn ich arm wäre, aber jetzt kann ich mir eben ein größeres Boot leisten. Das ist der Unterschied. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre mussten wir wirklich kämpfen, um unsere Miete bezahlen zu können.
Björn: Eine sehr unglückliche, unsichere Zeit, sowohl finanziell als auch künstlerisch. Wir traten alle vier mit einer Art Cabaret-Show in einem Restaurant auf und versuchten, witzig zu sein. Schrecklich! Gut, dass Youtube damals noch nicht existierte.

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Ausgabe 29/2008

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