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20. November 2006, 19:17 Uhr

Blümchensex mit Eva Braun

Erstmals hat Regisseur Dani Levy eine deutsche Komödie über Hitler gedreht - mit Helge Schneider in der Hauptrolle. "Mein Führer" zeigt Adolf im Trainingsanzug und im Nachthemd. Doch der Witz hält sich in Grenzen. Von Kathrin Buchner

In der Komödie "Mein Führer" spielt Helge Schneider den Hitler© Marksu Brandt/DDP

Regisseur Dani Levy betritt mit seinem Film "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" eine Tabuzone: Es ist die erste deutsche Komödie über Hitler. Schon die Dreharbeiten hatten für Furore gesorgt, als für eine Massenszene hunderte Komparsen in Nazi-Uniformen mitten in Berlin die Straßen säumten. Bei einer ersten Pressevorführung sorgte die Komödie allerdings für wenig Lacher, sie wurde insgesamt für zu harmlos befunden, keinesfalls "provozierend frech" wie der Film im Presseheft angekündigt wurde.

In der Komödie wird ein Hitler gezeigt, der nach zwölf Jahren als Führer müde ist. Um sein Volk für den Endkampf zu mobilisieren, soll er am Neujahrstag 1944 eine kämpferische Rede halten. Also beschließt Goebbels, den jüdischen Schauspiellehrer Adolf Grünbaum aus dem KZ Sachsenhausen zu holen. Er soll den Führer in fünf Tagen in Höchstform bringen. Levys Drehbuch beruht teils auf historischen Fakten: Hitler hatte vor und während der Machtergreifung tatsächlich einen Schauspielerlehrer, Paul Devrient, der darüber eine Autobiografie verfasst hat ("Mein Schüler Adolf Hitler"). In der Hauptrolle spielt Helge Schneider sehr überzeugend den Hitler. In der weiteren Rollen sind unter anderen Ulrich Mühe als Grünbaum, Ulrich Noethen als Himmler und Katja Riemann als Eva Braun zu sehen. Sie tritt allerdings nur in einer Szene auf: als sie mit dem Führer Silvester feiert und mit ihm Blümchensex hat.

Levy, selbst Jude, hat 2005 mit seiner Komödie "Alles auf Zucker" über das heutige Leben von Juden in Deutschland einen Publikumserfolg gelandet und zahlreiche Preise kassiert, unter anderem den Deutschen Filmpreis.

"Mein Führer" wird voraussichtlich am 11. Januar 2007 in den deutschen Kinos anlaufen, eine ausführliche Kritik dazu lesen sie dann auf stern.de

Von Kathrin Buchner
 
 
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