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12. Februar 2007, 14:27 Uhr

Keine Einladung zur Oscar-Feier

Schauspielerin Martina Gedeck ist über Regisseur Florian von Donnersmarck verärgert. Obwohl sie eine Hauptrolle in Donnersmarcks Film "Das Leben der Anderen" spielt, habe sie keine Einladung für die Oscar-Feier am 25. Februar erhalten, sagt Gedeck im Interview mit stern.de.

Martina Gedeck spielt in Robert De Niros Film "The Good Shepherd" mit, der auf der Berlinale gezeigt wird© Markus Schreiber/AP

Beginnen wir mit der dringendsten Frage: Wie war es, mit Robert De Niro zu drehen?

Es war sehr schön.

Vor einem Jahr waren Sie sich noch gar nicht sicher, ob Sie nicht rausgeschnitten werden.

Ja, das stimmt. Aber es ist alles drin, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Von der Struktur her ist alles so, wie es geplant war.

Würde Robert De Niro Sie erkennen und grüßen, wenn er Ihnen hier über den Weg laufen würde?

Wenn er mich anschauen würde, ja.

Sie hatten nur eine kleine Rolle.

Ja, das stimmt. Der Film spielt über 30 Jahre, und die meisten Nebenfiguren tauchen nur kurz auf. De Niro hat genau überlegt, wen er für die Hanna Schiller besetzt. Schließlich ist sie eine von nur drei Frauenfiguren. Die Vorbereitungen waren sehr aufwendig, ich war drei Wochen in New York. Er ist ein sehr warmherziger Mensch, zumindest zu seinen Schauspielern.

Wie kam der Kontakt zu Robert De Niro überhaupt zustande?

Die Castingfrau hatte - wie im übrigen viele in Amerika - "Bella Martha" gesehen. Der Film ist in Amerika sehr stark wahrgenommen worden, und ich als Protagonistin auch. Es hieß, man braucht eine sehr gute deutsche Schauspielerin, möglichst die beste.

In Deutschland sind Sie in einer Position, in der Sie solch kleine Rollen nicht annehmen müssten.

Sicher, in Deutschland würde ich die nicht übernehmen. Aber unabhängig von De Niros Person ist es für mich eine Herausforderung, in einer so großen amerikanischen Produktion mitzuspielen. Es gibt ja dabei vieles, was einem fremd ist. In anderen Bereichen ist das ähnlich: Wenn ich zum Beispiel zum ersten Mal sprechen muss, bin ich froh, dass es nur zwei und nicht zehn Minuten sind. Erst wenn man Erfahrung hat, kann man brillieren. Die Figur der Hanna Schiller finde ich interessant, sie hat eine Geschichte, einen Hintergrund. Natürlich ist es ein Privileg, wenn jemand wie De Niro Regie führt, und ich in den Genuss komme, mit so einer Persönlichkeit zu arbeiten.

Wie war es für Sie, in einer Hollywood-Produktion zu arbeiten?

Man kann nicht jeden anquatschen. Wenn ich zum Beispiel zum Kameramann gehe und sage: "Entschuldigung, wir drehen doch nachher die Großaufnahme auf den Schuss, braucht ihr dazu nicht ein Bild von der Hand meines Kollegen, der den Schuss abfeuert. Muss man den nicht vielleicht kommen lassen?" Dann guckt einen der Kameramann an, als sei man ein Marsmännchen. Das ist überhaupt nicht in unserem Kompetenzbereich. "I don't know, keine Ahnung", sagt er und arbeitet weiter. Und natürlich kommt in zwei, drei Stunden die Szene, und natürlich ist der Mann nicht da. Dann sagt De Niro, wo ist eigentlich der Schauspieler, und dann sagt der Aufnahmeleiter: "Ach wieso, brauchen wir den?" - "Ja klar, wir drehen die Szene, wir brauchen seine Hand", sagt De Niro. Aber wenn der Kameramann sich eingemischt hätte, hätte De Niro vielleicht gesagt: "Was willst du denn, das ist längst geklärt, wir brauchen den Typen nicht, wir drehen das alles auf Martina." Das ist ein anderes System, und hat mir sehr imponiert. Bei uns quatscht jeder mit jedem, jeder weiß alles besser, und du musst dir die Leute vom Leib halten. Sogar der Kameramann erzählt dir, wie du zu spielen hast. Wenn mir jemand das sagt, dann ist es der Regisseur.

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