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27. Dezember 2001, 10:20 Uhr

»Blauer Engel« und einsamer Weltstar

Ihre Rolle als Lola Lola in dem Sternheim-Film »Der blaue Engel« machte Marlene Dietrich unsterblich. Jetzt wäre Deutschlands einziger Weltstar 100 geworden.

Von Kopf bis Fuß ein Weltstar: Marlene Dietrich

Ihr lasziver Blick mit dem schweren Lidschlag machte sie zur Legende. Als Lola Lola mit Zylinder und Strapsen wurde sie in »Der Blaue Engel« zum Inbegriff der Femme Fatale. Bis heute gilt Marlene Dietrich als einziger deutscher Weltstar, ein Mythos des 20. Jahrhunderts. »Mythos? - So'n Quatsch«, resümierte die Schauspielerin am Ende ihre Lebens verächtlich. »Ich habe diese Legende immer gehasst«, verkündete die Diva. Da war sie schon längst eine einsame, alte Frau. »Ich war nie erotisch, ich spielte nur...«, meinte sie. »Verwechseln Sie nicht den Schauspieler mit der Rolle!«

Pflicht statt Gefühle

Am 27. Dezember wäre Marlene Dietrich 100 Jahre alt geworden. Eigentlich habe sie immer nur ihre Pflicht getan, sagte die streng preußisch erzogene Filmgöttin einmal. Als Tochter aus gutem Hause wuchs sie im Berlin der Kaiserzeit auf. »Wer seine Gefühle zeigt, hat schlechte Manieren!«, hieß es bei der Mutter. Der Song »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt« begründete Marlene Dietrichs Weltruhm. Doch privat antwortete sie auf Fragen nach der Liebe stets kühl und abweisend. Inmitten ihrer vielen männlichen und weiblichen Liebhaber schien sie nie wirklich glücklich zu sein.

Ende in Einsamkeit und Isolation

Auch als die Kraft schon lange nachgelassen hatte, trieb sich »die Dietrich« mit preußischer Disziplin, aber auch Tabletten und Alkohol zur Arbeit. Am Ende zog sie sich in die selbst gewählte Isolation zurück. 16 Jahre verbrachte sie abgeschottet von der Öffentlichkeit in ihrer Pariser Wohnung, bis sie am 6. Mai 1992 im Alter von 90 Jahren starb. Im vergangenen Jahr tauchten bisher unbekannte Briefe Marlenes auf, aus denen viel Einsamkeit spricht. »Diese Einsamkeit... wie viele Jahre kann das noch dauern?« Später schreibt sie: »Bin ganz alleine, wie immer« und »Die Welt ist grauenvoll geworden - dass man überhaupt noch am Leben hängst ist ein Wunder... von Depressionen ganz zu schweigen.«

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